MOTORWELT

Durch diesen Hohlweg wird er auch noch kommen – der Jeep Wrangler JL Sport im Test

Es gibt Autos und es gibt Autos, die einfach nur Spass machen! Der kleine aber feine Unterschied liegt im Grunde nur darin, dass man aus Letzterem nicht aussteigen will. Das kann sein, weil es auf Bergstraßen einfach perfekt von Kurve zu Kurve zu zirkeln ist oder dass man wie Kind die Grenzen ausloten will. Und genau so ein Auto ist der Jeep Wrangler JL Sport – einsteigen, Spaß haben und nicht mehr aussteigen wollen.

Schon der Erstkontakt war ein bisschen Liebe auf den ersten Blick, zu geil die Farbkombi und dieses GELB auf einem Geländeauto, mein Herz hat da schon gelacht. Die Erklärungen für Getriebeuntersetzungen, Multifunktionsdisplay oder Startautomatik waren irgendwo hinter dichten Nebel kaum noch hörbar, zu sehr waren meine Gedanken schon im heimischen Wald unterwegs. Auf der Suche nach Auffahrten, Durchfahrten, Hohlwegen und versumpften Böden. Und anscheinend gibt es einen Autogott, weil wie sonst ist es zu erklären, dass uns kurz nach der Übernahme, Regen und leichter Schneefall ein perfektes Geläuf für unseren Test ermöglichten.

FOTO:JANNACH

Ja, der Wrangler fährt auch auf der Straße. 200PS sorgen für ordentlich Schub, die 8-Gang-Automatik sortiert die Gänge fast so gut wie ich es selber tun würde. Und auch die Straßenlage ist, und wir reden hier von einem Geländewagen mit 33“ – Schlammpatschen, okay! Leicht untersteuernd zeigt der Wrangler sehr fein seine Grenzen an, fährt man ein wenig aggressiver, muss man schon die TC ausschalten, um den Jeep in ein Übersteuern zu zwingen. Macht aber eh keiner, weil da reicht beim Hinterradantrieb oft das Talent nicht, oder man wird angeblinkt, wenn man quer durch die Hollenburger Kurve fährt, am nassen Asphalt. Dabei unterhält mich unterwegs das Apple Car Play, der Sound ist gut, das Navi bringt mich sicher nach Klagenfurt und ab und an schau ich sogar mal in die Rückfahrkamera. Die Ausstattung passt, das Interieur auch, so fahre ich zur Not auch schon mal gerne nach Ligurien um später dann sehr viel Spaß auf der Ligurischen Grenzkammstraße zu haben.

Endlich Gelände! Ein Reifenschaden kann mich mit der Bereifung wohl nicht überaschen, also mal durch den ersten Hohlweg, Steine sind mir wurscht. Den Wrangler ist die Steilheit egal, der kommt da nicht mal kurz in Bedrängnis. Also Ausschau halten nach Spuren vom Harvester oder so. Mein Vertrauen in den Jeep steigt, die Auffahrten werden steiler und steiler, dank dem Regen auch immer schlammiger. Das Vertrauen von Lena, meiner Tochter, in die Fähigkeiten des Jeeps sind nicht so groß wie meine, steigt also aus, und schaut dem Ganzen von außen zu!

FOTO:JANNACH

Endlich geht’s jetzt nimmer weiter, also Untersetzer (kürzere Übersetzung und Sperre im Mitteldiff) rein und er grabt sich im Schritttempo immer weiter nach oben! Also es geht da schon viel, denke ich mir! Und ja, ich finde einen Hohlweg, noch enger (bitte keinen Kratzer machen), noch setiler und mit in Boden eingewachsenen Felsen versehen, und endlich ist Schluss! Ich habs geschafft, er ist am Ende, es fehlen nun die Diffs an Vorder- und Hinterachse sowie die entkoppelbaren Frontstabis vom Rubicon. Beim Retounieren hilft mir jetzt die Rückfahrkamera, ich will nicht raus, also Richtung Drau noch weiter testen. Schotter und tiefe Regenlachen tun ihm nichts, machen eigentlich nur noch mehr Spaß, schlußendlich wird’s dunkel und es ist Zeit heim zu fahren.

Ich versuche die ersten Gedanken für einen Testbericht  zu strukturieren, bleibe aber immer irgendwie dabei hängen, dass der Wrangler richtig Laune macht und ich nicht aussteigen will. Und selbst wenn ich eine gewisse Ernsthaftigkeit einfordere, bleibt mir nur eines zu sagen: Der Jeep Wrangler macht unheimlich viel Spaß, man kann sich im Gelände austoben, wird am Weg zu einer Berghütte etc. niemals in Verlegenheit kommen und fährt auch auf Straßen relativ komfortabel von A und B!

FOTO:JANNACH

Natürlich wo viel Licht auch Schatten: So wird man mit dem verdreckten Jeep vorm Stadtkaffee verjagt und wenn der liebe Herr Polizist ob des Drecks nicht zu beanstanden hat, fragt er sich bis zum Verbandspackerl durch! Und die € 15,00 waren es mir Wert!

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