MOTORWELT

Unvergessen: Ayrton Senna fuhr heute vor 26 Jahren in den Tod

Das Markenzeichen des Brasilianers war sein gelber Helm. Über 10 Jahre prägte der dunkelhaarige Asket die Formel 1 wie kaum ein anderer. Drei WM-Titel konnte er gewinnen und wäre nicht der tragische Unfall passiert, er wäre wahrscheinlich der erfolgreichste Motorsportler der Geschichte geworden.

Er fuhr gegen die ganz großen der Formel 1: Alain Prost, Nigel Mansell, und viele andere mehr. Bis zum 1. Mai 1994. Einen Tag nach dem tragischen Unfall des Österreichers Roland Ratzenberger, der im Qualifying tödlich verunglückte, blieben in Imola um 14.17 Uhr die Uhren stehen. Bei Tempo 321 km/h verlor der Brasilianer und dreifache Weltmeister in der Taburello-Kurve die Kontrolle über seinen Wagen und prallte mit über 200 km/h in die Betonmauer. Senna hätte den Crash vermutlich mit Verletzungen oder gar unverletzt überlebt, hätte ihn nicht ein Vorderrad mit voller Wucht am Kopf getroffen. Vier Stunden nach dem Unfall wurde er für tot erklärt.

Senna hatte schon drei WM-Titel, 41 Siege und 65 Pole-Positionen in seiner zehnjährigen Karriere geholt. Seiner Ausstrahlung konnte sich kaum einer entziehen. Der Brasilianer war belesen, musikalisch, weltoffen, er spielte Klavier, sammelte Kunst, zitierte altgriechische Philosophen und las Shakespeare und Freud.

Foto: Formula One Ltd.

Für Gerhard Berger ist sein langjähriger Teamkollege bei McLaren „der mit Abstand charismatischste und der beste Rennfahrer überhaupt. „Keiner war so schlau, so ehrgeizig, so konzentriert“, sagte der Österreicher in einem Interview mit der Internetplattform Watson. Unvergessen sind auch die harten Duelle, die er sich bei McLaren mit seinem Teamkollegen Alain Prost lieferte. Mit voller Absicht fuhren sich die beiden Alphatiere ins Auto, nicht selten schien eine Prügelei am Rande der Piste fast unvermeidlich. „Er hat eine Epoche geprägt, die es nie mehr geben wird“, sagt Prost heute. Und weiter. „Senna hat mich gezwungen, über meine Grenzen zu gehen.“

Nach seinem Unfall ist 22 Jahr lang kein Formel-1-Fahrer mehr gestorben (2015 war Jules Bianchi der letzte Fahrer, der verunglückte).

Der Grund für den Crash ist bis heute nicht geklärt. Die Lenksäule war gebrochen. Ob das vor oder durch den Unfall passiert ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Adrian Newey, der Konstrukteur des Wagens, glaubt an einen Fehler der Aerodynamik. Er hatte etwas Außergewöhnliches festgestellt, wollte es noch korrigieren, aber es fehlte die Zeit. Das sind aber alles nur Mutmaßungen.

In Brasilien wird Senna noch immer wie ein Held verehrt. „Er wäre heute unser Präsident“, sind sich die Fans heute noch sicher.

Wolfgang Jannach

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