MOTORWELT

Jeep Compass 4xe – Das Elektrische Versprechen der Freiheit

Wie Jeep auf Sardinien die Zukunft des Geländewagens probt

Es gibt Marken, deren Name so schwer wiegt wie die Geschichte, die sie repräsentieren. Und die es in heutiger Zeit durchaus schwer haben, diese Namen in die transformierte Neuzeit zu bringen. Jeep ist eine solche. Seit fast 85 Jahren steht das Markenversprechen für das Unwirtliche, das Unbezähmbare. Doch die automobile Gegenwart verlangt nach neuen Antworten. Mit dem neuen, vollelektrischen Compass 4xe wagt die Stellantis-Tochter nun den Härtetest: Lässt sich der Mythos von Freiheit und Abenteuer lautlos und ohne fossile Brennstoffe reproduzieren? Zum Auftakt einer vierteiligen Web-Miniserie schickt die Marke ihr neues Spitzenmodell dorthin, wo E-Autos normalerweise kapitulieren.

Die Reifeprüfung im feinen Sand

Unter dem Titel „No Ground Off Limits“ hat Jeep die erste Episode seiner neuen Videokampagne veröffentlicht. Es ist der Versuch einer filmischen Beweisführung, gedreht in einer spektakulären Kulisse: den geschützten Sanddünen von Riola Sardo und Arbus auf Sardinien. Wo früher mechanische Differenziale, rauchende Kupplungen und dröhnende Motoren für Vortrieb sorgten, regiert in den Dünen nun die Millisekunden-Präzision von Software.

Für diese erste Belastungsprobe nutzt der Compass 4xe den spezifischen Modus „SAND & MUD“ seines Selec-Terrain®-Systems. Das System stellt die Lenkung scharf, aktiviert eine Overboost-Funktion und gibt die volle Leistung von 276 kW (375 PS) frei. Das faszinierende Paradoxon, das die Bilder transportieren sollen: Während sich der Wagen kraftvoll durch den tiefen, nachgiebigen Sand gräbt, bleibt die Natur akustisch nahezu unberührt.

Die Physik des lautlosen Vortriebs

Hinter der Marketing-Inszenierung steht ein technischer Paradigmenwechsel, der die traditionelle Offroad-Gemeinde überzeugen soll. „Seeing is believing – Sehen heißt glauben“, konstatiert Fabio Catone, Leiter der Marke Jeep in Europa. Das Misstrauen gegenüber der Batterie im Gelände ist nach wie vor groß.

Jeep kontert dies beim neuen Compass 4xe mit einer Dual-Motor-Architektur. Durch ein extremes Untersetzungsverhältnis von 14:1 an der Hinterachse mobilisiert das System ein Drehmoment von bis zu 3.100 Nm an den Hinterrädern. Für die Praxis bedeutet das: Selbst wenn die Vorderräder im sardischen Dünensand komplett den Grip verlieren, schiebt der Heckmotor das Fahrzeug Steigungen von bis zu 20 Prozent hinauf. Ein geschlossener Regelkreis überwacht dabei permanent den Schlupf an jeder Achse, um ein Eingraben der Räder algorithmisch zu verhindern.

Ein Ausblick auf Schnee und Eis

Dass Jeep die technischen Grundvoraussetzungen ernst nimmt, zeigen die harten Fakten der Karosserie. Um die empfindlichen Batteriepakete im Unterboden zu schützen, wurde die Bodenfreiheit um 10 Millimeter erhöht. Mit einem vorderen Böschungswinkel von 28 Grad und einer Wattiefe von bis zu 480 Millimetern bewegt sich der Stromer auf Augenhöhe mit klassischen Verbrennern.

Die Episode auf Sardinien ist dabei nur der Auftakt. Bis zum Jahresende will die Marke drei weitere Teile der Miniserie veröffentlichen, in denen sich der Compass 4xe unter anderem in den Modi „SNOW“ oder „SPORT“ beweisen muss. Am Ende ist die Kampagne ein Experiment am offenen Herzen der Marke: Den Kunden zu beweisen, dass der Funke der Authentizität auch dann überspringt, wenn er aus einer Batterie kommt.

Technische Daten & Geländekompetenz

ParameterDetails
Antrieb / MotorisierungVollelektrischer Dual-Motor-Antriebsstrang
Systemleistung276 kW (375 PS)
Max. Drehmoment (Hinterachse)Bis zu 3.100 Nm (Untersetzungsverhältnis 14:1)
Energieverbrauch (WLTP)19,5 – 20,7 kWh / 100 km
CO2​-Emissionen0 g / km (kombiniert)
BodenfreiheitUm 10 mm erhöht (spezifisches Offroad-Paket)
Böschungswinkel (vorn / hinten)28 Grad / 31 Grad
Rampenwinkel / Wattiefe17 Grad / Bis zu 480 mm
Fahrmodi (Selec-Terrain®)AUTO, SPORT, SAND & MUD, SNOW, 4×4 LOCK

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