Hyundai meldet sich auf Schotter eindrucksvoll zurück
Mit dem Sieg von Thierry Neuville bei der Rallye Portugal endet für Hyundai eine Phase, die innerhalb des Teams zunehmend unangenehm wurde. Während Toyota die ersten Rallyes der Saison kontrollierte und speziell auf Asphalt wie auch bei wechselnden Bedingungen nahezu fehlerfrei und überlegen agierte, wirkte Hyundai über weite Strecken der Saison ungewohnt ratlos. Auf einzelnen Sonderprüfungen war das Tempo zwar oftmals vorhanden, doch im Gesamtpaket fehlte die Konstanz, um Toyota über ein gesamtes Wochenende hinweg ernsthaft unter Druck setzen zu können.
Besonders schmerzhaft verlief dabei die Rallye Kroatien. Dort hatte Thierry Neuville eine realistische und nach Ausfällen der Toyota-Protagonisten Solberg und Evans am Teller präsentierte 100%-ige Siegchance, die mit einer Führung von mehr als 1 Minute fast nur zum abholen war, ehe der Erfolg nach einem Fahrfehler auf der letzten Sonderprüfung verloren ging.
Portugal brachte nun erstmals eine gewisse Trendwende.

Schon vor dem Start herrschte innerhalb des Teams vorsichtiger Optimismus. Erste echte und vor allem konstant zu erwartende Schotterbedingungen sowie lange Prüfungen sollten dem Hyundai i20 N Rally1 nach den Tests offensichtlich deutlich stärker liegen als die bisherigen Rallyes der Saison. Und tatsächlich zeigte sich bereits am ersten Tag, dass Hyundai diesmal die Pace der Toyota-Piloten rund um Sébastien Ogier, Oliver Solberg und Elfyn Evans mitgehen konnte.
Vor allem Adrien Fourmaux präsentierte sich zunächst extrem stark. Der Franzose übernahm bereits ab Sonderprüfung vier die Führung und setzte mit mehreren Bestzeiten ein klares Zeichen. Hyundai wirkte plötzlich deutlich stabiler, aggressiver und insgesamt konkurrenzfähiger. Erst ein doppelter Reifenschaden auf SP8 kostete Fourmaux die Spitzenposition und verhinderte möglicherweise sogar einen möglichen Doppelsiegkampf innerhalb des Teams.
Thierry Neuville selbst fuhr hingegen eine fehlerfreie und von Problemen verschonte Rallye. Kein unnötiges Risiko, zu sehr sitzt da wohl noch der Unfall in Kroatien auf der letzten SP, als er mit über 1min in Führung liegend den Sieg noch wegschmiss. Permanent in Schlagdistanz zur Spitze etablierte sich Neuville ständig auf P2 mit wenigen Sekunden Rückstand auf Ogier. Die entscheidende Wende kam schließlich auf SP22, als Sébastien Ogier durch einen Reifenschaden entscheidend Zeit verlor. Neuville übernahm die Führung und brachte sie diesmal auch ohne Fehler ins Ziel.

Und der Sieg war für Hyundai ein Befreiungsschlag mit durchaus wichtiger Bedeutung für die Zukunft., steht ja das gesamte Programm für 2027 offiziell noch nicht fest.
Es war ein emotionaler Befreiungsschlag für ein Team, das in den vergangenen Monaten ungewöhnlich stark unter Druck geraten war. In Abwesenheit von Teamchef Cyril Abiteboul war im gesamten Team deutlich zu erkennen, welche Last mit diesem Erfolg abfiel. Angefangen bei Technikchef François-Xavier Demaison bis hin zu den Mechanikern und Ingenieuren wirkte der Erfolg fast wie eine Erlösung nach schwierigen Wochen.
Die Aussage „We are there where we belong“ brachte diese Stimmung letztlich wohl am besten auf den Punkt. Weniger als Provokation Richtung Toyota, sondern vielmehr als Zeichen der Erleichterung. Hyundai hat wieder gewonnen. Hyundai ist wieder konkurrenzfähig. Und plötzlich wirkt die Weltmeisterschaft wieder deutlich offener als noch vor wenigen Wochen.
Denn genau das könnte Portugal 2026 nachhaltig verändern, wenn Hyundai es schafft6 dieses Momentum in die nächsten Rallyes zu bringen. Mit der Rallye Japan Ende Mai könnte es nochmals spannend werden, danach folgen aber 7 Schotter-Rallyes in Folge.
Toyota bleibt zwar weiterhin die Referenz dieser Saison, doch Hyundai zeigte erstmals wieder über ein gesamtes Rallye-Wochenende hinweg, dass man auf Schotter nicht nur reagieren, sondern aktiv Druck erzeugen kann. Mit Platz eins für Neuville und Platz vier für Fourmaux holte Hyundai nicht nur wichtige Punkte, sondern vor allem wieder Ruhe innerhalb der Mannschaft.
Und genau diese Ruhe könnte im weiteren Saisonverlauf noch enorm wichtig werden.

Rallye Portugal 2026 – Top 5
| Pos. | Fahrer | Fahrzeug | Rückstand |
|---|---|---|---|
| 1 | Thierry Neuville | Hyundai i20 N Rally1 | 3:53:01,7 |
| 2 | Oliver Solberg | Toyota GR Yaris Rally1 | +16,3 s |
| 3 | Elfyn Evans | Toyota GR Yaris Rally1 | +29,1 s |
| 4 | Adrien Fourmaux | Hyundai i20 N Rally1 | +54,8 s |
| 5 | Takamoto Katsuta | Toyota GR Yaris Rally1 | +1:12,6 min |
Fahrer-WM nach Portugal 2026 – Top 5
| Pos. | Fahrer | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Elfyn Evans | 123 |
| 2 | Takamoto Katsuta | 111 |
| 3 | Oliver Solberg | 92 |
| 4 | Adrien Fourmaux | 79 |
| 5 | Sami Pajari | 78 |
Wordwide copyright: Hyundai Motorsport GmbH






















Kommentar hinterlassen