Viel Platz, ein effizienter Vollhybrid, Allradantrieb und 2.100 Kilogramm Anhängelast machen den Kuga zu einem vielseitigen Familienauto. Die BlueCruise Edition erweitert dieses Angebot um freihändiges Fahren auf freigegebenen Autobahnabschnitten.
Als der erste Ford Kuga 2008 auf den Markt kam, standen noch seine sportliche Gestaltung und das für einen SUV bemerkenswert agile Fahrverhalten im Vordergrund. Drei Generationen später haben sich die Aufgaben verschoben. Der aktuelle Kuga ist 4,62 Meter lang, bietet reichlich Platz für Passagiere und Gepäck, darf bis zu 2.100 Kilogramm ziehen und ist als Vollhybrid auch ohne externe Lademöglichkeit effizient unterwegs.
Unser Testwagen tritt in der neuen BlueCruise Edition an. Sie verbindet den 183 PS starken Vollhybrid mit Allradantrieb, umfangreicher Ausstattung und einem Assistenzsystem, das auf freigegebenen Autobahnabschnitten die Längsführung und die Spurhaltung übernimmt. Der Fahrer darf dabei die Hände vom Lenkrad nehmen, muss den Verkehr aber weiterhin aufmerksam beobachten und jederzeit eingreifen können.
Nach den eigenen Fahrten von Cheftester Achim Mörtl überließ er auch seiner Tochter Lena das Steuer. Ihre Perspektive war besonders beim Umgang mit BlueCruise und bei der Bedienung des Kuga interessant. Ein Familienauto wird schließlich selten nur von einer Person gefahren.
Vom sportlichen Crossover zum vielseitigen Familienauto
Die erste Generation des Kuga leitete ihre Gestaltung von der Studie Ford iosis X ab und folgte dem damaligen Kinetic Design. Ausgeprägte Radhäuser, eine ansteigende Fensterlinie und eine insgesamt kompakte Erscheinung bestimmten seinen Charakter. Mit rund 4,44 Metern Länge blieb das Modell deutlich unter den Abmessungen des heutigen Kuga.
Mit der zweiten Generation wuchsen Platzangebot und internationale Ausrichtung. Die dritte Generation folgte 2019 auf der C2 Architektur und führte erstmals ein breites Angebot elektrifizierter Antriebe ein. Neben konventionellen Motorisierungen standen zeitweise Mildhybrid, Vollhybrid und Plug in Hybrid zur Wahl.

Das 2024 eingeführte Facelift veränderte vor allem die Front. Der Kühlergrill wurde neu gezeichnet, das Ford Emblem rückte in seine Mitte und eine horizontale Lichtleiste verbindet optisch die schmaleren Scheinwerfer. Die Seitenansicht blieb gestreckt, die Fensterflächen vergleichsweise großzügig.
Die BlueCruise Edition setzt zusätzliche Akzente. Unser Testwagen trägt Vapor Blue Metallic, ein schwarzes Dach, schwarze Außenspiegel und dunkel ausgeführte Elemente im unteren Karosseriebereich. Matrixscheinwerfer mit durchgehender Lichtsignatur gehören ebenso zur Ausstattung wie eigene Einstiegsleisten und eine Innenausstattung in Anthrazit und Blau. Serienmäßig fährt die Edition auf 19 Zoll Rädern, unser Fahrzeug besitzt die optionalen 20 Zoll Leichtmetallräder.
Der Kuga bleibt gestalterisch zurückhaltend. Seine Größe wird nicht durch unnötig schwere Formen betont, die hohe Gürtellinie lässt dennoch keinen Zweifel an seiner Einordnung als SUV. Die Übersicht nach vorne und zur Seite ist gut, nach schräg hinten schränken die breiten Dachsäulen den Blick etwas ein. Die 360 Grad Kamera erleichtert das Rangieren und unterstützt auch beim Heranfahren an einen Anhänger.
Viel Platz und eine sinnvoll verschiebbare Rückbank
Der Kuga misst 4.622 Millimeter in der Länge, 1.882 Millimeter in der Breite und 1.682 Millimeter in der Höhe. Mit ausgeklappten Außenspiegeln wächst die Breite auf 2.177 Millimeter. Der Radstand beträgt 2.710 Millimeter.
Vorne finden auch große Fahrer ausreichend Bewegungsraum. Sitz und Lenkrad lassen sich weit verstellen, die erhöhte Position bietet einen guten Überblick, ohne dass man zu weit vom Fahrgeschehen entfernt sitzt. Der Fahrersitz der BlueCruise Edition ist elektrisch einstellbar und besitzt eine Memory Funktion. Der Beifahrersitz wird manuell verstellt. Beide Vordersitze sind beheizbar.
Das Raumangebot im Fond gehört zu den wesentlichen Qualitäten des Kuga. Auch hinter weit zurückgeschobenen Vordersitzen bleibt ausreichend Beinfreiheit. Erwachsene können dort auf längeren Strecken vernünftig sitzen, wobei die Innenbreite für zwei Personen deutlich besser passt als für drei.

Die Rückbank lässt sich längs verschieben, ihre Lehnenneigung ist ebenfalls verstellbar. Dadurch kann der verfügbare Raum zwischen Passagieren und Gepäck verteilt werden. Unter der Gepäckraumabdeckung stehen je nach Sitzposition zwischen 395 und 536 Liter zur Verfügung. Bis zum Dach sind es zwischen 420 und 628 Liter. Werden die Rücksitze umgelegt, wächst das Ladevolumen auf maximal 1.517 Liter. Die größte Ladelänge beträgt 1.688 Millimeter.
Die Bandbreite der Herstellerangabe muss richtig eingeordnet werden. Die maximalen 536 Liter setzen eine nach vorne geschobene Rückbank voraus und verringern damit die Beinfreiheit im Fond. Mit Erwachsenen auf allen Plätzen liegt das nutzbare Volumen näher am unteren Wert. Die Variabilität ist dennoch praktisch, weil sie sich ohne Ausbau einzelner Sitze nutzen lässt.
Die elektrische Heckklappe öffnet und schließt auf Wunsch über eine Fußbewegung. Unser Fahrzeug besitzt außerdem eine Gepäckraumwendematte, deren abwischbare Seite sich für nasse oder verschmutzte Ausrüstung eignet.

Ein Vollhybrid für Fahrer ohne eigene Lademöglichkeit
Der Kuga FHEV AWD kombiniert einen 2,5 Liter großen Vierzylinder Benzinmotor mit einem Elektromotor, einem Generator und einer Lithium Ionen Batterie. Der Verbrennungsmotor arbeitet nach dem Atkinson Prinzip, bei dem ein hoher Wirkungsgrad wichtiger ist als maximale spezifische Leistung.
Die Systemleistung beträgt 134 kW beziehungsweise 183 PS. Ford nennt kein maximales Systemdrehmoment, da die Höchstwerte der beiden Antriebsmaschinen nicht dauerhaft gleichzeitig anliegen und daher nicht einfach addiert werden können. Die Kraftübertragung erfolgt über ein leistungsverzweigtes, stufenloses Automatikgetriebe und einen automatisch zuschaltenden Allradantrieb.
Die Hochvoltbatterie besitzt eine Kapazität von 1,1 kWh. Sie kann nicht extern geladen werden und dient als laufender Energiespeicher des Hybridsystems. Beim Verzögern gewinnt der Kuga Bewegungsenergie zurück, beim Anfahren und Beschleunigen wird diese wieder eingesetzt. Je nach Ladezustand, Temperatur und Leistungsbedarf fährt das Fahrzeug kurze Abschnitte mit abgeschaltetem Benzinmotor.

Eine elektrische Reichweite weist Ford für den Vollhybrid nicht aus. Das System versucht auch nicht, die Batterie über eine längere Strecke vollständig zu entladen. Es wechselt selbstständig zwischen elektrischem Fahren, kombinierter Leistung und Rekuperation.
Gerade im Stadtverkehr funktioniert dieses Zusammenspiel überzeugend. Der Kuga setzt sich häufig elektrisch in Bewegung und bleibt bei geringer Last erstaunlich lange im lautlosen Betrieb. Schaltet sich der Benzinmotor zu, geschieht das meist unauffällig. Auch der Wechsel zurück in den elektrischen Betrieb erfolgt ohne störende Übergänge.
Bei Achim´s Stadtfahrten zeigte der Bordcomputer einen elektrischen Streckenanteil von rund 65 Prozent an. Lena erreichte auf ihrer Runde bis zu 68 Prozent. Dieser Wert beschreibt nicht den Anteil der elektrischen Energie am Gesamtverbrauch und auch keine zusammenhängende elektrische Reichweite. Er zeigt, auf welchem Teil der zurückgelegten Strecke der Verbrennungsmotor ausgeschaltet blieb. Dazu zählen neben dem rein elektrischen Antrieb auch entsprechende Rollphasen.
Niedriger Verbrauch im gemischten Betrieb
Auf unserer kombinierten Stadt und Landstraßenrunde zeigte der Bordcomputer 5,2 Liter je 100 Kilometer an. Auf der Autobahn waren es bei konstanten 130 km/h 6,4 Liter. Ford nennt für den Kuga FHEV AWD je nach Ausstattung einen kombinierten WLTP Verbrauch zwischen 5,7 und 6,4 Litern.
Die von uns ermittelten Werte wurden nicht über mehrere Tankfüllungen nachgemessen. Sie zeigen dennoch, in welchem Bereich sich der Vollhybrid bei normalen Alltagsfahrten bewegt. Besonders gut nutzt er seine Technik im Stadtverkehr und auf Strecken mit wechselndem Tempo, weil dort regelmäßig Energie zurückgewonnen und anschließend wieder für den elektrischen Antrieb eingesetzt werden kann.
Auf der Autobahn sinkt der elektrische Anteil deutlich. Bei konstantem Tempo läuft der Benzinmotor über längere Zeit, wodurch der Verbrauchsvorteil des Hybridsystems kleiner wird. Die gemessenen 6,4 Liter bei 130 km/h bleiben für ein 1.765 Kilogramm schweres SUV mit Allradantrieb allerdings in Ordnung.
Der Tank fasst 54 Liter. Daraus ergibt sich auch ohne besonders defensive Fahrweise eine gute Reichweite, ohne dass der Fahrer Ladepausen oder eine eigene Lademöglichkeit einplanen muss.

183 PS für den Alltag
Der Kuga beschleunigt laut Ford in 8,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 196 km/h. Die Leistung reicht für den vorgesehenen Einsatz vollständig aus. Der Elektromotor unterstützt beim Anfahren unmittelbar, auch auf der Landstraße steht beim Herausbeschleunigen genügend Kraft zur Verfügung.
Der Antrieb vermittelt seine Leistung gleichmäßig. Klassische Schaltvorgänge entfallen, weil das Getriebe seine Übersetzung stufenlos anpasst. Bei normaler Belastung hält sich der Vierzylinder akustisch im Hintergrund. Erst bei kräftiger Beschleunigung oder an längeren Steigungen steigt die Drehzahl deutlich an.
Dabei entwickelt sich die Motordrehzahl nicht immer parallel zur Geschwindigkeit. Dieses Verhalten gehört zur Konstruktion des Antriebs und dürfte für Fahrer mit einem konventionellen Automatikgetriebe zunächst ungewohnt sein. Der Kuga bleibt bei höherer Belastung jedoch frei von störenden Schaltrucken oder groben Lastwechseln.
Das große Schaltwahlrad auf der Mittelkonsole ist gut erreichbar und benötigt wenig Platz. Seine Bedienung ist nach kurzer Eingewöhnung unkompliziert. Beim Abstellen des Motors wechselt das Getriebe automatisch in die Parkstellung.

Allradantrieb und 2.100 Kilogramm Anhängelast
Der Allradantrieb arbeitet automatisch und verteilt bei Bedarf einen Teil der Antriebskraft an die Hinterachse. Im normalen Straßenbetrieb bleibt seine Tätigkeit weitgehend unbemerkt. Sein Nutzen liegt vor allem auf nasser oder winterlicher Fahrbahn, beim Anfahren auf losem Untergrund und im Anhängerbetrieb.
Der Kuga FHEV AWD darf bis zu 2.100 Kilogramm gebremst ziehen. Ungebremst sind 750 Kilogramm erlaubt, die Stützlast beträgt 100 Kilogramm. Damit eignet sich das Fahrzeug grundsätzlich auch für größere Wohnwagen oder schwere Pferdeanhänger.
Die Anhängerkupplung unseres Testwagens lässt sich elektrisch unter dem Heck ausfahren und bei Nichtgebrauch wieder verstauen. Der Totwinkelassistent kann einen Anhänger berücksichtigen und seinen Überwachungsbereich entsprechend erweitern. Auch die Navigation bietet Funktionen für den Anhängerbetrieb und kann ungeeignete Strecken nach Möglichkeit vermeiden.
Ein Test mit vollständig ausgelastetem Anhänger war nicht Bestandteil unserer Fahrten. Die hohe Anhängelast erweitert den Einsatzbereich des Kuga erheblich, eine Bewertung seiner Fahrstabilität mit einem 2,1 Tonnen schweren Anhänger wäre jedoch nur nach einem eigenen Gespanntest seriös möglich.
Fahrwerk mit sauberer Abstimmung
Der Kuga reagiert präzise auf Lenkbewegungen und bleibt auch bei einem zügigeren Richtungswechsel gut kontrollierbar. Die Karosserie neigt sich in Kurven, allerdings nicht stärker, als es bei einem Fahrzeug dieser Bauart zu erwarten ist. Die Lenkung arbeitet ausreichend direkt und vermittelt eine nachvollziehbare Verbindung zur Vorderachse.
Gleichzeitig bleibt der Federungskomfort erhalten. Trotz der optionalen 20 Zoll Räder werden Unebenheiten ordentlich verarbeitet. Kurze Fahrbahnschäden sind spürbar, führen aber nicht zu dauernder Unruhe. Auf längeren Bodenwellen bleibt der Aufbau gut kontrolliert.
Auch das Geräuschniveau passt zum Einsatz als Reiseauto. Windgeräusche treten bei Autobahntempo nicht unangenehm hervor, Abrollgeräusche bleiben auf glattem Asphalt zurückhaltend. Auf grobem Belag sind die großen Räder deutlicher zu hören. Der Benzinmotor wird vor allem dann präsent, wenn das Hybridsystem unter hoher Last arbeitet.
Mit einer unbeladenen Bodenfreiheit von 165 Millimetern ist der Kuga auch für leichtes Gelände bei Fahrten in den Outdoor-Bereich durchaus geeignet. Der Allradantrieb erhöht die Traktion, ersetzt aber keine entsprechende Geländebereifung.

BlueCruise entlastet auf langen Autobahnetappen
BlueCruise ist das zentrale Merkmal unserer Testversion. Auf dafür freigegebenen Autobahnabschnitten übernimmt das System die Längsführung und die Spurhaltung. Es regelt Geschwindigkeit und Abstand, bremst bei langsamer werdendem Verkehr und führt den Kuga innerhalb seiner Fahrspur.
Sobald alle Voraussetzungen erfüllt sind, informiert das Fahrzeug den Fahrer darüber, dass freihändiges Fahren zur Verfügung steht. Erst dann dürfen die Hände vom Lenkrad genommen werden. Der Blick muss weiterhin auf die Straße gerichtet bleiben. Eine Kamera beobachtet die Aufmerksamkeit des Fahrers und fordert ihn bei Ablenkung zum Reagieren auf.
Im Test arbeitete die Spurführung ruhig. Die Lenkkorrekturen erfolgten weich und ohne unnötige Bewegungen. Auch in längeren Autobahnkurven blieb der Kuga sauber positioniert. Der Wechsel zwischen normalem Assistenzbetrieb und freihändigem Fahren wurde klar angezeigt.
Trotzdem brauchte es zunächst Überwindung, die Hände tatsächlich vom Lenkrad zu nehmen. Nach vielen Jahren im Motorsport und unzähligen Testkilometern ist es selbstverständlich, die Kontrolle unmittelbar in der Hand zu behalten. Entsprechend blieben meine Hände auch bei aktiviertem BlueCruise griffbereit.
Mit zunehmender Fahrdauer entstand Vertrauen in die gleichmäßige Arbeitsweise. Der Vorteil liegt nicht darin, sich während der Fahrt mit anderen Dingen beschäftigen zu können. BlueCruise reduziert auf langen Strecken die laufenden kleinen Lenkkorrekturen und damit einen Teil der Belastung. Der Fahrer bleibt verantwortlich und muss jederzeit übernehmen können.
In der BlueCruise Edition wird die Funktion über eine Einmalzahlung freigeschaltet und steht laut Ford für mindestens sieben Jahre zur Verfügung. Die vernetzte Navigation ist ebenfalls enthalten.

BlueCruise aus Lenas Perspektive
Nach seinen eigenen Fahrten überließ Achim Lena das Steuer. Ihre erste Reaktion auf das freihändige Fahren unterschied sich nicht grundsätzlich von meiner, ihre Gewöhnung erfolgte allerdings schneller.
„Am Anfang ist es schon ein komisches Gefühl, die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Ich habe deshalb zuerst sehr genau darauf geachtet, wie der Kuga lenkt und ob er auch in Kurven sauber in seiner Spur bleibt. Und weil das überraschend ruhig und ohne ruckartige Bewegungen funktioniert, habe ich mich nach kurzer Zeit damit durchaus wohlgefühlt. Gerade auf längeren Autobahnfahrten kann ich mir das als angenehme Unterstützung vorstellen. Man darf aber nicht glauben, dass man sich deshalb mit anderen Dingen beschäftigen kann. Aufmerksam bleiben und jederzeit selbst übernehmen können, gehört weiterhin dazu.“
Nach dem Wechsel von der Autobahn in den Stadtverkehr fiel ihr außerdem auf, wie häufig der Kuga mit abgeschaltetem Benzinmotor unterwegs war. Der im Bordcomputer angezeigte elektrische Anteil von bis zu 68 Prozent machte die Arbeit des Vollhybrids unmittelbar sichtbar.
Diese zweite Perspektive ist für die Bewertung eines Familienautos durchaus relevant. Fahrer unterscheiden sich nicht nur durch ihre Erfahrung, sondern auch darin, wie selbstverständlich sie digitale Systeme annehmen. Entscheidend ist, dass die Technik ihren aktuellen Zustand verständlich kommuniziert und keine falsche Sicherheit erzeugt.
Klarer Innenraum mit zwei großen Displays
Vor dem Fahrer befindet sich ein digitales 12,3 Zoll Instrumentendisplay. In der Mitte des Armaturenbretts sitzt ein 13,2 Zoll großer Touchscreen mit Ford SYNC 4. Beide Anzeigen fügen sich ordentlich in das Cockpit ein und dominieren den Innenraum nicht unnötig.
Das Instrumentendisplay stellt Geschwindigkeit, Fahrinformationen, Hybridbetrieb und den Zustand der Assistenzsysteme übersichtlich dar. Gerade bei BlueCruise ist die klare Anzeige wichtig, weil der Fahrer jederzeit erkennen muss, ob das System aktiv ist und welche Aufgaben es übernimmt.
Über den zentralen Bildschirm werden Navigation, Medien, Telefon und zahlreiche Fahrzeugfunktionen bedient. Apple CarPlay und Android Auto funktionieren kabellos. Eine induktive Ladeschale, USB Anschlüsse vorne und zwei weitere USB C Anschlüsse hinten versorgen mobile Geräte.
Die BlueCruise Edition besitzt außerdem ein B&O Soundsystem mit 700 Watt, zehn Lautsprechern und einem Subwoofer. Die klangliche Abstimmung ist sauber, Stimmen bleiben verständlich und auch bei höherer Lautstärke entsteht kein unangenehm scharfes Klangbild.
Erfreulich sind die haptischen Tasten am Lenkrad. Sie lassen sich während der Fahrt bedienen, ohne den Blick lange von der Straße zu nehmen. Die Klimatisierung wird über eine dauerhaft sichtbare Fläche am unteren Rand des Touchscreens gesteuert. Das funktioniert im Alltag ordentlich, klassische Drehregler wären dennoch schneller zu erfassen.

Gute Ausstattung, jedoch viel Hartplastik
Der Innenraum punktet mit Platz, Sitzkomfort und funktionaler Gestaltung. Die Materialqualität hält mit dem Preis unseres Testwagens jedoch nicht überall Schritt. Vor allem an der Mittelkonsole, in den unteren Bereichen des Armaturenbretts und an den hinteren Türverkleidungen findet sich relativ viel Hartplastik.
Das ist in einem Familienauto grundsätzlich pflegeleicht und widerstandsfähig. Bei einem Preis von 60.350 Euro darf man dennoch sorgfältiger ausgewählte Oberflächen erwarten. Die Verarbeitung selbst gab im Test aber absolut keinen Anlass zur Kritik.
Die Polsterung in Anthrazit und Blau, das große Panorama-Schiebedach und die speziellen Details der BlueCruise Edition werten das Ambiente sichtbar auf. Die Sportsitze bieten vernünftigen Seitenhalt, ohne den Einstieg zu erschweren. Das Winter Paket ergänzt ein beheizbares Lenkrad und beheizbare äußere Rücksitze.
Preis und Ausstattung des Testwagens
Der Kuga FHEV AWD kostet in der BlueCruise Edition laut österreichischer Preisliste 56.550 Euro. Darin enthalten sind bereits BlueCruise, vernetzte Navigation, Matrixscheinwerfer, 360 Grad Kamera, elektrische Heckklappe, Fahrerassistenzpaket, B&O Soundsystem und die spezifische Ausstattung der Edition.
Unser Testwagen besitzt zusätzlich die elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung für 1.250 Euro, das Panorama-Schiebedach für 1.350 Euro, die 20 Zoll Leichtmetallräder für 600 Euro, das Winter Paket für 450 Euro und die Gepäckraumwendematte für 150 Euro. Daraus ergibt sich ein Gesamtpreis von 60.350 Euro.
Beworbene Einstiegspreise beginnen um rund 30.000 Euro und sind an Aktionen, Finanzierung und weitere Bedingungen gebunden und betreffen eine einfachere Motorisierung.
Fazit
Der Ford Kuga FHEV AWD erfüllt die Anforderungen an ein vielseitiges Familienauto sehr überzeugend. Sein Innenraum bietet auch Erwachsenen auf der Rückbank ausreichend Platz, der Kofferraum lässt sich über die verschiebbare Rückbank flexibel anpassen und die Anhängelast von 2.100 Kilogramm eröffnet einen großen Einsatzbereich.
Der Vollhybrid arbeitet besonders in der Stadt ruhig und effizient. Ein elektrischer Streckenanteil zwischen 65 und 68 Prozent zeigt, wie häufig der Benzinmotor unter günstigen Bedingungen abgeschaltet bleibt. Der von uns angezeigte Verbrauch von 5,2 Litern im gemischten Stadt und Landstraßenbetrieb bestätigt den Nutzen dieser Antriebsstrategie. Auch die 6,4 Liter bei 130 km/h auf der Autobahn sind angesichts von Gewicht, Größe und Allradantrieb vernünftig.
Fahrwerk, Lenkung und Geräuschkomfort passen zu einem Auto, das überwiegend im Alltag und auf längeren Reisen eingesetzt wird. BlueCruise erweitert diese Fähigkeiten um ein Assistenzsystem, das ruhig und verständlich arbeitet. Es entlastet den Fahrer, ohne ihn aus seiner Verantwortung zu entlassen.
Der wohl einzigste Kritikpunkt bleibt die Materialqualität im Innenraum. Bei mehr als 60.000 Euro sollte Ford insbesondere in den unteren Cockpitbereichen und an den Türverkleidungen höherwertige Oberflächen einsetzen.
Abseits davon ist der Kuga ein gut durchdachtes Auto mit einer breiten praktischen Begabung. Er kann Stadtverkehr, lange Autobahnetappen, Familienurlaub und schweren Anhängerbetrieb abdecken, ohne für eine dieser Aufgaben grundlegende Einschränkungen zu verlangen.

Technische Daten Ford Kuga FHEV AWD BlueCruise Edition
| Daten | Ford Kuga FHEV AWD |
|---|---|
| Motor | 2,5 Liter Vierzylinder Vollhybrid |
| Hubraum | 2.488 cm³ |
| Systemleistung | 134 kW / 183 PS |
| Systemdrehmoment | vom Hersteller nicht angegeben |
| Batterie | Lithium Ionen, 1,1 kWh |
| Getriebe | stufenlose Automatik |
| Antrieb | automatisch zuschaltender Allrad |
| Beschleunigung 0 bis 100 km/h | 8,3 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 196 km/h |
| WLTP Verbrauch | 5,7 bis 6,4 l/100 km |
| Testverbrauch Stadt und Land | 5,2 l/100 km |
| Testverbrauch Autobahn bei 130 km/h | 6,4 l/100 km |
| Tankinhalt | 54 Liter |
| Länge | 4.622 mm |
| Breite ohne Außenspiegel | 1.882 mm |
| Höhe | 1.682 mm |
| Radstand | 2.710 mm |
| Leergewicht | 1.765 kg |
| Kofferraum | 395 bis 536 Liter |
| Maximales Ladevolumen | 1.517 Liter |
| Anhängelast gebremst | 2.100 kg |
| Stützlast | 100 kg |
| Testwagenpreis | 60.350 Euro |






























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