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Škoda Epiq 55 Selection im Test: Wie viel Auto bekommt man fürs Geld?

Von Achim Mörtl | 2. November 2026

211 PS, 475 Liter Kofferraum und ein überraschend hoher Federungskomfort: Der Škoda Epiq 55 Selection bietet auf 4,17 Metern Länge erstaunlich viel Auto. Nach rund 500 Kilometern durch Kärnten zeigt sich, wo seine Stärken liegen und wie das Angebot preislich einzuordnen ist.

Wie gut funktioniert ein kompaktes Elektroauto als vollwertiges Alltagsfahrzeug? Beim Škoda Epiq wollte ich dieser Frage auf meinen gewohnten Strecken nachgehen. Dafür habe ich die Gelegenheit genutzt, einen Epiq 55 Selection bei Porsche Inter Auto / Porsche Klagenfurt auszuborgen und einige Tage durch Kärnten zu fahren.

Das Interesse galt vor allem der Kombination aus überschaubaren Außenmaßen, großzügigem Raumangebot und einem Preis, der den Epiq für einen breiteren Käuferkreis interessant machen könnte.

Preis und Ausstattung

Der österreichische Listenpreis des Epiq 55 Selection beträgt 36.880 Euro vor zusätzlichen Extras. Für Privatkunden sind bis 30. November 2026 insgesamt 6.900 Euro an Boni möglich, womit sich rechnerisch 29.980 Euro ergeben. Darin enthalten sind Family-, Finanzierungs-, Versicherungs- und Servicebonus; die jeweiligen Voraussetzungen und Vertragskosten müssen beim Angebotsvergleich berücksichtigt werden.

Der beworbene Einstiegspreis der Baureihe von 19.980 Euro inklusive aller möglichen Boni gilt hingegen für den Epiq 35 mit kleiner Batterie und 116 PS. Beim getesteten Selection umfasst die Ausstattung unter anderem 18-Zoll-Leichtmetallräder, Navigation mit 13-Zoll-Display, Rückfahrkamera, schlüssellosen Zugang, Travel Assist und eine abnehmbare Anhängerkupplung.

Viel Platz auf kompakter Grundfläche

Eine der wesentlichen Stärken des Epiq ist seine Raumausnutzung. Auf gerade einmal 4,17 Metern Länge bietet er ein ordentliches Platzangebot für die Passagiere. Auch im Fond bleibt erfreulich viel Kopffreiheit. Der Kofferraum fasst 475 Liter. Mit umgeklappten Rücksitzlehnen wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.345 Liter. Dazu kommt ein 25 Liter großes Staufach unter der Fronthaube. Dort lässt sich beispielsweise das Ladekabel unterbringen, das damit auch bei voll beladenem Kofferraum erreichbar bleibt.

Mit dem VW ID. Polo teilt sich der Epiq die technische Plattform. Škoda setzt allerdings auf ein höher gebautes Fahrzeugkonzept mit entsprechend großzügigem Raumangebot. Wer regelmäßig Gepäck, Einkäufe oder Sportausrüstung transportiert, bekommt damit einen handfesten Mehrwert. Die gebremste Anhängelast von bis zu 1.200 Kilogramm erweitert die Einsatzmöglichkeiten zusätzlich.

211 PS und präzise Lenkung

Der Elektromotor an der Vorderachse leistet 155 kW beziehungsweise 211 PS und entwickelt 290 Nm Drehmoment. Für den Sprint von null auf 100 km/h nennt Škoda 7,1 Sekunden. Das sind durchaus attraktive Fahrleistungen für ein Auto dieser Klasse.

Im Alltag lässt sich der Epiq entsprechend zügig und unkompliziert bewegen. Besonders gut gefällt mir die Lenkung: Sie vermittelt ein gutes Gefühl fürs Fahrzeug, setzt Lenkbefehle präzise um und lässt eine klare Verbindung zum Auto entstehen. Auf kurvenreichen Straßen kann man den kompakten Škoda sauber positionieren.

Diese Eigenschaften tragen wesentlich dazu bei, dass man sich am Steuer schnell wohlfühlt. Der Epiq fährt sich handlich und verlangt wenig Eingewöhnung.

Die Federung überrascht

Noch positiver als erwartet fällt der Federungskomfort aus. Für ein kompaktes Fahrzeug dieser Klasse wirkt die Abstimmung dabei ausgesprochen hochwertig. Gerade auf den täglichen Wegen ist das ein wesentliches Qualitätsmerkmal. Unterschiedliche Fahrbahnbeläge, Ausbesserungen und Unebenheiten zeigen recht schnell, wie sorgfältig ein Fahrwerk abgestimmt wurde. Der Epiq hinterlässt hier einen angenehm komfortablen Eindruck.

Zusammen mit der präzisen Lenkung ergibt sich ein stimmiges Fahrverhalten. Die kompakten Abmessungen machen ihn handlich, der Federungskomfort sorgt dafür, dass auch längere Fahrten angenehm bleiben.

Unauffälliger Übergang beim Bremsen

An der Hinterachse verwendet der Epiq Scheibenbremsen, während Elroq und Enyaq dort mit Trommelbremsen ausgerüstet sind. Scheibenbremse auf der Hinterachse sollen ja nicht wirklich ein Nachteil sein, speziell bei längeren Bergabfahrten mit härteren Bremsmanövern oder Anhängelast haben sie einfach Vorteile.

Im Fahrbetrieb kommt es darauf an, wie sich die Verzögerung dosieren lässt und wie gut Rekuperation und hydraulische Bremse zusammenarbeiten. Der Übergang geht beim Epiq in Ordnung und ist im normalen Betrieb kaum spürbar.

17,3 kWh im Alltagstest

Die verbaute Batterie bietet eine Bruttokapazität von 55 kWh, davon sind laut österreichischer Preisliste 51,7 kWh nutzbar. Während der rund 500 Kilometer durch Kärnten lag unser angezeigter Durchschnittsverbrauch bei 17,3 kWh auf 100 Kilometer, wobei hier ein gesunder Mix aus Autobahn, Landstraße und Stadtbetrieb gewählt wurde.

Aus der nutzbaren Batteriekapazität und diesem Verbrauch ergibt sich rechnerisch eine Reichweite von rund 300 Kilometern. Eine vollständige Reichweitenfahrt, weil dann meist eh in irgendeine Richtung optimiert, war nicht Teil des Tests. Wie weit man tatsächlich kommt, hängt unter anderem von Temperatur, Streckenprofil, Geschwindigkeit und Heizung ab. Die 17,3kWh waren der Durchschnittsverbrauch über die gesamte Kilometeranzahl und somit auch ein Abbild des täglichen Lebens.

An einer geeigneten Gleichstrom-Ladesäule kann der Epiq 55 laut Hersteller mit bis zu 105 kW laden, bei unseren Test zeigte die Ladesäule in beiden Fällen rund 100kW an.

Innenraum und Software: Gute Materialien, übersichtliche Bedienung

Auch im Innenraum hinterlässt der Epiq einen für diese Fahrzeugklasse hochwertigen Eindruck. Weiche Oberflächen am Armaturenbrett und gepolsterte Kontaktflächen tragen zur angenehmen Materialanmutung bei. Unterschiedliche Strukturen lockern die Gestaltung auf. Hartkunststoff gibt es ebenfalls, etwa an Teilen der Türverkleidungen. Insgesamt wirkt die Materialauswahl aber sorgfältig zusammengestellt.

Im Mittelpunkt steht das 13-Zoll-Infotainment mit einem neuen, Android-basierten System. Škoda hat die Grafik und die Bedienoberfläche überarbeitet. Eine klar gegliederte Startseite, individuell belegbare Favoriten und eine zentrale Suche sollen den Zugriff auf Fahrzeugfunktionen, Einstellungen und Anwendungen erleichtern. Das Smartphone lässt sich über Apple CarPlay oder Android Auto kabellos einbinden.

Erfreulich ist, dass wichtige Funktionen weiterhin über separate haptische Tasten erreichbar bleiben. Ins Lastenheft gehört jedoch der Lautstärke-Slider unter dem Bildschirm und vereinzelt auch die Sprachbedienung. Die Digitalisierung hat die Bedienung damit an einigen Stellen verbessert, lässt aber weiterhin Raum für praktischere Lösungen.

Über die MyŠkoda-App lassen sich zudem unter anderem der Ladezustand kontrollieren, Ladevorgänge steuern und der Innenraum vor der Abfahrt klimatisieren. Gerade bei einem Elektroauto sind das nützliche Funktionen für den täglichen Einsatz

Fazit

Der Škoda Epiq 55 Selection überzeugt durch sein Raumangebot, die präzise Lenkung und vor allem den überraschend guten Federungskomfort. Dazu kommen kräftige Fahrleistungen und eine Ausstattung, die viele Anforderungen im Alltag bereits abdeckt. Stellt man Ausstattung, Platz und Fahreigenschaften gegenüber, ergibt sich aber ein durchaus attraktives Gesamtpaket.

Nach rund 500 Kilometern ist für mich vor allem der Fahrkomfort ein überzeugendes Argument. Der Epiq bleibt kompakt und handlich, bietet zugleich viel Platz und fährt sich angenehm erwachsen. Damit kommt er auch für Menschen infrage, die mit einem einzigen Auto möglichst viele Aufgaben im Alltag erledigen möchten.

Škoda Epiq 55 Selection – die wichtigsten technischen Daten

MerkmalDaten
AntriebElektromotor,
Frontantrieb
Leistung155 kW / 211 PS
Drehmoment290 Nm
Beschleunigung 0–100 km/h7,1 s
Höchstgeschwindigkeit160 km/h
Batteriekapazität
brutto / netto
55 / 51,7 kWh
Reichweite nach WLTPbis zu 434 km
Durchschnittsverbrauch
im Test
17,3 kWh/100 km
Maximale Ladeleistung
AC / DC
11 / 105 kW
DC-Ladezeit 10–80 %ca. 24 Minuten
Länge / Breite / Höhe4.171 / 1.798 / 1.581 mm
Radstandca. 2,61 m
Kofferraumvolumen475–1.345 l
Staufach unter der Fronthaube25 l
Anhängelast gebremst / ungebremst1.200 / 750 kg
Listenpreis Österreich36.880 €
Preis bei Abzug aller genannten Boni29.980 €

Test und Text: Achim Mörtl. Testwagen: Škoda Epiq 55 Selection, bereitgestellt von Porsche Klagenfurt. Testumfang: rund 500 Kilometer durch Kärnten. Preisstand: November 2026.

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