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24h von LeMans 2027 – Ford kehr mit einem V8-Hypercar an die Sarthe zurück

Ein leeres Blatt Papier, exakt 24 Monate Entwicklungszeit und das härteste Langstreckenrennen der Welt als Ziel: Ford Racing biegt mit seinem WEC-Hypercar-Projekt auf die Zielgerade zur Rückkehr an die Sarthe ein. Nach der erfolgreichen Systemintegration bei Partner ORECA hat der neue Prototyp im August die ersten Härtetests auf der Rennstrecke absolviert.

Nach den historischen vier Gesamtsiegen in Serie von 1966 bis 1969 und dem GTE-Pro-Klassensieg zum Jubiläum 2016 greift der US-Hersteller ab 2027 wieder nach der Königsklasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft (FIA WEC).

Das technische Paket: 5,4-Liter-Saugmotor und Formel-1-Know-how

  • Antriebskonzept: Im Zentrum steht ein frei saugender 5,4-Liter-Coyote-V8, der vollständig in-house in Dearborn (Michigan) entwickelt wird. Er dient als direkter Technologieträger für Fords Performance- und GT-Programme.
  • Hybrid-Integration: Die Synchronisation des Saugmotors mit dem Hochvolt-Hybridsystem entstand in direkter Zusammenarbeit mit Red Bull Ford Powertrains.
  • Chassis-Basis: Das Prototypen-Chassis wurde gemeinsam mit ORECA in Frankreich aufgebaut und abgestimmt.

Testauftakt im August: Shakedown und Streckendebüt

Das On-Track-Programm begann am Mittwoch, dem 5. August, mit einem mehrtägigen Shakedown, bei dem alle Steuerungssysteme und Regelkreise erfolgreich aktiviert und validiert wurden.

  • Shakedown-Phase: Matt Campbell, Mike Rockenfeller und Tom Blomqvist begleiteten die anfängliche Systemaktivierung vor Ort.
  • Erster Streckentest: Am Montag, dem 17. August, übernahmen Matt Campbell und Logan Sargeant das Steuer für das offizielle Rollout-Programm, gefolgt von weiteren Testtagen mit Tom Blomqvist.
  • Fahrerkader für die Gesamtentwicklung: Neben den Testpiloten bilden Mike Rockenfeller, Sebastian Priaulx und Ex-Formel-1-Fahrer Logan Sargeant den Kern des Hypercar-Aufgebots.

Der Fahrplan bis zum WEC-Debüt 2027

Um die Boxen- und Einsatzmannschaft unter realen Rennbedingungen einzuspielen, bestreiten Mike Rockenfeller und Sebastian Priaulx 2026 die European Le Mans Series (ELMS) in der LMP2-Klasse. Parallel laufen die globalen Dauertests auf Rennstrecken in Europa und den USA.

Die technische Marschroute steht: Nach der erfolgreichen Systemintegration bei ORECA und den anstehenden Aerodynamik- sowie Dauertests bildet die LMP2-Saison 2026 das operative Fundament für die Einsatzmannschaft. Mit dem hauseigenen 5,4-Liter-Saugmotor, der Hybrid-Expertise von Red Bull und einem fahrerisch wie technisch breit aufgestellten Kader hat Ford Racing die Weichen gestellt, um 2027 in der FIA WEC vom ersten Renneinsatz an um den Gesamtsieg mitzufahren.


Die Geburtsstunde einer Obsession: Der Krieg gegen Ferrari und der Beginn einer Legende

Die Wurzeln dieses Traums liegen im Frühjahr 1963. Henry Ford II, Konzernchef und Enkel des legendären Firmengründers, stand kurz davor, Ferrari für 16 Millionen US-Dollar zu übernehmen. Im letzten Moment ließ Enzo Ferrari den Milliarden-Deal platzen, weil er die Kontrolle über seine Scuderia nicht abtreten wollte.

„The Deuce“ verließ Maranello gedemütigt – und fällte einen historischen Entschluss: „Baut mir einen Rennwagen, der Ferrari dort schlägt, wo es ihnen am meisten wehtut.“

Zusammen mit dem texanischen Rennkonstrukteur Carroll Shelby und dem kompromisslosen Test- und Rennfahrer Ken Miles entstand der GT40. Was folgte, ging in die Annalen des Rennsports ein:

Das Jubiläum 2016: Exakt 50 Jahre später feierte Ford mit dem Ford GT einen triumphalen LMGTE-Pro-Klassensieg – erneut im direkten Schlagabtausch mit Ferrari.

Der Triumph von 1966: Nach Rückschlägen und Entwicklungsnächten brach Ford Ferraris Dominanz. Mit einem legendären Dreifachsieg überquerte der GT40 Mk II im Formationsflug die Ziellinie – der erste Gesamtsieg eines US-Herstellers in Le Mans.

Vier Jahre Dominanz (1966–1969): 1967 siegten Dan Gurney und A.J. Foyt im rein amerikanischen „All-American“-Team; 1969 setzte Jacky Ickx mit einem Vorsprung von nur wenigen Metern das goldene Ausrufezeichen hinter vier Gesamtsiege in Folge.

Bilder © 2026 Ford Motor Company

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