Die Akropolis-Rallye Griechenland gilt traditionell als eine der härtesten Bewährungsproben im Kalender der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). Mehr als 320 Wertungskilometer auf stark beschädigten, tief zerfurchten Schotterpisten und extreme hochsommerliche Temperaturen verlangen den Teams und dem Material alles ab. Auch die Werksmannschaft von Lancia Corse HF musste das bitterlich erfahren. Einerseits galt, den neu entwickelten Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale unter den unbarmherzigsten Bedingungen der Saison auf losem Untergrund zu erproben und weiterzuentwickeln, andererseits war die Rallye auch für Wertung in der WRC2 von wichtiger Bedeutung.
Nach intensiver Vorarbeit, die das Team seit der vorangegangenen Rallye Portugal in das Schotter-Entwicklungsprogramm investiert hatte, untermauerten die Ergebnisse in Griechenland den deutlichen technischen Fortschritt des Fahrzeugs. Vor allem in Sachen Speed konnte man überzeugen, musste aber wie viele andere auch mit technischen Problemen kämpfen.

Die Klassement-Erfolge im Detail
Yohan Rossel und Arnaud Dunand zeigten in der Anfangsphase der Rallye herausragende Zwischenzeiten, und konnten sich trotz des massiven Handicaps, als erstes WRC2-Fahrzeug die Spur für die nachfolgenden Konkurrenten freifahren zu müssen, Kontakt auf Podiumskurs halten. Ein Motorproblem auf der zehnten Wertungsprüfung (SS10) führte zu einem vorzeitigen Ende.
Sein Bruder Léo Rossel und Guillaume Mercoiret, in Griechenland erstmals im Lancia am Start, sicherten sich nach einer kämpferischen und fehlerfreien Leistung den sechsten Gesamtrang. Leo Rossel, der nach einer Pause auf diesen Untergrund zurückkehrte, konnte den Speed der Schnellsten zwar nicht mitgehen, steigerte seine Pace jedoch kontinuierlich und beendete die auf P6, knapp vor Teamkollegen Pablo Sarrazin.
Für Sarrazin bedeutete das Erreichen des Ziels bei dieser anspruchsvollen Schotterrallye das bis dato erfolgreichste Resultat seiner noch jungen Karriere in der Weltmeisterschaft.
Auf der 14. Prüfung (SS14), schied auch die US-amerikanische Paarung Conner Martell und Alessandro Gelsomino vorzeitig aus. Bei ihrem ersten Weltmeisterschafts-Auftritt im Ypsilon Rally2 mussten sie nach einen Überschlag abstellen.
In Summe nicht das erwünschte Teamergebnis, jedoch die Erkenntnis, daß man auch auf groben Schotter den Speed der Besten halten kann.

Fokus auf den Asphalt-Klassiker in Rom
Trotz der technisch bedingten Ausfälle zieht die Teamführung eine positive Bilanz aus dem harten Wochenende. Die gesammelten Telemetriedaten und die Performance der im Ziel angekommenen Fahrzeuge bestätigen die Konkurrenzfähigkeit des Ypsilon Rally2 HF Integrale auf losem Boden.
„Die Akropolis verlangt Mechanikern und Crews alles ab“, erklärt Teamchef Didier Clément. „Nach viel harter Arbeit seit Portugal haben wir auf Schotter enorme Fortschritte erzielt. Yohan Rossel hat trotz seiner Startposition bewiesen, wie schnell unser Auto ist. Léo Rossel zeigte ein vielversprechendes Niveau und Conner Martell hat bei seinem ersten Auftritt auf diesem Level absolut überzeugt. Das gibt uns berechtigte Hoffnungen für die nächsten Aufgaben.“
Eine Pause gibt es für die Mannschaft nicht: Bereits in der kommenden Woche wechselt Lancia Corse HF das Terrain und startet in der FIA European Rally Championship (ERC). Bei der traditionsreichen Rally di Roma Capitale tritt das Werksteam auf den anspruchsvollen Asphaltstraßen rund um Rom an. Neben Yohan Rossel wird dort Nikolay Gryazin am Steuer sitzen, um die Performance des neuen Lancia auf festem Untergrund unter Beweis zu stellen.
Hier ist das Ergebnis der WRC2-Wertung bei der Akropolis-Rallye Griechenland:
| POS | DRIVER / CO-DRIVER | TOTAL TIME |
|---|---|---|
| 1 | Robert VIRVES / Jakko VIILO | 03:46:30.8 |
| 2 | Andreas MIKKELSEN / Jørn LISTERUD | 03:47:33.2 |
| 3 | Alejandro CACHÓN / Borja ROZADA | 03:48:34.0 |
| 4 | Roope KORHONEN / Anssi VIINIKKA | 03:49:24.1 |
| 5 | Diego DOMÍNGUEZ / Rogelio PEÑATE | 03:50:13.9 |
| 6 | Léo ROSSEL / Guillaume MERCOIRET | 03:50:41.4 |
| 7 | Pablo SARRAZIN / Yannick ROCHE | 03:51:00.0 |
| 8 | Jan SOLANS / Rodrigo SANJUAN | 03:52:51.7 |
| 9 | Mattéo CHATILLON / Maxence CORNUAU | 03:53:33.6 |
| 10 | Yuki YAMAMOTO / James FULTON | 03:54:28.4 |















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