Highspeedfestival rund um Jyväskylä endet mit dem Heimsieg von Sami Pajari und bietet eine Rallyeshow auf allerhöchsten Niveau. Zudem prägten extrem wechselhafte Wetterbedingungen, schwere Unfälle der Spitzenreiter und sowie meisterhafte Serviceleistungen der Teams die Jubiläumsausgabe der Rallye Finnland. Am Ende feierte der 24-jährige Lokalmatador Sami Pajari seinen zweiten WRC-Sieg in Folge – während Toyota das Gesamtergebnis trotz eines schweren Rückschlags für Sébastien Ogier dominierte.
Dass die Rallye Finnland mit ihren enormen Durchschnittsgeschwindigkeiten keinen Raum für Fehler lässt, bestätigte sich am Samstagnachmittag auf der 17. Wertungsprüfung. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Sébastien Ogier und sein langjähriger Beifahrer Julien Ingrassia das Klassement seit Freitagfrüh kontrolliert. Ein schwerer Unfall beendete jedoch die Fahrt des Toyota-Duos. Nach einer Vorsichtsüberwachung im Krankenhaus konnten beide das Hospital am Sonntagmorgen unverletzt verlassen, doch der Kampf um den Sieg war damit neu geordnet.

30 Minuten Reparaturzeit als Schlüssel zum Erfolg
Besonders deutlich wurde die Vielseitigkeit des Rallyesports in den Serviceparks der Teams. Elfyn Evans, am Samstagmorgen noch Gesamtzweiter, überschlug sich dreimal und beschädigte seinen Toyota GR Yaris Rally1 erheblich. Die Toyota-Mechaniker schafften das Kunststück, das Fahrzeug innerhalb des regulären 30-minütigen Servicefensters voll einzusatzfähig zu machen – inklusive des Tauschs von Stoßfängern, Motorhaube, Heckklappe und Aufhängungskomponenten. Evans dankte es mit einer starken Sonntagsleistung, sicherte sich mit 0,025 Sekunden Vorsprung die Maximalpunkte auf der Power Stage und baute seine Führung in der Fahrer-Weltmeisterschaft auf 30 Punkte aus.
An der Spitze übernahm Sami Pajari die Führung. Zwei Wochen nach seinem Premierensieg in Estland verwaltete der junge Finne am Sonntag auf den anspruchsvollen Passagen von Himos-Jämsä seinen Vorsprung souverän und siegte mit 26,7 Sekunden vor Markenkollege Oliver Solberg. Es war der 200. Sieg eines finnischen Fahrers in der Geschichte der Rallye-Weltmeisterschaft – ein historischer Meilenstein passend zum 75-jährigen Bestehen der Veranstaltung.

Rückschläge bei Hyundai und solide M-Sport-Ausbeute
Für das Hyundai-Team verlief das Wochenende enttäuschend. Nach einem vielversprechenden Auftakt kostete ein heftiger Regenschauer am Freitag Adrien Fourmaux über anderthalb Minuten durch Aquaplaning. Trotz starker Zeiten an den Folgetagen und kleinerer Hindernisse am Sonntag – darunter eine Ablenkung durch ein Insekt im Cockpit – reichte es für den Franzosen nur zu Rang vier. Thierry Neuville kämpfte sich nach einer beschädigten Aufhängung am Freitag noch auf den fünften Gesamtrang nach vorne. Esapekka Lappi war nach einem Überschlag am Freitag bereits frühzeitig wegen eines beschädigten Überrollkäfigs ausgeschieden.
| Pos. | Fahrer / Beifahrer | Fahrzeug | Zeit / Abstand |
|---|---|---|---|
| 1 | S. Pajari / M. Salminen | Toyota GR Yaris Rally1 | 2:27:58,0 Std. |
| 2 | O. Solberg / E. Edmondson | Toyota GR Yaris Rally1 | +26,7 s |
| 3 | E. Evans / S. Martin | Toyota GR Yaris Rally1 | +1:19,5 min |
| 4 | A. Fourmaux / A. Coria | Hyundai i20 N Rally1 | +1:35,9 min |
| 5 | T. Neuville / M. Wydaeghe | Hyundai i20 N Rally1 | +3:52,5 min |
| 6 | T. Katsuta / A. Johnston | Toyota GR Yaris Rally1 | +4:18,2 min |
| 7 | J. McErlean / E. Treacy | Ford Puma Rally1 | +4:32,7 min |
| 8 | J.-M. Latvala / J. Hänninen | Toyota GR Yaris Rally2 | +8:25,5 min |
M-Sport Ford brachte alle drei Puma Rally1 ins Ziel, angeführt von Josh McErlean auf Platz sieben. Ein Achtungserfolg gelang zudem Toyota-Teamchef Jari-Matti Latvala, der in einem GR Yaris Rally2 den Gesamtrang acht belegte und die WRC2-Klasse gewann.
Vor der anstehenden Südamerika-Tour (Paraguay und Chile) liegt Toyota in der Hersteller-Wertung nun mit 514 Punkten deutlich vor Hyundai (340 Punkte).
| Pos. | Fahrer | Punkte (inkl. Rallye Finnland) |
|---|---|---|
| 1 | Elfyn Evans | 201 |
| 2 | Sami Pajari | 171 |
| 3 | Takamoto Katsuta | 160 |
| 4 | Oliver Solberg | 156 |
| 5 | Sébastien Ogier | 139 |
| 6 | Adrien Fourmaux | 129 |
| 7 | Thierry Neuville | 125 |






















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