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Škoda Peaq 90x Sportline im Test: Wie viel Premium darf es sein?

299 PS, Allradantrieb und sieben Sitzplätze: Der neue Škoda Peaq erweitert das Angebot der Marke nach oben. Achim Mörtl hat den 90x Sportline im Alltag getestet. Mit bemerkenswertem Federungskomfort, gutem Lenkgefühl und praktischen Details sammelt er Punkte. Beim Bremsgefühl bleibt Raum für Feinarbeit.

Warum sollte man dieses Auto kaufen? Diese Frage ging beim Abholen des Škoda Peaq bei Porsche Inter Auto in Klagenfurt zunächst an Verkäuferin Gabriele Haferkamp. Ihre Argumente: Preis-Leistungs-Verhältnis, Raumangebot, bis zu sieben Sitzplätze und Komfort. Dazu ein Innenraum, mit dem Škoda einen höheren Anspruch verfolgt, als es die Rolle der vernünftigen Konzernalternative lange vermuten ließ.

Das ist ein konkreter Ausgangspunkt für einen Test. Zumal ein Peaq 90x Sportline mit großer Batterie, Allradantrieb und einigen Extras bereits deutlich über 70.000 Euro kostet. In dieser Preislage reicht der Hinweis auf großzügige Platzverhältnisse allein nicht. Materialqualität, Federung, Bedienung und Antrieb müssen ebenfalls überzeugen.

Viel Platz, aber die richtige Zahl zählt

Mit rund 4,87 Metern Länge und knapp drei Metern Radstand bietet der Peaq die Voraussetzungen für ein geräumiges Familienauto. Das Raumgefühl ist entsprechend großzügig, die optionale dritte Sitzreihe erweitert die Einsatzmöglichkeiten auf sieben Personen.

Bei den Kofferraumangaben lohnt es sich allerdings, Fünf- und Siebensitzer auseinanderzuhalten. Als Fünfsitzer bietet der Peaq 935 Liter, bei umgelegter Rückbank maximal 2.150 Liter. Die siebensitzige Ausführung unseres Testwagens kommt bei versenkter dritter Reihe auf 935 Liter und bei umgelegter zweiter und dritter Reihe auf 2.075 Liter. Sind alle sieben Plätze in Verwendung, bleiben 299 Liter.

Die zusätzliche Sitzreihe beansprucht somit auch im zusammengeklappten Zustand etwas Raum. Dafür lässt sich das Auto je nach Bedarf für mehr Passagiere oder mehr Gepäck nutzen. Wer regelmäßig zu fünft reist, muss die hintersten Sitze nicht ständig verwenden, hat sie bei Bedarf aber dabei.

Weitere 37 Liter stehen unter der Fronthaube zur Verfügung. Dieser Frunk ist besonders für die Ladekabel praktisch: Sie bleiben zugänglich, auch wenn der hintere Gepäckraum bereits mit Taschen und Koffern gefüllt ist.

Sportline mit Suedia und DCC

Der Sportline setzt im Innenraum auf Sportsitze mit integrierten Kopfstützen sowie eine Kombination aus Stoff, Suedia und Kunstleder namens Techtona. Auch Teile der Armaturentafel und der Türverkleidungen sind mit Suedia bezogen. Das Mikrofaser-Material prägt die Anmutung des Cockpits und trägt gemeinsam mit den weich ausgeführten Oberflächen zum hochwertigen Eindruck bei.

Die österreichische Sportline-Ausstattung umfasst unter anderem elektrisch verstellbare Vordersitze mit Memoryfunktion, Matrixscheinwerfer und die dynamische Dämpferregelung DCC. Gerade Letztere erweist sich im Fahrbetrieb als wesentlicher Bestandteil des Komfortangebots.

Ein aufwendiges Extra ist das Panoramaglasdach. Seine über 2,1 Quadratmeter große Fläche lässt sich in neun Bereichen elektrisch verschatten. Škoda nennt das System Dynamic Shade Control. Flüssigkristalle verändern dabei die Lichtdurchlässigkeit des Glases, ein mechanisches Sonnenrollo wird dadurch überflüssig. Die einzelnen Bereiche lassen sich über das Infotainment oder das Bedienfeld am Dachhimmel steuern.

Komfort trotz 21 Zoll Räder

Schon auf den ersten Metern fällt die Ruhe im Fahrzeug auf. Der Antrieb bleibt akustisch im Hintergrund, die Innengeräusche sind gering. Das passt zum sorgfältig ausgeführten Innenraum und setzt sich beim Abrollen fort.

Obwohl unser Testwagen auf 21-Zoll-Rädern steht, federt der Peaq überaus komfortabel. Kleine Wellen und Unebenheiten werden vom DCC-Fahrwerk souverän aufgenommen. Auf schlechteren Straßen bleibt diese Fähigkeit besonders angenehm: Der große Škoda verlangt keine glatte Fahrbahn, um seinen Komfortanspruch einzulösen.

Auch bei höherem Tempo auf kurvigen Straßen hält die Abstimmung stand. Die rund 2,4 Tonnen Fahrzeuggewicht lassen sich dabei durchaus spüren, die Seitenneigung bleibt jedoch im Rahmen. Der Aufbau wird ausreichend kontrolliert, ohne dass die Dämpfung im normalen Fahrbetrieb unnötig straff wirken würde.

Gut gefällt die Lenkung. Um die Mittellage ist kein störendes Spiel festzustellen, Lenkbefehle werden sauber umgesetzt. Dazu kommen ein angenehmer Widerstand und eine brauchbare Rückmeldung. Der Peaq lässt sich dadurch recht exakt auf der gewünschten Linie führen.

Damit gelingt eine weite Spreizung zwischen komfortablem Reisen und zügiger Fahrt. Für ein großes Familien-SUV ist diese Abstimmung schlüssig.

Die Dosierbarkeit überzeugt

Der 90x kombiniert zwei Elektromotoren mit Allradantrieb und einer maximalen Systemleistung von 220 kW beziehungsweise 299 PS. Die große Batterie hat 91 kWh Bruttokapazität, davon stehen 86 kWh zur Nutzung bereit.

Die Leistung reicht im Alltag bei Weitem aus. Entscheidender als der Wert auf dem Datenblatt ist allerdings, wie sie sich abrufen lässt. Hier überzeugt der Peaq mit einer sehr guten Dosierbarkeit über das Gaspedal. Kleine Änderungen der Pedalstellung führen zu gut kontrollierbaren Änderungen des Vortriebs.

Das erleichtert gleichmäßiges Fahren ebenso wie das gezielte Beschleunigen am Kurvenausgang. Der Allradantrieb bringt die Leistung sauber auf die Straße und bietet auf rutschigem Untergrund gute Traktion. Gerade beim ganzjährigen Einsatz in Kärnten ist das ein handfestes Argument für den 90x.

Bremsgefühl mit Verbesserungspotenzial

Weniger unmittelbar wirkt die Bremse. Über das Pedal kommt vergleichsweise wenig Rückmeldung, der Zusammenhang zwischen Pedaldruck und gewünschter Verzögerung könnte klarer ausfallen. Das Bremsgefühl erscheint etwas entkoppelt.

Der Übergang zwischen elektrischer Energierückgewinnung und hydraulischer Bremse ist im Test hingegen kaum wahrnehmbar. Hier muss man die beiden Eindrücke auseinanderhalten: Die Zusammenarbeit der Systeme funktioniert unauffällig, die Rückmeldung am Pedal dürfte dennoch präziser sein.

Praktisch sind die über Lenkradpaddles anwählbaren Rekuperationsstufen. Die Verzögerung beim Lupfen des Gaspedals lässt sich damit rasch an Streckenverlauf und Gefälle anpassen.

Was Simply Clever im Alltag bringt

Manche der kleinen Škoda-Lösungen kennt man seit Jahren. Der Regenschirm in der Tür gehört dazu. Andere fallen erst dann positiv auf, wenn man sie tatsächlich verwendet. Der steckbare Tisch für die Mittelkonsole ist ein solches Detail. Bei einer Pause schafft er schnell eine brauchbare Ablage oder einen kleinen Arbeitsplatz. Anschließend lässt er sich wieder verstauen.

Die Alu-Fixierelemente im Kofferraum erfüllen einen ebenso einfachen wie sinnvollen Zweck. Kleinere Gepäckstücke lassen sich damit gegen Verrutschen sichern. Gerade in einem großen Laderaum ist das hilfreich, weil einzelne Taschen sonst viel Bewegungsfreiheit haben.

Zum angenehmen Alltagseindruck trägt auch das Head-up-Display bei. Wichtige Fahrinformationen bleiben im direkten Blickfeld. Die Software reagiert im Test schnell, die Bedienung geht einfach von der Hand.

Verbrauch und Ladekurve aus dem Test

Unser Testverbrauch lag bei 19,8 kWh pro 100 Kilometer. Topografie, Geschwindigkeit und Fahrprofil beeinflussen diesen Wert erheblich; als Ergebnis unserer Alltagsfahrten liefert er dennoch einen brauchbaren Anhaltspunkt.

Rechnerisch entsprechen 86 kWh nutzbarer Batteriekapazität bei diesem Verbrauch rund 434 Kilometern. Das ist eine rechnerische Reichweite über die gesamte nutzbare Kapazität, keine separat ausgefahrene Reichweitenmessung.

Für die große Batterie nennt die österreichische Preisliste bis zu 175 kW DC-Ladeleistung. Der Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent wird mit rund 28 Minuten angegeben. An Wechselstrom sind bis zu 11 kW möglich.

Beim eigenen Ladestopp zeigte die Säule zwischen 145 und 160 kW, wobei sich die Leistung bis zu einem Ladestand von 76 Prozent auf diesem Niveau hielt. Diese über einen längeren Abschnitt gleichmäßige Ladeleistung ist im Reisebetrieb wertvoll. Einen vollständigen Vergleich mit der Werksangabe von zehn auf 80 Prozent erlaubt die Beobachtung ohne entsprechend dokumentierten Start- und Endpunkt allerdings nicht.

Ab 49.980 Euro, der Testwagen deutlich darüber

Der österreichische Einstiegspreis beträgt 49.980 Euro. Dafür gibt es den Peaq 60 mit Heckantrieb, 204 PS und der kleineren Batterie mit 63 kWh brutto beziehungsweise 59 kWh netto.

Mit der großen Batterie beginnt das Angebot beim Selection 90 mit 286 PS und Heckantrieb um 61.190 Euro. Der Selection 90x mit Allrad und 299 PS kostet ab 64.190 Euro. Für den Sportline werden mit Heckantrieb 66.690 Euro, als 90x mindestens 69.690 Euro fällig.

Panoramaglasdach, 21-Zoll-Räder und Siebensitzerpaket erhöhen den Listenpreis des 90x Sportline auf 73.459,20 Euro. Weitere Extras wie Lackierung oder Relax-Paket kommen gegebenenfalls hinzu. Grundlage ist die österreichische Preisliste, Ausgabe Juni 2026, ohne individuelle Nachlässe.

Das ist eine beträchtliche Summe. Dafür bietet der Peaq in dieser Konfiguration aber auch viel: sieben Sitzplätze, Allradantrieb, eine große Batterie und vor allem einen hohen Federungskomfort. Die Materialanmutung und die umfangreiche Ausstattung stützen den Anspruch, mit diesem Auto weiter oben im Markt mitzuspielen.

Gabriele Haferkamps Kaufargument Komfort hat sich im Test besonders deutlich bestätigt. Hinzu kommen die präzise Lenkung, der fein dosierbare Antrieb und praktische Details, die im Alltag tatsächlich verwendet werden. Beim Bremsgefühl bleibt ein Kritikpunkt. Wer ein großes Familien- oder Reiseauto sucht, hat damit jedenfalls genügend konkrete Gründe für eine Probefahrt.

Škoda Peaq 90x Sportline – technische Daten

MerkmalDaten
AntriebElektro, zwei Motoren,
Allradantrieb
Maximale Systemleistung220 kW / 299 PS
Batterie brutto / netto91 / 86 kWh
Ladeleistung DC / ACbis zu 199 / 11 kW
Ladezeit 10–80 %ca. 28 Minuten lt Hersteller
Länge / Radstandca. 4,87 / 2,97 m
Sitzplätze5, optional 7
Kofferraum als Siebensitzer299 / 890 / maximal 2.075 Liter;
zusätzlich 37 Liter Frunk
Verbrauch im Alltagstest19,8 kWh/100 km
Österreichischer Listenpreisab 69.690 Euro; mit Panorama,
21 Zoll und sieben Sitzen 73.459,20 Euro

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