Beim vorletzten Saisonlauf der Formel-E-Weltmeisterschaft in London sichert Taylor Barnard, nachdem er sich von P12 bis auf P5 vorarbeiten konnte, der Marke DS Automobiles mit Rang fünf ein historisches Punktekonto. Maximilian Günther betreibt vom Ende des Feldes Schadensbegrenzung.
LONDON, 16. August. Das ExCeL-Messegelände in den Londoner Docklands bietet eine einzigartige Kulisse für den Rennsport, der Wechsel zwischen dem griffigen Hallenboden und dem rauen Freiluftasphalt verlangt zudem eine hohe Napssungsfähigkit aller Akteure, Fahrer wie auch des gesamten Technikteams. Für den französischen Hersteller DS Automobiles, Gewinner von 4 Weltmeisterschaften in den elf Jahren und der mit diesem Wochenende seine Werkspräsenz nach elf Jahren beschließt, stand der Renntag ganz im Zeichen eines statistischen Meilensteins.
Maßgeblichen Anteil daran hatte Taylor Barnard. Der Brite, der das Rennen vom zwölften Startplatz in Angriff genommen hatte, demonstrierte ein ökonomisch wie taktisch diszipliniertes Vorgehen. Das Zusammenspiel aus termingerechter Aktivierung des verpflichtenden Schnellladevorgangs („Pit Boost“) und der gezielten Freigabe der Zusatzleistung im sogenannten Attack Mode bildete das Fundament seines Vormarschs.

Eine von einer Neutralisation per Full Course Yellow geprägte Rennphase nutzte Barnard konsequent aus, um Positionen gutzumachen. Als Sechster abgewinkt, rückte der Nachwuchsfahrer infolge einer nachträglichen Zeitstrafe gegen einen Konkurrenten auf den fünften Rang vor. Die dafür gutgeschriebenen zehn Zähler schrauben das Gesamtkonto von DS Automobiles in der Formel E auf 2005 Punkte. In der seit 2014 ausgetragenen Meisterschaft hat bislang kein anderer Konstrukteur diese Schwelle erreicht. Barnard sprach im Anschluss nüchtern von einem der mannschaftlich geschlossensten Auftritte des Jahres, wenngleich das Rennglück während der Gelbphase eine Rolle gespielt habe.
Ein kontrastierendes Bild bot sich in der zweiten Garage des Teams DS Penske. Maximilian Günther war nach dem Qualifying, in welchem er die Hinterachse seines FE25 beleidigte, lediglich von Rang 19 gestartet. Im Verlauf der 37 Rennrunden machte der Deutsche sieben Plätze gut, verfehlte als Zwölfter die Punkteränge jedoch knapp. Eine Verzögerung beim zeitgleichen Boxenstopp beider Fahrzeuge während der Gelbphase verhinderte ein besseres Abschneiden.
Vor dem 154. und finalen Einsatz am Sonntagnachmittag steht für die Equipe aus Versailles fest, dass sie die Meisterschaft als statistisch erfolgreichste Marke verlässt. Vier Gesamttitel, 18 Laufsiege und 55 Podiumsplatzierungen stehen vor dem letzten Auftritt in den Büchern. Das sportliche Ziel für den zweiten Lauf der Londoner Doppelveranstaltung bleibt pragmatisch umrissen: eine bessere Ausgangslage im Qualifying zu schaffen, um die elfjährige Ära in den Punkterängen zu beschließen.











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