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Hyundai Staria Electric: Der Großraumstromer kommt als Bus und Kastenwagen

Hyundai elektrifiziert den Staria und verbindet seine außergewöhnliche Raumarchitektur mit 800-Volt-Technik, 84-kWh-Batterie und bis zu 450 Kilometern Reichweite. Neben dem sieben- und neunsitzigen Bus bringt Hyundai auch einen vollelektrischen Kastenwagen für den europäischen Markt.

Der Hyundai Staria war schon bisher eine Autos, dessen Konzept sich nicht über modische Etiketten erklären musste. Seine Länge von 5,25 Metern, die beiden seitlichen Schiebetüren und die weit nach vorne gezogene Kabine machen unmissverständlich klar, worum es geht: um möglichst viel nutzbaren Raum auf einer definierten Grundfläche. Nun erhält diese Idee den Antrieb, der besonders gut zu ihr passt.

Der neue Staria Electric fährt rein elektrisch, leise und lokal emissionsfrei. Das ist bei einem Fahrzeug, das als Familienauto, Hotel-Shuttle, Großraumtaxi oder Lieferwagen eingesetzt werden kann, mehr als eine technische Pflichtübung. Gerade im städtischen Verkehr, bei häufigem Stop-and-go und langen täglichen Einsatzzeiten spielt der elektrische Antrieb seine Vorteile aus: keine Schaltvorgänge, geringe Vibrationen und ein gleichmäßiger Kraftaufbau.

Hyundai bietet den Staria Electric in Österreich als neunsitzigen Bus in der Comfort Line, als siebensitzigen Prestige Line VIP und als dreisitzigen, N1-homologierten Kastenwagen an. Die technische Basis ist bei allen Varianten identisch.

Die Stärke eines globalen Konzerns

Mit dem Staria Electric bringt Hyundai seine technologische Stärke nun auch in das Segment der Großraumfahrzeuge und leichten Nutzfahrzeuge. Gemeinsam mit Kia und Genesis bildet Hyundai die Hyundai Motor Group, den nach Absatz drittgrößten Automobilkonzern der Welt. Mehr als sieben Millionen verkaufte Fahrzeuge pro Jahr, eine breite internationale Produktionsstruktur und hohe Entwicklungskompetenz bei Batterien, Elektroantrieben und 800-Volt-Systemen bilden eine entsprechend starke Basis.

Diese Größe zeigt sich beim Staria Electric nicht durch oberflächliche Effekte, sondern an den entscheidenden technischen Punkten: 84-kWh-Batterie, 800-Volt-Architektur, kurze Ladezeiten und ein Antrieb, der gleichermaßen für den privaten wie für den gewerblichen Einsatz ausgelegt wurde. Hyundai greift dabei auf die Erfahrungen aus seiner Ioniq-Baureihe zurück und überträgt eine bereits bewährte Elektrotechnik auf ein Fahrzeug, bei dem Reichweite, Ladegeschwindigkeit und zuverlässige Nutzung besonders wichtig sind.

Damit wächst auch die elektrische Modellpalette der Marke in die Breite. Hyundai beschränkt die Elektromobilität nicht auf klassische Pkw, SUV und leistungsstarke Derivate, sondern erschließt zunehmend jene Segmente, in denen Fahrzeuge besonders intensiv genutzt werden. Gerade im Shuttle-, Familien- und Lieferbetrieb kann der elektrische Antrieb seine wirtschaftlichen und funktionalen Vorteile deutlich ausspielen.

800 Volt im Großraumsegment

Für den Antrieb sorgt ein Permanentmagnet-Synchronmotor mit 160 kW, entsprechend 218 PS, und 350 Newtonmetern Drehmoment. Die Kraft wird über ein einstufiges Getriebe an die Vorderräder übertragen. Damit beschleunigt der Kastenwagen in 8,6 Sekunden von null auf 100 km/h, die schwereren Busvarianten benötigen 9,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt einheitlich bei 184 km/h.

Entscheidender als diese Fahrleistungen ist die elektrische Architektur. Hyundai stattet den Staria Electric mit einer 84-kWh-Batterie und einem 800-Volt-System aus. Eine solche Spannungsebene war bisher vor allem aus den Modellen Ioniq 5, Ioniq 6 und Ioniq 9 bekannt. In einem Großraumfahrzeug beziehungsweise leichten Nutzfahrzeug ist sie nach wie vor eine Besonderheit.

An einer entsprechend leistungsfähigen Gleichstromsäule soll sich die Batterie unter optimalen Bedingungen in rund 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent laden lassen. An einem 50-kW-Lader dauert derselbe Vorgang ungefähr 80 Minuten. Das dreiphasige AC-Laden erfolgt mit bis zu 11 kW; für zehn bis 100 Prozent nennt Hyundai rund siebeneinhalb Stunden.

Die hohe Ladeleistung ist bei diesem Fahrzeugtyp kein nebensächlicher Prospektwert. Ein Shuttle-Unternehmen, Zustelldienst oder Handwerksbetrieb kann mit kurzen Standzeiten tatsächlich mehr anfangen als mit einer besonders spektakulären Beschleunigung. Auch auf einer Familienreise verliert der Staria damit einen Teil jenes Zeitnachteils, der große Elektrofahrzeuge bisher begleiten konnte.

Bis zu 450 Kilometer Reichweite

Der elektrische Kastenwagen erreicht laut WLTP bis zu 450 Kilometer und kommt auf einen kombinierten Normverbrauch von 20,7 kWh je 100 Kilometer. Für den sieben- und neunsitzigen Bus weist das technische Datenblatt jeweils 430 Kilometer sowie 21,8 kWh je 100 Kilometer aus.

Das sind angesichts der Abmessungen und der großen Stirnfläche beachtliche Werte, bleiben aber naturgemäß von Beladung, Geschwindigkeit und Außentemperatur abhängig. Gerade auf der Autobahn wird die hohe Karosserie mehr Energie verlangen als im gemischten Normzyklus. Im regionalen Shuttle-, Pendel- oder Lieferverkehr kann die Kombination aus großer Batterie, Rekuperation und schnellem Nachladen dagegen gut funktionieren.

Hyundai hebt zudem hervor, dass die 800-Volt-Architektur wiederholte Schnellladevorgänge mit geringer Wärmeentwicklung ermöglichen soll. Ein entsprechendes Batterie- und Thermomanagement soll die Lade- und Antriebsleistung auch bei hoher Belastung stabil halten. Das ist besonders für gewerbliche Nutzer wichtig, deren Fahrzeuge nicht nur gelegentlich Langstrecke fahren, sondern regelmäßig hohe Tagesfahrleistungen absolvieren.

Ein Innenraum, der das Äußere bestimmt

Die Form des Staria folgt Hyundais sogenanntem „Inside-out“-Ansatz. Ausgangspunkt ist nicht die äußere Silhouette, sondern der benötigte Innenraum. Daraus entstanden die hohe Dachlinie, der lange Radstand von 3,27 Metern, die niedrige Fensterlinie und die großen Glasflächen.

Das Ergebnis ist eine Karosserie, die sich deutlich von einem konventionellen Van absetzt. Der Staria trägt seine Größe offen zur Schau, wirkt durch die stark geneigte Frontscheibe und die bogenförmig verlaufende Dachlinie jedoch weniger kantig als viele Fahrzeuge dieses Formats. Die elektrische Variante erhält eine weitgehend geschlossene Front und das charakteristische, horizontal über die gesamte Fahrzeugbreite gezogene Lichtband.

Mit 5.253 Millimetern Länge, 1.997 Millimetern Breite und knapp zwei Metern Höhe bleibt der Staria Electric trotz seines Platzangebots noch parkhaustauglich. Sein Wendekreis von 11,96 Metern fällt für ein Fahrzeug dieser Dimension überraschend kompakt aus.

Die großen Glasflächen sorgen nicht nur für einen eigenständigen Auftritt, sondern auch für gute Sichtverhältnisse und einen hellen Innenraum. Breite Schiebetüren auf beiden Seiten sowie eine großzügige Hecköffnung erleichtern den Einstieg und das Beladen. Der Ladeanschluss befindet sich an der Front und ist damit an unterschiedlich aufgebauten Ladestationen gut erreichbar.

Digitale Anzeigen, aber weiterhin physische Bedienung

Im Cockpit stehen zwei 12,3 Zoll große Anzeigen für Instrumentierung und Infotainment bereit. Hyundai behält für häufig verwendete Funktionen physische Bedienelemente bei. Das erleichtert die Bedienung während der Fahrt und ist besonders in einem Fahrzeug sinnvoll, das auch von wechselnden Fahrern professionell eingesetzt werden dürfte.

In den höheren Ausstattungslinien befindet sich der Shift-by-Wire-Wählhebel an der Lenksäule. Dadurch bleibt in der Mittelkonsole mehr Platz für Ablagen. Over-the-Air-Updates und vernetzte Funktionen zur Kontrolle von Ladezustand und Klimatisierung gehören ebenfalls zum Konzept.

Zur Sicherheitsausstattung zählen je nach Version Notbrems-, Spurhalte- und Spurfolgeassistent, adaptiver Tempomat mit Stop-and-go-Funktion, Totwinkel- und Querverkehrsassistent sowie Kameras und Parksensoren. Gerade bei einem knapp zwei Meter breiten und mehr als 5,25 Meter langen Fahrzeug sind diese Systeme keine bloße Komfortzugabe.

Neun Sitze für Familie und Shuttle-Betrieb

Der neunsitzige Staria Electric Comfort Line richtet sich an große Familien, Vereine, Hotels und professionelle Personenbeförderer. Trotz dreier Sitzreihen nennt Hyundai ein Kofferraumvolumen von 831 Litern, das sich durch die variable Nutzung des Innenraums auf bis zu 1.303 Liter erweitern lässt.

Der ebene Fahrzeugboden und die großzügigen Abmessungen schaffen in allen Sitzreihen ausreichend Kopf- und Beinfreiheit. Die beiden seitlichen Schiebetüren erleichtern den Einstieg auch auf engen Parkplätzen oder in dicht verbauten städtischen Bereichen.

Der Elektroantrieb verbessert zudem die akustischen Bedingungen im Innenraum. Besonders im professionellen Shuttle-Betrieb ist das von Bedeutung: Gespräche zwischen den Passagieren werden weniger von Motorgeräuschen überlagert, gleichzeitig reduziert der vibrationsarme Antrieb die Belastung für den Fahrer während langer Arbeitstage.

Sieben Sitze mit VIP-Anspruch

Die siebensitzige Prestige Line VIP setzt einen anderen Schwerpunkt. Sie ist stärker auf den komfortorientierten Personentransport zugeschnitten und verfügt serienmäßig über elektrisch betätigte Schiebetüren und Heckklappe, Lederausstattung sowie elektrisch einstellbare und belüftete Relax-Sitze in der zweiten Reihe.

Der Aufwand zugunsten des Passagierkomforts wirkt sich auf den verbleibenden Gepäckraum aus. Je nach Sitzstellung stehen laut Datenblatt zwischen 117 und 431 Liter zur Verfügung. Damit richtet sich der Siebensitzer weniger an die klassische Großfamilie als an Hotels, Chauffeurdienste und Unternehmen, die ihren Fahrgästen in der zweiten Reihe ein besonders großzügiges Platzangebot bieten wollen.

Gerade in dieser Ausführung kommt die Grundidee des Staria besonders deutlich zum Ausdruck. Der Innenraum ist nicht lediglich mit möglichst vielen Sitzen gefüllt, sondern wird als Aufenthaltsraum verstanden. Große Fensterflächen, eine niedrige Gürtellinie und die weitgehend offene Raumstruktur unterstützen diesen Anspruch.

Der Kastenwagen als elektrisches Arbeitstier

Wirtschaftlich besonders interessant ist der dreisitzige Staria Electric Kastenwagen. Sein Laderaum ist 2.570 Millimeter lang, 1.367 Millimeter breit und bis zu 1.436 Millimeter hoch. Zwischen den Radkästen verbleiben 1.254 Millimeter. Das maximale Ladevolumen beträgt 4.935 Liter; drei Europaletten finden darin Platz.

Hyundai nennt eine Nutzlast von bis zu 1.040 Kilogramm. Zwei seitliche Schiebetüren sowie der Zugang über das Heck erleichtern das Be- und Entladen. Eine feste Stahltrennwand separiert die drei vorderen Sitzplätze vom Laderaum. Wahlweise sind eine große Heckklappe oder Doppelflügeltüren erhältlich.

Mit bis zu 2.000 Kilogramm gebremster Anhängelast eignet sich der Staria Electric außerdem für Aufgaben, die elektrischen Transportern lange Zeit nur eingeschränkt zugetraut wurden. Die Stützlast beträgt 100 Kilogramm, ebenso die zulässige Dachlast.

Damit zielt Hyundai nicht allein auf klassische Paketdienste. Der elektrische Staria kann für Handwerksbetriebe, Veranstaltungsunternehmen, mobile Serviceteams, Hotels oder den regionalen Werkverkehr interessant werden. Entscheidend ist dabei weniger die maximale Reichweite als die Frage, ob tägliche Fahrleistung, Ladeinfrastruktur und Standzeiten planbar sind.

Wo das gelingt, kann der Elektroantrieb seine niedrigen Geräusch- und Vibrationswerte sowie die direkte Leistungsabgabe sinnvoll in den Arbeitsalltag einbringen. Im Stop-and-go-Verkehr entfällt zudem das ständige Schalten oder Anfahren mit einer konventionellen Antriebseinheit. Das reduziert die Belastung des Fahrers und kann gerade bei hohen Tagesfahrleistungen einen spürbaren Unterschied ausmachen.

Strom für Werkzeug und Freizeit

Über die Vehicle-to-Load-Funktion kann der Staria externe Verbraucher mit bis zu 3,5 kW versorgen. Beim Bus lässt sich damit Camping- oder Freizeitausrüstung betreiben, beim Kastenwagen können Werkzeuge und elektrische Geräte direkt am Einsatzort mit Energie versorgt werden.

Im Laderaum ist dafür eine 230-Volt-Steckdose vorgesehen; zusätzlich steht ein externer V2L-Adapter zur Verfügung. Für den Kastenwagen kostet das V2L-Paket 900 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Beim neunsitzigen Bus ist die Funktion Bestandteil des optionalen Comfort-Plus-Pakets, das darüber hinaus unter anderem Navigation, 360-Grad-Kamera, Autobahnassistent und Totwinkelmonitor umfasst.

Damit wird die große Batterie nicht ausschließlich zum Fahren genutzt. Für Handwerker, Veranstaltungstechniker oder Betreiber mobiler Arbeitsplätze kann der Staria Electric auch als Energiequelle dienen. Im Freizeitbereich lassen sich beispielsweise Kühlgeräte, Beleuchtung oder andere elektrische Verbraucher versorgen.

Preise in Österreich

Der Hyundai Staria Electric ist in Österreich bereits bestellbar. Der neunsitzige Bus startet als Comfort Line bei 69.990 Euro. Die siebensitzige Prestige Line VIP kostet 89.990 Euro. Beide Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer, NoVA und Transportkosten.

Der Kastenwagen beginnt bei 51.650 Euro netto beziehungsweise 61.980 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Für die gewerblich ausgerichtete Variante bietet Hyundai ein dreijähriges Garantiepaket an.

Hyundai Staria ElectricKastenwagenBus, 9-SitzerBus, 7-Sitzer
Leistung160 kW/218 PS160 kW/218 PS160 kW/218 PS
Drehmoment350 Nm350 Nm350 Nm
Batterie84 kWh84 kWh84 kWh
AntriebVorderradVorderradVorderrad
WLTP-Reichweite450 km430 km430 km
WLTP-Verbrauch20,7 kWh/100 km21,8 kWh/100 km21,8 kWh/100 km
DC-Laden 10–80 %ca. 20 Minutenca. 20 Minutenca. 20 Minuten
Beschleunigung 0–100 km/h8,6 Sekunden9,5 Sekunden9,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit184 km/h184 km/h184 km/h
Anhängelast gebremst2.000 kg2.000 kg2.000 kg
Lade-/Kofferraumvolumen4.935 Liter831–1.303 Liter117–431 Liter
Preis in Österreich51.650 Euro netto69.990 Euro89.990 Euro

Konsequente Erweiterung der Elektrostrategie

Mit dem Staria Electric überträgt Hyundai seine stärkste Ladetechnik in ein Fahrzeugsegment, in dem Reichweite, Ladezeit und Nutzwert unmittelbar über die wirtschaftliche Einsetzbarkeit entscheiden. Die 800-Volt-Architektur, bis zu 450 Kilometer WLTP-Reichweite und zwei Tonnen Anhängelast sind deshalb wichtiger als jede demonstrative Inszenierung des Elektroantriebs.

Vor allem der Kastenwagen erweitert die Position von Hyundai in Europa. Aus dem auffällig gezeichneten Großraumauto wird ein ernst zu nehmendes leichtes Nutzfahrzeug, das seinen elektrischen Antrieb nicht als Einschränkung behandelt. Der Staria Electric soll Personen oder Ladung transportieren, externe Geräte mit Strom versorgen und nach einer kurzen Ladepause weiterfahren.

Dass Hyundai diese Technik sowohl im komfortorientierten Siebensitzer als auch im gewerblich eingesetzten Kastenwagen anbietet, zeigt die inzwischen erreichte Breite des Konzerns. Elektromobilität wird hier nicht auf einzelne Prestige- oder Volumenmodelle begrenzt, sondern für sehr unterschiedliche Anforderungen nutzbar gemacht. Genau daran wird sich der Staria Electric im Alltag messen lassen müssen.

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