Die zweite Generation des Dacia Spring ist vollständig neu entwickelt, wächst deutlich in Breite und Länge und wird künftig in Europa produziert. Mit 82 PS, 27,5-kWh-LFP-Batterie und bis zu 250 Kilometern Reichweite bleibt Dacia bei einer bewusst einfachen technischen Auslegung. Die gesamte Modellpalette soll unter 20.000 Euro kosten.
Vergangene Woche hatte Achim bei einer Pre-Präsentation in Paris erstmals Gelegenheit, sich die zweite Generation des Dacia Spring genauer anzusehen. Und bereits beim ersten Rundgang wird deutlich, dass Dacia hier nicht einfach den bisherigen Spring weiterentwickelt hat. Der Name ist geblieben, technisch und konstruktiv handelt es sich dagegen um ein komplett neues Auto.
Der Spring basiert auf der neuen Kleinwagenplattform RG-EV der Renault Group, die auch beim neuen elektrischen Renault Twingo zum Einsatz kommt. Für Dacia ist das Modell gleichzeitig der Beginn einer größeren Elektrostrategie: Vier vollelektrische Fahrzeuge sind bis 2030 nach der im März präsentierten Roadmap angekündigt, der Spring ist das erste davon.
Auch die Produktion ändert sich. Während der bisherige Spring in China gebaut wurde, läuft die zweite Generation im Renault-Werk Novo Mesto in Slowenien vom Band. Dacia nutzt dabei erstmals neue Entwicklungsprozesse der Renault Group, mit denen die Entwicklungszeit eines Fahrzeugs auf weniger als zwei Jahre reduziert und gleichzeitig die Entwicklungskosten gesenkt werden sollen.

Deutlich gewachsen
Am stärksten fällt beim ersten Kontakt die Veränderung der Proportionen auf. Der bisherige Spring war mit seiner schmalen Karosserie und vergleichsweise großen Höhe klar als Kleinstwagen erkennbar. Die zweite Generation steht wesentlich breiter auf der Straße und wirkt dadurch erwachsener.
In der Länge legt der Spring um 15,4 Zentimeter zu, in der Breite beträgt der Zuwachs mit Außenspiegeln 18,6 Zentimeter. Trotzdem bleibt er mit 3,855 Metern Länge und 1,737 Metern Breite ohne Außenspiegel ein sehr kompaktes Auto.
Auch formal orientiert sich der Spring stärker an der aktuellen Dacia-Modellfamilie. Eine kurze, relativ hohe Motorhaube, stärker ausgeprägte Radläufe und die vertikale Gestaltung von Front und Heck geben dem Auto mehr Präsenz und Robustheit. Vorne und hinten verbinden schwarze Zierleisten die Leuchten, die Lichtsignatur greift das Dacia-Link-Emblem auf.
Große Bereiche der Stoßfänger bestehen aus durchgefärbtem, strukturiertem Kunststoff. Kleine Kratzer sollen dadurch weniger auffallen. Auch die glänzend schwarzen Elemente an Front und Heck erhalten eine laserstrukturierte Oberfläche, um Gebrauchsspuren zu reduzieren. Das ist gerade bei einem Auto, das überwiegend im urbanen Bereich eingesetzt werden dürfte, eine durchaus sinnvolle Lösung.
Vier Außenfarben stehen zunächst zur Wahl: Agave, Gletscher-Weiß, Perlmutt-Schwarz und Schiefer-Grau, das mal nebenbei erwähnt.

82 PS und 175 Nm
Beim Antrieb gibt es für beide Ausstattungsversionen nur eine Leistungsstufe. Der Elektromotor leistet 60 kW beziehungsweise 82 PS und 175 Nm Drehmoment. Damit beschleunigt der Spring in 12,1 Sekunden von null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 130 km/h.
Die Energie liefert eine LFP-Batterie mit 27,5 kWh nutzbarer Kapazität. Dacia nennt eine kombinierte WLTP-Reichweite von bis zu 250 Kilometern. Der kombinierte Normverbrauch beträgt 12,7 kWh/100 km, im Stadtbereich darf auch ein Verrauch von 8-9kWh/100km erwartet werden.
Ein wichtiger Faktor dabei ist das Gewicht. Mit ab 1.212 Kilogramm gehört der Spring zu den leichtesten Elektroautos am Markt. Die vergleichsweise kleine Batterie reicht deshalb für eine Reichweite, die für den vorgesehenen Einsatzzweck durchaus interessant ist. Und Dacia hat dazu auch Daten der bisherigen Spring-Kunden ausgewertet. Diese fahren im Durchschnitt 34 Kilometer pro Tag, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ebenfalls 34 km/h. In 75 Prozent der Fälle wird zu Hause geladen.
Für einen überwiegend im Stadt- und Regionalverkehr eingesetzten Kleinwagen ergibt die Kombination aus kleiner Batterie, niedrigem Fahrzeuggewicht und entsprechend geringem Energieverbrauch damit durchaus Sinn. Wie niedrig der Verbrauch im reinen Stadtbetrieb tatsächlich ausfallen wird, muss ein Fahrtest zeigen. Aufgrund der technischen Voraussetzungen dürfte der Spring gerade dort seine besten Verbrauchswerte erzielen; eine offizielle WLTP-Stadtangabe allerdings noch nicht.
Bis 50 kW Gleichstrom
Bei der Ladetechnik unterscheidet Dacia zwischen der serienmäßigen und einer optionalen Lösung.
Expression und Journey besitzen grundsätzlich ein 3,7-kW-AC-Ladegerät. Dacia gibt für die Ladung von 15 auf 80 Prozent an einer Haushaltssteckdose rund neun Stunden an. Optional wird ein Schnellladepaket angeboten. Dieses umfasst ein 11-kW-AC-Ladegerät sowie 50 kW DC. An einer dreiphasigen 11-kW-Wallbox dauert die Ladung von 15 auf 80 Prozent 1 Stunde und 55 Minuten, am DC-Schnelllader sind dafür laut Hersteller 28 Minuten erforderlich.
Im Charge Pack ist außerdem eine V2L-Funktion enthalten. Damit lassen sich externe elektrische Verbraucher über das Fahrzeug versorgen, beispielsweise ein E-Bike-Akku oder kleinere Elektrogeräte.

337 Liter Kofferraum bei 3,86 Metern Länge
Durch die größeren Außenabmessungen gewinnt der neue Dacia Spring vor allem der Innenraum. Dacia spricht von einem der geräumigsten Innenräume im elektrischen A-Segment. Interessant dabei ist insbesondere der Kofferraum. 337 Liter stehen bei aufgestellten Rücksitzen zur Verfügung. Wird die im Verhältnis 50:50 geteilte Rückbank umgelegt, erhöht sich das Ladevolumen auf 1.283 Liter.
Zusätzlich kann ein 18 Liter großer Frunk unter der Motorhaube bestellt werden. Nach Angaben von Dacia ist der Spring damit derzeit das einzige Fahrzeug im A-Segment, das einen solchen zusätzlichen Stauraum anbietet. Für das Ladekabel ist das durchaus praktisch.
Mit einem Wenderadius von 4,95 Metern bleibt der Spring zudem klar auf den Einsatz in der Stadt zugeschnitten. Parksensoren hinten und eine elektrische Parkbremse sind in beiden Versionen serienmäßig, beim Journey gehört zusätzlich eine Rückfahrkamera zur Ausstattung.

Neues Cockpit mit 7- und 10,1-Zoll-Displays
Auch der Innenraum wurde vollständig neu gestaltet. Das Armaturenbrett ist horizontal aufgebaut und wirkt wesentlich breiter als beim bisherigen Modell. Serienmäßig gibt es ein digitales 7-Zoll-Kombiinstrument. Erfreulich ist, dass Dacia trotz der neuen Displays für wesentliche Funktionen weiterhin physische Bedienelemente und Drehregler verwendet.
Bei der Ausstattung Expression übernimmt das Smartphone einen Teil der Multimediafunktionen. Media Control verbindet das Telefon mit dem Fahrzeug, eine entsprechende Smartphone-Halterung befindet sich mittig auf dem Armaturenbrett. Radio, Medien und weitere Funktionen lassen sich über die Dacia-App bedienen.
Im Journey gehört Media Nav Live zur Serienausstattung. Hier sitzt ein 10,1-Zoll-Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts. Apple CarPlay und Android Auto werden kabellos eingebunden. Dazu kommen Navigation mit Echtzeit-Verkehrsinformationen, Ladeplanung, Vorkonditionierung des Innenraums und Fahrzeugortung. Dacia inkludiert für das Navigationssystem acht Jahre vernetzte Dienste.
Verbessert wurde auch die Sitzposition. Der Fahrersitz lässt sich verschieben und in der Höhe verstellen, das Lenkrad nun sowohl in Höhe als auch Tiefe.
Expression und Journey
Die Modellpalette bleibt übersichtlich. Es gibt lediglich die beiden Ausstattungen Expression und Journey, technisch jeweils mit 82 PS, 27,5-kWh-Batterie und zunächst 3,7-kW-AC-Lader.
Bereits der Expression erhält unter anderem 15-Zoll-Räder, Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorne, elektrische Außenspiegel, Parksensoren hinten, elektrische Parkbremse, das digitale Kombiinstrument, Media Control und die geteilt umklappbare Rückbank. Beim Journey kommen unter anderem 16-Zoll-Räder, Keycard Handsfree, Rückfahrkamera, der 10,1-Zoll-Bildschirm mit Media Nav Live sowie eine umfangreichere Innenausstattung hinzu.
Typisch für die jüngeren Dacia-Modelle sind außerdem die YouClip-Befestigungspunkte. Bis zu drei davon befinden sich serienmäßig im Fahrzeug, weitere können über die Kopfstützen ergänzt werden. Daran lassen sich unterschiedliche Zubehörteile wie Smartphone-Halterung, Taschenhaken, Ablagen oder eine kleine Taschenlampe befestigen.

Unter 20.000 Euro
Entscheidend für die Positionierung des Spring wird schließlich der Preis. Dacia kündigt an, dass die gesamte Modellpalette unter 20.000 Euro liegen wird, noch vor staatlichen Förderungen. Einen konkreten österreichischen Listenpreis nennt die aktuelle Pressemappe noch nicht. Damit bleibt der Spring eines der wenigen neuen Elektroautos, die preislich tatsächlich im klassischen Kleinwagensegment antreten sollen.
Für Dacia ist das ein wichtiger Schritt. Der bisherige Spring wurde seit seiner Einführung 2021 in mehr als 40 Ländern bereits über 210.000-mal verkauft. Gleichzeitig befindet sich die Marke selbst in einer deutlich stärkeren Position als bei der Einführung der ersten Generation. In Österreich wurden 2025 insgesamt 13.231 neue Dacia-Pkw zugelassen, der Marktanteil erreichte mit 4,6 Prozent einen neuen Höchststand. Sandero, Duster und Jogger lagen nach Herstellerangaben jeweils an der Spitze ihres Segments im Privatkundenmarkt.
Der neue Spring übernimmt nun viele Elemente, mit denen Dacia bei diesen Modellen erfolgreich geworden ist: ein klareres Design, ein ordentliches Raumangebot, überschaubare Modellvarianten und eine Ausstattung, die sich stärker am tatsächlichen Alltagsgebrauch orientiert.
Mit 82 PS und 250 Kilometern WLTP-Reichweite wird er kein Elektroauto für regelmäßige Langstreckenfahrten. Dafür ist er auch nicht entwickelt worden. Für Stadt, Pendelstrecken und regionale Mobilität bietet die Kombination aus 1.212 Kilogramm Gewicht, 27,5-kWh-Batterie, 337 Litern Kofferraum und einem Preis von weniger als 20.000 Eurojedoch eine ziemlich klare Positionierung.
Nach dem ersten Kennenlernen in Paris bleibt damit vor allem die Frage, ob sich diese Daten im Fahrbetrieb ebenso schlüssig darstellen. Genau das wird beim ersten ausführlichen Test zu klären sein.

Dacia Spring – Technische Daten
| Technische Daten | Neuer Dacia Spring |
|---|---|
| Antrieb | Elektro, Frontantrieb |
| Leistung | 60 kW / 82 PS |
| Drehmoment | 175 Nm |
| 0–100 km/h | 12,1 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 130 km/h |
| Batterie | LFP |
| Batteriekapazität nutzbar | 27,5 kWh |
| Reichweite WLTP kombiniert | bis 250 km |
| Verbrauch WLTP kombiniert | 12,7 kWh/100 km |
| AC-Laden Serie | 3,7 kW |
| AC-Laden optional | 11 kW |
| DC-Laden optional | 50 kW |
| DC 15–80 % | 28 min |
| AC 11 kW, 1 5–80 % | 1 h 55 min |
| Haushaltssteckdose 3,7 kW, 15–80 % | ca. 9 h |
| Länge | 3.855 mm |
| Breite ohne Außenspiegel | 1.737 mm |
| Wenderadius | 4,95 m |
| Kofferraum | 337 l |
| Kofferraum max. | 1.283 l |
| Frunk optional | 18 l |
| Leergewicht | ab 1.212 kg |
| Räder | 15 bzw. 16 Zoll |
| V2L | optional, im Charge Pack |
| Produktion | Novo Mesto, Slowenien |
| Ausstattungen | Expression / Journey |
| Listen-Preis | gesamte Modellpalette unter 20.000 € |

























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