MOTORWELT

JAECOO 7 PHEV – Unterwegs durch den Alpe-Adria-Raum

Nachdem ersten Kennenlernen rund um Klagenfurt und im urbanen Alltag, ging es mit dem JAECOO 7 PHEV auf mehreren hundert Kilometern quer durch den Alpe-Adria-Raum. Schnee, niedrige Temperaturen, längere Autobahnetappen, enge Bergstraßen und wechselnde Fahrprofile, also genau jene Bedingungen die man eben im Alltag, am Weg zur nächsten Berg- oder Skitour so vorfindet. Und für uns ein Test, wie schlüssig und funktional das Plug-in-Hybrid tatsächlich abgestimmt ist.

Bereits nach den ersten Kilometern wird schnell klar, dass das sogenannte Super Hybrid System nicht mit spektakulärer Leistungsentfaltung auffallen will, vielmehr ist es auf einen möglichst hohen elektrischen Fahranteil ausgelegt. Der Elektromotor übernimmt im Alltag einen großen Teil der Arbeit, der 1,5-Liter-Turbobenziner greift vor allem dort ein, wo höhere Last oder längere Etappen anliegen, oder spätesten dann, wann es gilt, eine Restreichweite in die Batterie zu laden.

Technisch kombiniert der JAECOO 7 einen 105 kW starken 1,5-Liter-TGDI-Benziner mit einem Elektromotor mit 150 kW und 310 Nm Drehmoment. Die Systemleistung liegt bei rund 205 kW beziehungsweise knapp 280 PS. Die Kraftübertragung erfolgt über ein spezielles DHT-Hybridgetriebe, das primär auf Effizienz und gleichmäßige Leistungsabgabe ausgelegt ist. 

Die 18,3-kWh-LFP-Batterie ermöglicht elektrische Reichweiten von rund 70 bis 90 Kilometern, abhängig von Temperatur, Fahrprofil und Topografie. Gerade auf ruhigeren Landstraßen oder im urbanen Bereich bewegt sich der SUV häufig rein elektrisch. Selbst unter winterlichen Bedingungen bleibt die elektrische Nutzung im Alltag relevant. Geladen wird mit bis zu 6,6 kW AC beziehungsweise maximal 40 kW DC, wodurch sich auch längere Etappen praktikabel organisieren lassen. 

Interessant wird das System, vor allem auch um ein Verständnis für die Wirkungsweise zu bekommen, vor allem auf längeren Passagen durch die Bergregionen der Alpe-Adria-Strecke.

Der Verbrenner arbeitet dabei nicht permanent als klassischer Hauptantrieb, sondern unterstützt das System dort, wo zusätzliche Leistung benötigt wird oder die Batterie aktiv nachgeladen werden soll. Gleichzeitig bleibt selbst bei niedrigem Ladezustand immer ein elektrischer Anteil verfügbar, wodurch der JAECOO auch mit fast leerer Batterie nicht wie ein klassischer Verbrenner wirkt.

Auch auf langen Steigungen oder schnelleren Passagen arbeitet das System insgesamt sehr harmonisch, auch das jeweilige Zu-und Abschalten des Benzins erfolgt homogen, was heißt, es reisst Dir dabei nicht gleich das Lenkrad aus der Hand. Die Systemleistung ist jederzeit ausreichend vorhanden, steht nie demonstrativ im Vordergrund, und ist für den Alltag bei weitem genügend.

Natürlich bleibt das Fahrzeuggewicht von rund 1,8 Tonnen, und man ist damit eh eher auf der leichteren Seite der SUV´s, spürbar, insbesondere auf engeren Bergstraßen oder bei schnellen Richtungswechseln kann man, sofern man es will, den Jaecoo 7 schon mal in Bedrängnis bringen. Das Fahrwerk ist komfortorientiert abgestimmt und passt damit gut zum Charakter des SUV. Geräuschniveau, Federungskomfort und die insgesamt ruhige Abstimmung funktionieren weitestgehend, erst wenn es richtig und durchgehend wellig wird, wäre ein besseres Ansprechverhalten ins Lastenheft zu schreiben.

Interessant entwickelt sich das Bild beim Verbrauch.

Mit voll geladener Batterie und hohem elektrischem Fahranteil sind Werte um 1 bis 2 Liter auf 100 Kilometer durchaus realistisch. Auf längeren Strecken ohne regelmäßiges Nachladen pendelt sich der Verbrauch, trotz winterlicher Bedingungen, Schnee, Bergstraßen und Autobahnanteilen, im Bereich von etwa 6 bis 7 Litern ein. Und das sind jetzt keine Laborwerte, vielmehr nachvollziehbare alltagstaugliche Verbrauchsdaten.

Und genau an diesem Punkt wird der JAECOO 7 im aktuellen Markt interessant.

Denn chinesische Hersteller wie Chery setzen mittlerweile nicht mehr nur auf aggressive Preise, sondern zunehmend auf komplette Gesamtpakete. Viel Ausstattung, moderne Hybridtechnik, hohe elektrische Alltagstauglichkeit und ein Preisniveau, bei dem europäische Hersteller oft erst mit umfangreichen Optionslisten beginnen.

Der JAECOO 7 steht in der Premium-Version bei rund 39.500 Euro im Markt und bringt bereits Features wie Head-up-Display, Panorama-Glasdach, belüftete Sitze, umfangreiche Assistenzsysteme und große Displays serienmäßig mit. Genau darin liegt aktuell die eigentliche Stärke vieler chinesischer Hersteller: weniger einzelne Highlights, sondern das Verhältnis zwischen Technik, Ausstattung und Preis.

Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigen mittlerweile auch die europäischen Zulassungszahlen. Vor allem in Großbritannien entwickelt sich der JAECOO 7 derzeit äußerst dynamisch und erreichte dort zeitweise sogar die Spitzenposition der Neuzulassungen. Auch in Israel zählt das Modell bereits zu den erfolgreichsten Fahrzeugen im Markt. 

Der JAECOO 7 vermittelt auf der langen Strecke durch den Alpe-Adria-Raum insgesamt den Eindruck eines Fahrzeugs, das weniger beeindrucken will als funktionieren. Genau das könnte sich im aktuellen Marktumfeld als ziemlich kluger Ansatz erweisen.

JAECOO 7 PHEV – Technische Daten
FahrzeugklasseC-SUV
Längeca. 4.500 mm
Breiteca. 1.865 mm
Höheca. 1.680 mm
Radstandca. 2.670 mm
Leergewichtca. 1.800 kg
Kofferraumca. 500 – 1.265 l
Anhängelast gebremstbis 1.500 kg
AntriebPlug-in-Hybrid (SHS)
Verbrennungsmotor1.5 TGDI Turbo-Benziner
Leistung Verbrenner105 kW / 143 PS
Elektromotor150 kW
Drehmoment E-Motor310 Nm
Systemleistungca. 205 kW / 279 PS
GetriebeDHT-Hybridgetriebe
AntriebskonzeptFrontantrieb
Batterie18,3 kWh LFP
Elektrische Reichweiteca. 70–90 km
Gesamtreichweitebis ca. 1.200 km
AC-Ladeleistungbis 6,6 kW
DC-Ladeleistungbis 40 kW
0–100 km/hca. 8,5 s
Höchstgeschwindigkeitca. 180 km/h
Verbrauch (geladen)ca. 1–2 l / 100 km
Verbrauch (Hybridbetrieb)ca. 6–7 l / 100 km
Preis Comfortab € 35.990
Preis Premiumab ca. € 39.500

Kommentar hinterlassen

Follow us

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns auf Facebook folgen.