Ogier gewinnt, Top 4 Lockout für Toyota
Die Rally Islas Canarias beginnt, wo die ersten vier WM-Läufe geendet hatten. Bereits auf den ersten Asphaltprüfungen am Freitag formiert sich die Spitze: mit fünf Toyotas innerhalb weniger Sekunden, dahinter öffnet sich eine erste Lücke. Und diese Rangordnung bleibt über das gesamte Wochenende stabil. Toyota gewinnt alle 17 Sonderprüfungen, und kämpfen Ogier, Solberg oder Evans im Zehntelbereich gegeneinander, klafft dahinter bereits eine Lücke um Sekunden. Toyota, wie bereits im Vorjahr, hier noch ein Stück dominanter als bei den ersten 4 Rallyes.
Was auch immer Toyota gefunden hat, es ermöglicht den Fahrern präziser zu Fahren, sie können eine Spur früher ans Gas, und schaut man sich die TV-Bilder an, liegt der Toyota Yaris Rallye1 auch deutlich besser und stabiler, und die Fahrer können auch mehr attackieren, was im Prinzip bei allen Interviews auch zur Geltung gebracht wird.
Sébastien Ogier übernimmt früh die Führung und einzig Oliver Solberg kann zunächst die Pace ernsthaft halten. Innerhalb der Toyota-Gruppe wechseln sich die Bestzeiten ab, alle 17 Sonderprüfungen gehen an das Team. Solberg kann sukzessiv den Rückstand im einstelligen Sekundenbereich halten, und gibt Ogier auch keine Möglichkeit nachzulassen.
Nach zwei vollen Tagen beträgt der Rückstand 3,8 Sekunden, am Sonntagmorgen reduziert Solberg weiter auf 2,2 Sekunden. Die Entscheidung fällt auf der vorletzten Sonderprüfung: Solberg greift weiter an, will den Sieg, kommt nach einer Kuppe leicht von der Linie ab und schlägt ein. Der Ausfall beendet den Zweikampf, Elfyn Evans erbt Platz 2, gefolgt von Sami Pajeri und Takamoto Katsuta.
Ogier gewinnt mit 19,9 Sekunden Vorsprung und holt seinen 68. WRC-Sieg.

Punkte am Sonntag, Führung in der WM
Elfyn Evans ist über das gesamte Wochenende hinweg Teil der Spitzengruppe, verliert am Freitag jedoch zuviel Zeit, um direkt im Kampf um den Sieg einzugreifen. Entscheidend wird der Sonntag: Sieg in der Power Stage und Bestzeit in der Super-Sunday-Wertung bringen die maximale Zusatzpunkteausbeute. Damit übernimmt Evans die Führung in der Fahrerweltmeisterschaft. Im Gegensatz zum Vorjahr, wo er im Grunde ja aufgrund zuwenig Sonntagspunkte die WM verloren, zeigt sich Evans heuer deutlich entschlossener und attackiert.
Hinter ihm bestätigt Sami Pajari seine aktuelle Form mit Rang drei und seinem vierten Podium in Folge. Takamoto Katsuta folgt auf Rang vier, nur 10,4 Sekunden dahinter.
Vier Toyota auf den ersten vier Positionen, dahinter geschlossen die Hyundais, Fourmaux also Sieger des Hyundai-Cups, geholt von Ford-Piloten Josh McErlean.
Hyundai: Wochenende im Zeichen der Abstimmung
Adrien Fourmaux führt die Hyundai-Mannschaft auf Rang fünf an. Von Beginn an zeigt sich, daß Hyundai hier die Pace von Toyota nicht gehen, und so entwickelt sich eine eigene Hyundai-Wertung. Über das gesamte Wochenende hinweg hadert man mit der Abstimmung, die Abstimmung wird über Freitag und Samstag hinweg mehrfach angepasst, um mit den wechselnden Gripverhältnissen zurechtzukommen.
Thierry Neuville wie auch der Rest der Fahrer kämpfen dabei ständig mit Balance-Themen, Untersteuern und Übersteuern wechseln sich je nach Bedingungen ab. Dani Sordo liefert bei seinem Rally1-Einsatz ein fehlerfreies Wochenende, bleibt aber ebenfalls ohne Anschluss an die Spitze und wird Dritter in der Hyundai internen Wertung.
Adrien Fourmaux bringt diese Konstellation selbst auf den Punkt, wenn er den internen Vergleich als „Hyundai Cup“ bezeichnet.
Fast man es in Zeiten, reden wir hier wohl von einen Abstand von rund 3 – 4 Zehntelpro Kilometer auf die Toyotas.

Ford: sauberes Wochenende, Abstand konstant
Hinter Hyundai dann Ford als dritte Kraft im Feld. Josh McErlean beendet die Rallye auf Rang acht, Jon Armstrong wird nach einigen Problemen Elfter.
Das Gesamtbild bleibt dennoch unverändert. Dritte Kraft im Feld, und auch hier ein weiterer Rückstand auf die Mannschaft von Hyundai von weiteren 3-4 Zehntel am Kilometer.
WRC2 und Gesamtbild
Yohan Rossel gewinnt die WRC2-Wertung und bringt den Lancia Ypsilon Rally2 als Gesamtneunter ins Ziel, und führt nun punktgleich mit seinen Bruder Leo Rossel auf Citroen die WM-Wertung an.
Einordnung
Innerhalb des Toyota-Teams entsteht ein enger Wettbewerb zwischen mehreren Fahrern. Die Siege der bisherigen Saison verteilen sich auf unterschiedliche Piloten, auch auf Gran Canaria bewegen sich mehrere Fahrzeuge konstant auf vergleichbarem Niveau.
Oliver Solberg zeigt über die gesamte Rallye hinweg die Geschwindigkeit für den Sieg. Der Ausfall erfolgt im direkten Angriff bei minimalem Abstand zur Führung.
Die Rally Islas Canarias bestätigt damit ein Muster, das sich bereits zuvor abgezeichnet hat: Die Entscheidung an der Spitze fällt innerhalb eines engen Zeitfensters, während sich das Feld dahinter über die Distanz klar trennt.

📊 Ergebnis Rally Islas Canarias 2026 (Top 10)
| Pos. | Fahrer | Fahrzeug | Zeit / Rückstand |
|---|---|---|---|
| 1 | Sébastien Ogier | Toyota GR Yaris Rally1 | 2:43:18,9 |
| 2 | Elfyn Evans | Toyota GR Yaris Rally1 | +19,9 |
| 3 | Sami Pajari | Toyota GR Yaris Rally1 | +1:40,8 |
| 4 | Takamoto Katsuta | Toyota GR Yaris Rally1 | +1:51,2 |
| 5 | Adrien Fourmaux | Hyundai i20 N Rally1 | +3:29,5 |
| 6 | Thierry Neuville | Hyundai i20 N Rally1 | +3:41,0 |
| 7 | Dani Sordo | Hyundai i20 N Rally1 | +3:57,7 |
| 8 | Josh McErlean | Ford Puma Rally1 | +5:45,4 |
| 9 | Yohan Rossel | Lancia Ypsilon Rally2 | +7:24,3 |
| 10 | Alejandro Cachón | Toyota GR Yaris Rally2 | +7:49,4 |
🏁 Fahrer-Weltmeisterschaft 2026 (nach 5 Läufen)
| Pos. | Fahrer | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Elfyn Evans | 101 |
| 2 | Takamoto Katsuta | 99 |
| 3 | Sami Pajari | 72 |
| 4 | Oliver Solberg | 68 |
| 5 | Adrien Fourmaux | 59 |






















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