Das vierte Saisonrennen der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) auf dem Autódromo José Carlos Pace brachte für das Team Peugeot Total Energies und Toyota Gazoo Racing gegensätzliche Erkenntnisse. Während Peugeot sportlich den erhofften Schritt nach vorne machte und zumindest die Pace der Spitzengruppe mitgehen konnte, erlebte der amtierende Weltmeister Toyota nach dem Le-Mans-Sieg ein von operativen Fehlern und Kollisionen geprägtes Rennen.
Qualifying: Peugeot fährt in die Hyperpole, Setup-Probleme bei Toyota
Schin im Zeittraining am Samstag deutete sich die sportliche Rehabilitation von Peugeot nach dem schwierigen Saisonhighlight in Le Mans an. Der dänische Nachwuchsfahrer Malthe Jakobsen qualifizierte den überarbeiteten Peugeot 9X8 mit der Startnummer #94 souverän für die Hyperpole und sicherte sich dort den achten Startplatz. Mit einem Rückstand von lediglich drei Zehntelsekunden auf die Pole-Position bewies das französische Team, dass der Anschluss an die Hypercar-Spitze in Sachen Grundschnelligkeit geschafft ist. Das Schwesterauto mit der Startnummer #93 klassierte sich auf Rang 13.
Dem gegenüber stand eine Setup-Krise bei Toyota. Den japanischen Hybrid-Prototypen fehlte über das gesamte Wochenende die nötige Balance auf der anspruchsvollen Strecke. Nach einer Startplatzstrafe für die Startnummer #7 gingen die Fahrzeuge lediglich von den Startpositionen 14 und 17 ins Rennen.

Rennen: Peugeot mit Spitzen-Pace, Toyota im Pech
Der Start des 6-Stunden-Rennens erfolgte bei abtrocknenden Bedingungen auf teilweise feuchter Strecke. Peugeot demonstrierte in der ersten Rennhälfte ein hohes Leistungsvermögen und hielt beide Fahrzeuge konstant in den Top-Rängen. Durch eine strategische Reifenentscheidung rückte Paul Di Resta im Peugeot #93 zeitweise bis auf den zweiten Gesamtrang vor. Auch das Schwesterauto (#94) lag unter den besten fünf Fahrzeugen und kämpfte um die Podiumsplätze.
Die Chance auf ein zählbares Spitzenergebnis machten jedoch anschließende Strafen zunichte:
- Peugeot #94: Eine Stop-and-Go-Strafe warf das Auto zurück, nachdem Loïc Duval bei der Boxeneinfahrt den Speed-Limiter nicht korrekt aktiviert hatte.
- Peugeot #93: Wurde aufgrund eines weiteren Vergehens mit einer Drive-Through-Strafe belegt.
Trotz des schlussendlichen Rückfalls ins Mittelfeld verbuchte das Team die fahrerische und technische Konkurrenzfähigkeit als klaren Aufwärtstrend.

Aufhängungsschaden und FCY-Vergehen bei Toyota
Bei Toyota setzten sich die Schwierigkeiten des Qualifyings im Rennen fort. Die Startnummer #8 kollidierte in der zweiten Rennstunde mit einem Konkurrenten. Der Treffer beschädigte die rechte Vorderradaufhängung. Die fällige Reparatur in der Boxengasse dauerte 16 Minuten und warf das Auto an das Ende des Feldes zurück.
Das Schwesterauto #7 laborierte an operativen Fehlern. Neben einer 5-Sekunden-Strafe für ein Vergehen beim Rennstart leistete sich die Crew während einer Full-Course-Yellow-Phase (FCY) einen Regelverstoß. Die daraus resultierende Durchfahrtsstrafe verhinderte trotz einer Aufholjagd der Fahrer die Rückkehr in die Top 10.
Das Klassement nach 6 Stunden
In der Schlussphase erschwerten dichter Nebel und sinkende Asphalttemperaturen die Sichtbedingungen, wodurch sich an den Positionen im Mittelfeld nichts mehr änderte.
| Position | Fahrzeug | Fahrer-Crew | Rückstand / Ursache |
|---|---|---|---|
| Platz 12 | Toyota GR010 Hybrid #7 | Conway / Kobayashi / de Vries | Rennstrafen (Start & FCY) |
| Platz 14 | Peugeot 9X8 #94 | Di Resta / Loïc / Pourchaire | Stop-and-Go-Strafe (Pit-Limiter) |
| Platz 16 | Peugeot 9X8 #93 | Vandoorne / Cassidy / Jakobsen | Drive-Through-Strafe |
| Platz 17 | Toyota GR010 Hybrid #8 | Buemi / Hartley / Hirakawa | Radaufhängung (Reparatur nach Kollision) |
In der Hersteller-Weltmeisterschaft führt Toyota die Gesamtwertung zur Saisonhalbzeit weiterhin an, der Vorsprung auf das BMW M Team WRT ist jedoch auf fünf Punkte geschrumpft. Das nächste WEC-Rennen findet am 6. September in Austin, Texas statt.























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