Der fahraktive Franzose unter den E-Kompakten
Historie: Vom 307 zum modernen E-Kompakten
Der Peugeot 308 gehört seit 2007 zu den wichtigsten Baureihen der Marke. Damals löste er den Peugeot 307 ab und entwickelte sich rasch zu einem der zentralen Modelle im europäischen C-Segment. Mittlerweile läuft bereits die dritte Generation vom Band, das aktuelle Modell wurde Ende 2025 als umfassend überarbeitetes Facelift präsentiert. In Summe wurden vom 308 mittlerweile knapp zehn Millionen Fahrzeuge verkauft, dazu kommt der Titel „Car of the Year 2014“, den die zweite Generation gewann. Gerade diese zweite Generation war für Peugeot enorm wichtig, weil sie die Marke technisch und fahrdynamisch wieder deutlich stärker positionierte und gleichzeitig erstmals konsequent das i-Cockpit-Konzept mit kleinem Lenkrad und hoch positionierten Instrumenten etablierte.
Heute hat sich die Rolle des 308 allerdings verändert. Während SUV-Modelle wie 2008 oder 3008 mittlerweile große Teile des Volumens tragen, positioniert sich der 308 zunehmend als fahraktiver, dynamischer und designorientierter Kompaktwagen innerhalb des Peugeot-Portfolios.

Facelift 2025: Schärfer, moderner, effizienter
Mit dem Facelift wurde dieses Konzept sichtbar weiterentwickelt. Peugeot spendierte dem 308 eine komplett neue Frontpartie mit stärker integrierten Kühlergrill in Wagenfarbe, neuer Drei-Krallen-Lichtsignatur und erstmals beleuchtetem Markenlogo in der GT-Version. Dazu kommen neue Felgendesigns und neue Farben wie Lagoa Blau, das dem Fahrzeug speziell in Verbindung mit den abgedunkelten Scheiben der GT-Ausführung ausgesprochen gut steht.
Auch das Heck wurde optisch geschärft. Die lange Motorhaube und die vergleichsweise niedrige Dachlinie verleihen dem 308 weiterhin genau jene Proportionen, die man heute in der Kompaktklasse immer seltener findet. Gerade darin liegt auch ein Teil seines Charakters. Der E-308 wirkt nicht wie ein typisches Elektroauto, sondern wie ein klassischer Kompaktwagen, der elektrifiziert wurde.
Das i-Cockpit: Peugeot bleibt eigenständig
Und genau dort beginnt auch eines der größten Alleinstellungsmerkmale des Peugeot. Das kleine Lenkrad mit den hoch positionierten Instrumenten bleibt bis heute einzigartig im Segment. Funktioniert die Sitzposition, entsteht tatsächlich ein direkteres und kompakteres Fahrgefühl als bei vielen Konkurrenten. Anfangs wirkt das Konzept noch ungewohnt, mit der Zeit beginnt man aber zu verstehen, warum Peugeot seit Jahren konsequent daran festhält.
Dazu kommt die vergleichsweise tiefe Sitzposition. Während viele Elektroautos mittlerweile hoch bauen und sich immer stärker SUV-Konzepten annähern, sitzt man im 308 weiterhin tief integriert im Fahrzeug. Gerade sportlich orientierte Fahrer merken diesen Unterschied sofort. Gemeinsam mit dem kleinen Lenkrad entsteht dadurch ein deutlich stärker eingebundenes Fahrgefühl, als man es heute in dieser Klasse oft erwartet.

Leistung: Bewusst bodenständig statt übermotorisiert
Technisch blieb Peugeot beim E-308 bewusst bodenständig. Die 156 PS und 270 Nm Drehmoment wirken im aktuellen Elektro-Zeitalter fast schon zurückhaltend. Gleichzeitig stellt sich aber relativ schnell die Frage, wie viel Leistung im Alltag tatsächlich notwendig ist. Gerade im urbanen Bereich oder auf Landstraßen wirken viele 350- oder 400-PS-Elektroautos mittlerweile fast absurd übermotorisiert.
Peugeot setzt beim E-308 bewusst stärker auf Balance, Effizienz und präzise Fahrbarkeit statt auf brutale Beschleunigungswerte. Genau darin liegt auch ein wesentlicher Unterschied zur aktuellen Entwicklung vieler Elektrofahrzeuge.
Effizienz: Eine der großen Stärken des E-308
Und genau bei der Effizienz zeigt der Peugeot eine seiner größten Stärken. Mit realistischen 15 bis 17 kWh Verbrauch gehört der E-308 zu den effizienteren Fahrzeugen seiner Klasse. Während meiner Testtour quer durch Kärnten pendelte sich der Verbrauch bei rund 15,8 kWh ein – ein ausgesprochen guter Wert für ein Fahrzeug dieser Größe und Leistungskategorie.
Genau das passt auch zur Philosophie des Autos. Peugeot versucht nicht, maximale Zahlen zu liefern, sondern ein möglichst stimmiges Gesamtpaket.
Interessant bleibt dabei auch die Eigenständigkeit innerhalb des Stellantis-Konzerns. Der 308 nutzt zwar die bekannte EMP2-Plattform, fährt sich innerhalb des Konzerns aber deutlich eigenständiger. Peugeot positioniert den 308 klar fahraktiver und direkter als viele Plattform-Brüder.

Klassische Kompaktwagen-Proportionen statt SUV-Optik
Hinzu kommen die klassischen Kompaktwagen-Proportionen. Der 308 bleibt ein echter Kompaktwagen. Lange Motorhaube, niedrige Dachlinie und eine relativ tiefe Karosserie unterscheiden ihn deutlich von vielen elektrifizierten Crossover-Konzepten. Genau dadurch wirkt das Fahrzeug trotz Elektroantrieb weiterhin dynamisch und gestreckt.
Dazu kommt mittlerweile auch die praktische Seite der Elektrifizierung. Der E-308 kann externe Geräte mit bis zu 3,6 kW versorgen. Gerade für Outdoor, Sport oder Reisen wird die integrierte V2L-Funktion zunehmend interessanter – vom Laden eines MTB-Akkus bis hin zur Kaffeemaschine am Trailhead.
Fahrdynamik: Hier liegt die eigentliche Stärke
Die eigentliche Stärke des E-308 GT liegt aber in der Fahrdynamik. Und genau hier zeigt der Peugeot seinen vielleicht größten Unterschied.
Viele Elektroautos fahren schnell. Nur wenige fahren wirklich präzise. Der Peugeot gehört eher zur zweiten Kategorie. Gerade auf engen Kärntner Landstraßen oder schnelleren Wechselkurven merkt man relativ schnell, dass Peugeot bewusst am Fahrgefühl gearbeitet hat.
Das kleine Lenkrad erzeugt kurze, direkte Lenkbewegungen, die Vorderachse arbeitet präzise und das Fahrzeug wirkt deutlich kompakter, als es seine Außenmaße vermuten lassen. Dazu kommt ein für ein Elektroauto vergleichsweise moderates Gewicht von rund 1,7 Tonnen. Genau das sorgt dafür, dass sich der E-308 spürbar agiler anfühlt als viele elektrische SUV-Konzepte.
Die Abstimmung bleibt typisch französisch – also nicht brutal hart –, gleichzeitig aber kontrolliert und sauber gedämpft. Gerade schnelle Lastwechsel steckt der 308 überraschend souverän weg. Und genau dadurch entsteht ein Fahrgefühl, das heute in der Elektromobilität fast schon selten geworden ist: ein klassischer fahraktiver Kompaktwagen.

Ausstattungslinien & Positionierung
Auch die Ausstattungslinien sind beim 308 klar strukturiert. Die Style-Version bildet den funktionalen Einstieg ab 36.025 Euro, darüber positioniert sich der Allure als ausgewogene Mittelversion ab 37.150 Euro.
Der GT startet bei 39.080 Euro und stellt vermutlich die spannendste Version der Baureihe dar. Matrix-LED, Alcantara-Interieur, Ambientebeleuchtung, sportlichere Details und die insgesamt fahrerorientierte Abstimmung passen hier besonders gut zum Charakter des Autos.
Darüber rangiert noch der GT Exclusive als Vollausstattung ab 43.780 Euro.
Fazit
Der Peugeot E-308 GT versucht nicht, das spektakulärste Elektroauto seiner Klasse zu sein. Keine extremen Leistungswerte, keine übertriebene Technikshow, keine künstliche Sportwageninszenierung.
Und genau das macht ihn interessant.
Denn Peugeot verfolgt beim 308 weiterhin eine relativ klare Philosophie: Das Auto soll sich gut anfühlen. Präzise reagieren. Effizient funktionieren. Und trotz Elektroantrieb möglichst viel klassischen Kompaktwagen-Charakter behalten.
Gerade Fahrer, die keine Lust auf schwere SUV-Elektroautos haben und stattdessen ein tieferes, fahraktiveres Gesamtpaket suchen, finden im E-308 GT aktuell eines der eigenständigsten Fahrzeuge innerhalb des Stellantis-Konzerns.
Peugeot E-308 GT – Technische Daten & Fakten
| Bereich | Daten |
|---|---|
| Modell | Peugeot E-308 GT |
| Generation | 3. Generation (Facelift 2025) |
| Karosserie | 5-türige Kompaktlimousine |
| Antrieb | Frontantrieb |
| Motorleistung | 156 PS / 115 kW |
| Drehmoment | 270 Nm |
| Getriebe | 1-Gang-Automatik |
| 0–100 km/h | ca. 9,8 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 170 km/h |
| Batterie brutto | 58,4 kWh |
| Batterie netto | ca. 55 kWh |
| Architektur | 400 Volt |
| WLTP-Reichweite | bis 450 km |
| Realistische Reichweite | ca. 340–420 km |
| Testverbrauch Kärnten | 15,8 kWh / 100 km |
| Realverbrauch allgemein | ca. 15–17 kWh |
| AC-Ladeleistung | max. 11 kW |
| DC-Ladeleistung | max. 100 kW |
| Ladezeit DC 20–80 % | ca. 30 Minuten |
| V2L-Funktion | bis 3,6 kW |
| Länge | 4.367 mm |
| Breite | 1.852 mm |
| Höhe | ca. 1.441 mm |
| Radstand | 2.675 mm |
| Leergewicht | rund 1.700 kg |
| Kofferraumvolumen | 361 Liter |
| Kofferraum max. | ca. 1.260 Liter |
| Felgen GT | 18 Zoll |
| Lichtsystem GT | Matrix-LED |
| Cockpit | Peugeot i-Cockpit |
| Besonderheiten | kleines Lenkrad, hohe Instrumente, tiefe Sitzposition |
| Infotainment | Peugeot i-Connect / OTA Updates |
| Preis Style | ab 36.025 € |
| Preis Allure | ab 37.150 € |
| Preis GT | ab 39.080 € |
| Preis GT Exclusive | ab 43.780 € |
Wichtige Alleinstellungsmerkmale
| Merkmal | Besonderheit |
|---|---|
| i-Cockpit | kleines Lenkrad + hoch positionierte Instrumente |
| Tiefe Sitzposition | stärker integriertes Fahrgefühl |
| Fahrdynamik | präziser als viele Elektro-SUVs |
| Effizienz | sehr niedriger Verbrauch |
| Eigenständigkeit | fahraktivster EMP2-Ableger im Stellantis-Umfeld |
| Kompaktwagen-Proportionen | niedrige Dachlinie, lange Motorhaube |
| V2L-Funktion | externe Verbraucher bis 3,6 kW möglich |


























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