Der Berlin Formel E-Prix markiert in der ABB FIA Formula E World Championship nicht nur die Halbzeit, sondern auch einen wichtig Punkt in Sachen Meisterschaft. Zur Saisonhalbzeit werden auf dem Tempelhof Airport Street Circuit in zwei Rennen innerhalb eines Wochenendes entscheidende und vor allem eben doppelte Punkte vergeben, der regelmäßig direkte Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Meisterschaft hat. Double-Header-Wochenenden zählen in dieser Serie zu den wenigen Gelegenheiten, bei denen sich Abstände im Klassement signifikant verschieben können.
Auch die Strecke am ehemaligen Flughafen Berlins ist im Kalender einzigartig. Die 2,3 Kilometer lange Strecke mit ihrem charakteristischen Betonbelag verlangt eine präzise Abstimmung zwischen Reifenmanagement und Energieeinsatz. Die Rennen werden meist über strategische Entscheidungen in der zweiten Hälfte bestimmt. Gerade in einer Phase der Saison, in der sich erste Tendenzen im Gesamtklassement verfestigen, kommt dieser Strecke eine entsprechend hohe Bedeutung zu.

Zusätzlich erhöht die unterschiedliche Struktur der beiden Rennen die Komplexität des Wochenendes. Das Samstagsrennen wird durch den Einsatz des Pit Boost ergänzt, kombiniert mit einer einmaligen Attack-Mode-Aktivierung über sechs Minuten. Damit entstehen zusätzliche strategische Variablen, insbesondere im Hinblick auf Energieverteilung und Timing. Das Sonntagsrennen folgt einem klassischeren Format ohne Pit Boost, jedoch mit insgesamt acht Minuten Attack Mode, die flexibel eingesetzt werden können. Diese Differenz zwingt Teams dazu, innerhalb kurzer Zeit unterschiedliche Szenarien umzusetzen.
Citroen vor einem wichtigen Wochenende
Auch für Citroën Racing ergibt sich daraus eine klare Ausgangslage. Das Team hat sich im bisherigen Saisonverlauf im Vorderfeld etabliert und geht mit einer entsprechend hohen Erwartung in dieses Wochenende. Nick Cassidy konnte bereits früh in der Saison mit einem Sieg in Mexiko ein starkes Ergebnis setzen und zählt aktuell zu den konstanten Punktesammlern im Spitzenfeld der Fahrerwertung. Jean-Éric Vergne ergänzt diese Position mit regelmäßigen Top-Resultaten und bewegt sich ebenfalls im erweiterten Kreis der Verfolgergruppe.
Die Streckencharakteristik kommt beiden Fahrern entgegen. Cassidy gehört mit drei Siegen in den vergangenen drei Jahren zu den erfolgreichsten Piloten in Tempelhof und hat wiederholt gezeigt, dass er unter den spezifischen Anforderungen dieses Kurses effizient agieren kann. Vergne bringt mit mehreren Pole Positions und Podestplätzen zusätzliche Konstanz ein und verfügt über die notwendige Erfahrung, um auch in variierenden Rennverläufen stabile Ergebnisse zu erzielen.

Parallel dazu richtet sich der Blick bereits auf die nächste Entwicklungsstufe der Serie. Citroën hat im Vorfeld des Berlin E-Prix sein GEN4-Fahrzeug vorgestellt und damit frühzeitig die Weichen für die kommende Ära gestellt. Die neue Generation setzt auf permanenten Allradantrieb, gesteigerte Leistungswerte und eine weiterentwickelte Energierückgewinnung. Gleichzeitig erweitert die variable Aerodynamik mit unterschiedlichen Konfigurationen für Qualifying und Rennen den strategischen Handlungsspielraum.
Für das aktuelle Wochenende bleibt jedoch die unmittelbare Meisterschaftssituation entscheidend. Mit zwei Rennen, unterschiedlichen Formaten und einer engen Punkteverteilung bietet Berlin die Möglichkeit, die eigene Position im Klassement nachhaltig zu festigen. Für Citroën Racing liegt der Fokus darauf, die vorhandene Performance unter den anspruchsvollen Bedingungen von Tempelhof in eine maximale Punkteausbeute zu übersetzen und damit eine klare Ausgangsbasis für die zweite Saisonhälfte zu schaffen.
Fahrerwertung vor dem Berlin E-Prix (Saison 2025/26, vor Runden 7 & 8)
| Pos. | Fahrer | Team | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Pascal Wehrlein | Porsche Formula E Team | 83 |
| 2 | Edoardo Mortara | Mahindra Racing | 72 |
| 3 | Mitch Evans | Jaguar TCS Racing | 65 |
| 4 | António Félix da Costa | Jaguar TCS Racing | 64 |
| 5 | Nick Cassidy | Citroën Racing | 51 |
| 6 | Nico Müller | Porsche Formula E Team | 50 |
| 7 | Oliver Rowland | Nissan Formula E Team | 49 |
| 8 | Jake Dennis | Andretti Formula E | 45 |
| 9 | Sébastien Buemi | Envision Racing | 45 |
| 10 | Dan Ticktum | CUPRA Kiro | 22 |
| 11 | Joel Eriksson | Envision Racing | 19 |
| 12 | Pepe Martí | CUPRA Kiro | 19 |
| 13 | Taylor Barnard | DS Penske | 14 |
| 14 | Nyck de Vries | Mahindra Racing | 12 |
| 15 | Jean-Éric Vergne | Citroën Racing | 10 |




















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