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Citroën Racing stellt weichen für GEN4-Season – 815 PS, Allradantrieb und vertraute Siegertypen

Citroën Racing rüstet für die Gen4-Zukunft der Formel E

Während die aktuelle Saison der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft auf die Zielgerade einbiegt, stellt Citroën Racing bereits die Weichen für die nächste technologische Revolution. Mit akribischen Streckentests in Guadix und der Vertragsverlängerung von Jean-Éric Vergne und Nick Cassidy unterstreicht die französische Marke ihre Ambitionen in der Elektro-Königsklasse.

Die Formel E steht vor einem Quantensprung. Wenn in der Saison 13 der Startschuss für die vierte Fahrzeuggeneration (GEN4) fällt, wird der elektrische Formelsport ein völlig neues Leistungsniveau erreichen. Citroën Racing gehört zu den Pionieren dieser Entwicklung und treibt das Testprogramm für den Rennwagen der Zukunft mit hoher Intensität voran. Wenige Monate nach der offiziellen Bekanntgabe des Engagements in der Gen4-Ära hat das Team seine Hausaufgaben nicht nur im Ingenieurbüro gemacht, sondern auch auf den anspruchsvollsten Teststrecken Europas Fakten geschaffen.

Von Calafat über Andalusien und Navarra bis hin zum jüngsten Intensivtest auf dem Kurs von Guadix: Der GEN4-Prototyp hat seit den ersten FIA-überwachten Streckentests im vergangenen November bereits ein umfangreiches Testprogramm absolviert. Mehr als 500 Testkilometer legte der Bolide allein in Guadix unter extremen Bedingungen zurück, um Daten für den scharfen Einsatz im Dezember auf dem Jeddah Corniche Circuit in Saudi-Arabien zu sammeln.

Ein technologischer Quantensprung

Der Wechsel zur GEN4-Spezifikation markiert die radikalste Evolution in der Geschichte der Rennserie. Die Leistungsdaten des neuen Fahrzeugs lesen sich wie eine Ansage an die etablierte Konkurrenz: Mit einer Maximalleistung von bis zu 600 kW (815 PS) wird der GEN4 zum stärksten rein elektrischen Einsitzer, der jemals entwickelt wurde.

Eine echte Premiere im internationalen Formelsport ist zudem der permanente Allradantrieb (All-Wheel Drive), der durch den simultanen Einsatz von Powertrains an Vorder- und Hinterachse ermöglicht wird. Dies garantiert nicht nur brachiale Beschleunigungswerte aus den Kurven heraus, sondern ermöglicht eine Rekuperationsleistung von phänomenalen 700 kW. Das bedeutet: Ein beträchtlicher Teil der für das Rennen benötigten Energie wird beim Bremsen direkt in die neu entwickelte 55-kWh-Batterie zurückgespeist.

Erstmals verfügen die Teams zudem über zwei voneinander getrennte Aerodynamik-Konfigurationen: eine High-Downforce-Variante für engste Stadtkurse und ein Low-Downforce-Paket für maximale Höchstgeschwindigkeit auf schnellen Streckenabschnitten.

Technical Sheet: Citroën GEN4 Formel E

  • Max. Leistung: 600 kW (815 PS)PDF+ 1
  • Antriebskonzept: Permanenter Allradantrieb (AWD)PDF+ 1
  • Rekuperation: bis zu 700 kW (Vorder- & Hinterachse)PDF+ 1
  • Batterie-Kapazität: 55 kWh (Neuentwicklung)PDF+ 1
  • Aerodynamik: Dual-Setup (High & Low Downforce)PDF+ 1

Konstanz auf der Fahrerposition

Angesichts dieser gewaltigen technischen Umstellung setzt Citroën Racing im Cockpit auf maximale Erfahrung und bewährte Klasse: Jean-Éric Vergne und Nick Cassidy bilden auch in der Saison 13 das Fahrer-Duo des Teams. Diese Entscheidung unterstreicht das Vertrauen der Teamführung in die analytischen und fahrerischen Qualitäten der beiden Piloten, die maßgeblich in die Feinabstimmung der komplexen Steuerungs-Software und der Fahrwerksgeometrie eingebunden sind.

„GEN4 markiert den Beginn eines neuen Kapitels für Citroën Racing. Die Bestätigung von Jean-Éric Vergne und Nick Cassidy fügt sich nahtlos in diese Vision ein. Ihre Erfahrung und ihr technisches Verständnis sind unschätzbar wertvoll.“

— Xavier Chardon, CEO von Citroën

Auch Beth Paretta, Managing Director von MSG, betont die Bedeutung des Duos: „Die Transition zur GEN4-Ära ist ein Meilenstein. Unser klares Ziel ist es, in Saison 13 von der ersten Schrecksekunde an um den Weltmeistertitel zu kämpfen. Dafür brauchen wir Fahrer, die das Auto auf der Strecke ans Limit bringen und den Ingenieuren präzises Feedback liefern.“

Die Speerspitze: Fahrerporträts

Jean-Éric Vergne (Frankreich)

Zweifacher Formel-E-Weltmeister • Routinier & Strategischer Kopf

Der Franzose ist eine lebende Legende der elektrischen Rennserie. Als einziger Doppel-Champion der Formel-E-Geschichte bringt Vergne eine unvergleichliche Tiefe an Rennerfahrung und Entwicklungs-Know-how mit. Seine Fähigkeit, Energieeffizienz mit kompromisslosem Zweikampfverhalten zu verbinden, macht ihn zum idealen Ankerpunkt für die Gen4-Entwicklung bei Citroën.

Nick Cassidy (Neuseeland)

Vizeweltmeister • Meister des Rennverlaufs & Aggressivität

Der Neuseeländer gilt als einer der schnellsten und instinktiv stärksten Piloten im modernen Motorsport. Cassidy hat sich durch herausragende Überholmanöver und taktisches Geschick in der Weltspitze etabliert. Seine Fähigkeit, aus unvorhersehbaren Rennsituationen das Maximum herauszuholen, ergänzt Vergnes strukturierten Ansatz perfekt.

Stimme der Piloten

Nick Cassidy blickt voller Vorfreude auf die anstehenden Aufgaben: „Ich bin extrem glücklich, die Reise mit Citroën Racing fortzusetzen. Die GEN4-Auto-Generation bringt ein völlig neues Anforderungsprofil mit sich. Es ist eine faszinierende Herausforderung, dieses Potenzial gemeinsam mit dem Ingenieursteam zu erschließen.“

Sein Teamkollege Jean-Éric Vergne ergänzt: „Die Entwicklung einer völlig neuen Fahrzeuggeneration ist für jeden Rennfahrer etwas Besonderes. Der GEN4 ist ein enormer Schritt nach vorne für die gesamte Meisterschaft. Wir haben noch viel Arbeit vor uns, aber die Basis stimmt.“

Blick hinter die Kulissen: Der Ablauf eines Streckentests

Wie genau sieht die Entwicklungsarbeit auf der Rennstrecke aus? Simon Merchet, Leiter der Formel-E-Programmentwicklung bei Stellantis Motorsport, gewährt Einblicke in die Testpraxis:

Herr Merchet, was sind die Hauptziele eines Testtages mit dem GEN4?

Simon Merchet: Ein Testtag verfolgt zwei Kernziele. Erstens geht es darum, dass sich die Fahrer und das Einsatzteam mit dem neuen Fahrzeug, den Bedienelementen und dem geänderten Fahrverhalten vertraut machen. Zweitens treiben wir die technische Entwicklung voran – sei es bei der Überprüfung der von der FIA vorgegebenen Einheitsbauteile oder bei der Optimierung der komplexen Steuerungs-Software. Jeder gefahrene Kilometer erweitert unser Verständnis.

Wie wird ein solcher Entwicklungstag auf der Strecke strukturiert?

Simon Merchet: Vor jedem Test erstellen wir einen hochdetaillierten Ablaufplan. Jeder Stint ist einer konkreten Aufgabe gewidmet: der Erprobung eines Software-Updates, der Validierung eines Setups oder dem Datensammeln zu einzelnen Komponenten. Ein Testtag gilt als erfolgreich, wenn alle Punkte abgearbeitet wurden. Unerledigte Aufgaben wandern direkt in die Agenda des nächsten Tests.

FAZ: Warum sind Realdaten trotz hochmoderner Simulatoren unverzichtbar?

Simon Merchet: Der Simulator erlaubt uns, bereits im Werk Hypothesen aufzustellen und Grundlagenarbeit zu leisten. Aber physikalische Aspekte, Reifenverschleiß unter echten Temperaturen und vor allem das direkte Feedback des Fahrers lassen sich im Labor nicht zu 100 Prozent replizieren. Die Strecke liefert die unbestechliche Wahrheit.

Mit dem klaren Entwicklungsfahrplan und einer Spitzen-Besetzung auf der Fahrerposition zeigt Citroën Racing deutlich: Die Franzosen wollen in der kommenden Gen4-Ära der Formel E von Beginn an den Ton angeben.

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