Beim Festival of Speed in Goodwood hat Alpine erstmals das Entwicklungsfahrzeug der elektrischen A110 demonstriert. Mit einer aufgeteilten Batterie und einem spezifischen Heckantriebskonzept will die Renault-Tochter das Gewicht im Rahmen halten und die Agilität klassischer Mittelmotorsportwagen nachbilden.
Gewichtsmanagement statt Höchstleistung
Die technische Auslegung des Fahrzeugs unterscheidet sich grundlegend von bisherigen Elektro-Sportwagen im Markt. Während viele Hersteller hohes Fahrzeuggewicht durch hohe Motorleistungen kompensieren, setzt Alpine-Chef Philippe Krief auf Gewichtsreduktion.
Krief betont, dass die Beherrschung des Leergewichts die zentrale Voraussetzung für die Querdynamik eines Sportwagens bleibt. Zusätzliche Leistung auf der Geraden könne Leichtbau bei der Kurvenfahrt nicht ersetzen. Ziel der Entwicklung ist es, das Gewicht des Serienfahrzeugs so gering wie möglich zu halten, um die Agilität des bisherigen Verbrennermodells zu erhalten.

Zweiteilige Batteriearchitektur (Split-Akku)
Um eine niedrige Sitzposition und eine geringe Gesamthöhe des Fahrzeugs zu realisieren, verzichtet Alpine auf die branchenübliche Skateboard-Bauweise mit einer durchgehenden Batterie im Fahrzeugboden. Stattdessen kommt ein zweigeteiltes 800-Volt-Batteriesystem zum Einsatz. Die Batteriezellen sind nach dem Cell-to-Pack-Prinzip in einem Aluminium-Druckgussgehäuse untergebracht, das direkt als tragendes Element verschraubt ist.
| Baugruppe / Parameter | Spezifikation & Auslegung |
|---|---|
| Plattform | Alpine Performance Platform (APP) |
| Systemspannung | 800 Volt |
| Batterie-Konstruktion | Cell-to-Pack (zweistufig im Aluminium-Druckgussgehäuse) |
| Gewichts- / Kapazitätsverteilung | 25 % Vorderachse / 75 % Hinterachse |
| Ladesystem | Integrated 400-V-Boost-Ladesystem |
| Verkabelung | Aluminium-Kabelverbindungen |

Antrieb, Fahrdynamik und Regelung
Der elektrische Antriebsstrang besteht aus zwei an der Hinterachse montierten Elektromotoren mit Siliziumkarbid-Wechselrichtern. Die Regelung erfolgt über das System Active Torque Vectoring 2.0, welches das Drehmoment stufenlos und individuell auf die beiden Hinterräder verteilt.
| Komponente / Funktion | Technische Details |
|---|---|
| Antriebskonzept | Heckantrieb über zwei E-Motoren (3-in-1 E-Maschinen) |
| Motorentyp | Permanentmagnet-Synchronmotor |
| Leistungselektronik | Siliziumkarbid-Wechselrichter (SiC) |
| Max. Motordrehzahl | 21.500 U/min |
| Fahrregelsysteme | Active Torque Vectoring 2.0 & Wheel Slip Torque Control |
| Funktionsweise Torque Vectoring | Drehmoment-Vorsteuerung zur Reduzierung von Untersteuern |
Entwicklungsmethodik
Zur Verkürzung der Entwicklungszeiten nutzte Alpine intensiv den hauseigenen Fahrsimulator DiM250. Über 45.000 Simulator-Kilometer flossen in die Abstimmung von Fahrwerk, Regelsystemen und Reifen ein.
| Parameter | Entwicklungsdaten |
|---|---|
| Fahrsimulator | DiM250 (Hexapod-Bewegungssystem, 9m-Konikbildschirm)PDF |
| Absolvierte Distanz | > 45.000 Simulator-KilometerPDF |
| Einsatzbereiche Simulator | Fahrwerksabstimmung, Kalibrierung Antrieb, ReifenentwicklungPDF |
Bewertung
Der technologische Ansatz von Alpine zeigt, wie die Konstruktion elektrischer Sportwagen abseits reiner Beschleunigungswerte strukturiert werden kann. Ob das Konzept in der Serie überzeugt, wird maßgeblich vom finalen Leergewicht und der Preisgestaltung der Serienversion abhängen.














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