MOTORWELT

30 Jahre Citroën Saxo VTS

Als Fahrdynamik noch aus Konstruktion entstand

1996 positionierte Citroën mit dem Citroën Saxo VTS ein Fahrzeug, das im Segment der kompakten Sportmodelle eine für damals klare technische Linie verfolgte. 1,6 Liter Hubraum, 16 Ventile, 88 kW, dazu ein Leergewicht von 935 Kilogramm. Drehfreudiger Motor in Kombination mit geringen Gewicht versprachen damals noch reinen und ehrlich direkten Fahrspaß. Als Draufgabe gab es noch eine kurze Gesamtübersicht womit man sich sehr schnell als angehender Rallyestar auf den Straßen fühlte.

Auch das Fahrwerk war direkt und ehrlich, die Vorderachse “arbeitete direkt”sharp”, ohne nennenswerte Verzögerung in der Rückmeldung, die Hinterachse blieb aktiv und unterstützte das Einlenkverhalten. Genau diese Abstimmung ermöglichte es, das Fahrzeug über Lastwechsel gezielt zu positionieren. Unterstützt wurde das durch eine Lenkung, die ohne damaligen Firlefanz auskam und den Fahrzustand klar an den Händen abbildete.

Die Bremsanlage mit innenbelüfteten Scheiben an der Vorderachse war ausreichend dimensioniert und sorgte für entsprechende Verzögerung, sodaß es nachfolgenden, mit oft deutlich stärkeren Fahrzeugen, die Augen aus deren Höhle trieb. Entscheidend war aber in Summe das Gesamtpaket: geringes Gewicht, klare Abstimmung, keine überflüssigen Systeme. Der Saxo VTS funktionierte über Fahrdynamik und Agilität und war auch gern gebrauchtes Mittel für diverse Siege bei heimischen Autoslaloms.

Véhicule Citroën Saxo VTS 3 portes sur route en mai 1996. Photo Patrick Legros. Utilisation éditoriale uniquement, nous contacter pour toute autre utilisation

Der VTS im Motorsport als Sprungbrett

Parallel zur Serie etablierte Citroën ein strukturiertes Motorsportprogramm rund um den Saxo. Cup-Formate, Rallye- und Rallycross-Serien sowie nationale Meisterschaften bildeten eine klare Einstiegsebene. In diesem Umfeld entstand auch eine der erfolgreichsten Motorsport Geschichten ever. So konnte Sébastien Loeb hier seine ersten internationalen Erfahrungen sammeln, gewann 2001 im Saxo Super 1600 den Junior-WM-Titel und wurde anschließend hochgelobt und zum erfolgreichsten Rallye-Piloten mit 9 Titeln in Serie, allesamt gewonnen mit Citroen.

Später folgte Seb Ogier oder Dani Sordo, die mit dem Nachfolgemodell C2 ähnlich hochgezogen und gefördert wurden wie Loeb.


Einordnung

Der Citroën Saxo VTS steht für eine Phase im Automobilbau, in der Fahrdynamik aus Konstruktion und Abstimmung entstand. Geringes Gewicht, mechanische Einfachheit und ein sauber definiertes Setup waren die bestimmenden Parameter.

Die Gestaltung blieb zurückhaltend. Verbreiterte Kotflügel, spezifische Stoßfänger und dezente Details reichten aus, um die technische Differenzierung sichtbar zu machen. Der Fokus lag auf der Funktion, nicht auf der Inszenierung.

Mit dem Produktionsende 2003 verschwand ein Fahrzeugkonzept, das sich nicht über Leistung oder Ausstattung definiert hat, sondern über die Qualität seiner Abstimmung. Heute ist der Saxo VTS ein gesuchter Klassiker, weil er genau diese Eigenschaften unverändert abbildet


Technische Daten – Citroën Saxo VTS:

ParameterWert
MotorR4-Saugmotor, TU5J4, 16 Ventile
Hubraum1.587 cm³
Leistung88 kW (120 PS) bei 6.600 U/min
Drehzahlgrenzeca. 7.300 U/min
Drehmomentca. 145 Nm bei 5.200 U/min
AntriebFrontantrieb
Getriebe5-Gang-Schaltgetriebe
Leergewichtca. 935 kg
Leistungsgewichtca. 7,8 kg/PS
0–100 km/hca. 7,8–8,0 Sekunden
Höchstgeschwindigkeitca. 205 km/h
Bremsen vorneinnenbelüftete Scheiben
Bremsen hintenScheiben (je nach Baujahr)
Bauzeit1996–2003
ProduktionsstandortAulnay-sous-Bois (Frankreich)

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