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JAECOO 7 PHEV – Erstkontakt und Einordnung

Neuer chinesischer Player am Österreichischen Markt – oder doch nicht so neu?

Mit JAECOO tritt ein weiterer Hersteller in den europäischen Markt ein, der auf eine klar strukturierte industrielle Basis zurückgreift. Die Marke ist Teil der Chery Group, gegründet 1997, heute mit mehr als 2,6 Millionen produzierten Fahrzeugen jährlich und über einer Million Exporten einer der größten Automobilanbieter aus China.

Innerhalb dieser Struktur übernimmt JAECOO die Rolle einer international ausgerichteten SUV-Marke. Der Fokus liegt auf robust gestalteten Fahrzeugen, funktionaler Technik und einer Auslegung, die sich an realer Nutzung orientiert. Genau vor diesem Hintergrund ist der JAECOO 7 zu betrachten.

Der erste Kontakt mit dem Fahrzeug selbst beginnt entsprechend.

Der JAECOO 7 steht vor einem und der Eindruck ist klar: Das Auto gefällt, zumindest mal optisch.

Die Linien sind ruhig, die Flächen sauber geführt, die Proportionen stimmig. Auffällig ist vor allem die Front mit dem großen, senkrecht abfallenden Kühlergrill, der dem Fahrzeug eine massive, fast schon klassische SUV-Anmutung verleiht. Das wirkt nicht verspielt, sondern bewusst gesetzt. Mit rund 4,50 Metern Länge positioniert sich der JAECOO 7 im C-SUV-Segment, steht satt auf der Straße und verzichtet dabei auf modische Überzeichnungen. Die Seitenlinie bleibt klar, die 19-Zoll-Räder fügen sich stimmig ins Gesamtbild ein.

Dieses Prinzip setzt sich im Innenraum fort.

Die Architektur ist aufgeräumt, vertikal ausgerichtet und logisch aufgebaut. Im Zentrum steht ein 14,8-Zoll-Display, das die wesentlichen Funktionen bündelt. Klassische Schalter und Drehregler sind weitgehend reduziert, was im ersten Eindruck konsequent wirkt, im Alltag aber noch genauer zu bewerten sein wird. Die Materialanmutung überrascht positiv: großflächig Softtouch-Oberflächen, saubere Verarbeitung, eine Haptik, die über dem liegt, was man in dieser Preisklasse erwarten würde.

Im Detail zeigen sich jedoch auch erste Punkte, bei denen noch nachgeschärft werden kann. Der Steg in den Ablageschalen der Mittelkonsole fällt relativ klein aus, wodurch Smartphones bei dynamischer Fahrweise wenig Halt finden. Auch die Flaschenhalter sind eher flach ausgeführt, größere Flaschen sitzen nicht besonders fest und können bei schnellerer Gangart ins Spiel kommen. Das sind keine grundlegenden Schwächen, aber genau jene Details, die im Alltag auffallen.

Das Raumangebot entspricht dem Segment.

Der Radstand von knapp 2,70 Metern sorgt für ordentliche Platzverhältnisse in beiden Sitzreihen. Der Kofferraum bietet rund 500 Liter Volumen, bei umgelegter Rückbank erweitert sich dieser auf über 1.200 Liter. Mit einer Anhängelast von bis zu 1.500 Kilogramm bleibt der JAECOO 7 auch funktional auf Augenhöhe mit etablierten Wettbewerbern.

Beim Antrieb verfolgt JAECOO einen klaren Ansatz.

Ein 1,5-Liter-Turbobenziner mit 105 kW arbeitet mit einem Elektromotor mit 150 kW und 310 Nm zusammen. Die Systemleistung liegt bei rund 255 kW (340 PS), die Beschleunigung auf 100 km/h wird mit etwa 8,5 Sekunden angegeben. Entscheidend ist jedoch weniger die Leistungszahl als die Auslegung des Systems.

Mit einer Batteriekapazität von rund 18,4 kWh sind etwa 90 Kilometer elektrische Reichweite möglich – ein Wert, der im Alltag tatsächlich nutzbar ist. Die kombinierte Gesamtreichweite liegt bei rund 1.200 Kilometern. Geladen wird mit 6,6 kW AC oder bis zu 40 kW DC.

Im Fahrbetrieb zeigt sich dieses Konzept entsprechend.

Der JAECOO 7 bewegt sich im Alltag häufig elektrisch, die Übergänge zum Verbrenner erfolgen weitgehend unaufgeregt. Das System arbeitet nicht darauf hin, Leistung zu inszenieren, sondern möglichst viele Fahrsituationen effizient abzudecken. Unter Last ist die Systemleistung präsent, steht aber nicht im Vordergrund. Der Charakter bleibt souverän, nicht sportlich.

Auch das Fahrwerk folgt dieser Linie.

Die Abstimmung ist klar komfortorientiert, das rund 1,8 Tonnen schwere Fahrzeug bleibt dabei jederzeit kontrollierbar. Das Gewicht ist spürbar, aber nicht störend. Besonders bei konstantem Tempo auf Landstraße und Autobahn entsteht ein ruhiger, stimmiger Gesamteindruck – genau dort, wo sich die Alltagstauglichkeit entscheidet.

Besonders deutlich wird die Positionierung beim Blick auf die Preisstruktur.

Der JAECOO 7 wird in der Premium-Ausstattung, die bereits einen Großteil der relevanten Komfort- und Technikfeatures umfasst, zu einem Preis von rund 39.500 Euro angeboten. Die Einstiegsversion liegt bei etwa 35.990 Euro. In einem Segment, in dem vergleichbare Fahrzeuge häufig erst über umfangreiche Optionslisten auf ein ähnliches Niveau gebracht werden und dabei deutlich höhere Preisregionen erreichen, steht hier ein weitgehend vorkonfiguriertes Gesamtpaket.

Der JAECOO 7 definiert sich damit nicht über einzelne Highlights, sondern über das Verhältnis von Angebot zu Preis.

Wie sich dieses Konzept im Detail bewährt – insbesondere im Hinblick auf Effizienz, Langstreckentauglichkeit und Systemabstimmung – wird sich im weiteren Testverlauf zeigen.


Infobox: JAECOO 7 PHEV

KategorieDaten
SegmentC-SUV
Längeca. 4.500 mm
Radstandca. 2.700 mm
Kofferraumca. 500 – 1.200 l
Anhängelastbis 1.500 kg
AntriebPlug-in-Hybrid
Verbrenner1.5 Turbo, 105 kW
Elektromotor150 kW / 310 Nm
Systemleistungca. 255 kW (340 PS)
0–100 km/hca. 8,5 s
Batterieca. 18,4 kWh
elektrische Reichweiteca. 90 km
Gesamtreichweiteca. 1.200 km
Laden AC6,6 kW
Laden DCbis 40 kW
Preis Comfortab € 35.990
Preis Premiumca. € 39.500

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