Das nächste Volumenmodell als Wachstumsträger
Als BYD 2023 in Österreich an den Start ging, war der ATTO 3 von Beginn an das erfolgreichste Modell der Marke. Rund 900 der insgesamt gut 1.000 BYD-Neuzulassungen im Startjahr entfielen auf ihn. Der ATTO war damit das tragende Volumenmodell, über das BYD hierzulande erstmals Sichtbarkeit, Vertrauen und Marktpräsenz aufgebaut hat.
2025 stellt sich die Lage differenzierter dar. BYD kam in Österreich auf 6.899 Pkw-Neuzulassungen und einen Marktanteil von rund 2,4 %. Der ATTO selbst spielte mengenmäßig nicht mehr die Hauptrolle – 639 Zulassungen im Gesamtjahr –, was weniger eine Schwäche des Modells als vielmehr die Folge eines deutlich gewachsenen Portfolios ist. Mit SEAL, SEALION, DOLPHIN und weiteren Modellen wurde BYD breiter, aber auch fragmentierter.
Genau an diesem Punkt setzt der BYD ATTO 3 EVO an. Strategisch ist er kein reiner Modellwechsel, sondern eine deutliche Evolution, und somit auch die Absicht, den ATTO wieder stärker als Volumenträger zu positionieren – diesmal jedoch mit einer technischen Basis, die deutlich über die ursprüngliche Konzeption hinausgeht.

Technische Neuaufstellung statt Modellpflege
Der ATTO 3 EVO bleibt äußerlich bewusst nahe am bekannten Fahrzeug. Unter der Oberfläche wurde jedoch grundlegend neu gearbeitet. Zentrale Grundlage ist eine 74,8-kWh-LFP-Batterie (Blade Battery) in Cell-to-Body-Ausführung, kombiniert mit einer 800-Volt-Architektur. Die Batterie ist struktureller Bestandteil der Karosserie, was Steifigkeit und Raumausnutzung verbessert – und zugleich DC-Ladeleistungen von bis zu 220 kW ermöglicht. In der Praxis bedeutet das 10–80 % in rund 25 Minuten, ein Wert, der im elektrischen C-Segment derzeit zur oberen Liga gehört.
Auch beim Antrieb differenziert BYD klar:
- ATTO 3 EVO Design (RWD): Heckantrieb, 230 kW / 313 PS, 380 Nm, 0–100 km/h in 5,5 s, WLTP bis 510 km
- ATTO 3 EVO Excellence (AWD): Allradantrieb, 330 kW / 449 PS, 560 Nm, 0–100 km/h in 3,9 s, WLTP 470 km
Hinzu kommen 1.500 kg Anhängelast, Vehicle-to-Load (V2L), ein Kofferraumvolumen von 490 Litern sowie ein 101-Liter-Frunk. Die Ausstattungslogik ist klar strukturiert: Beide Varianten teilen sich Batteriegröße, Ladeleistung und Infotainment-Architektur, Unterschiede entstehen über Antrieb und Performance – nicht über künstlich eingeschränkte Ausstattungslinien.

Warum das für BYD relevant ist
Der österreichische Markt hat sich 2025 deutlich weiterentwickelt. Elektrofahrzeuge sind kein Nischenthema mehr, Kaufentscheidungen werden sachlicher, vergleichender und stärker von Ladezeit, Nutzwert und Gesamtpaket geprägt. In diesem Umfeld braucht Wachstum nicht nur Vielfalt, sondern ein belastbares Kernmodell, das Volumen liefern kann.
Genau diese Rolle soll der ATTO 3 EVO übernehmen. Er knüpft an die ursprüngliche Funktion des ATTO an, allerdings auf einem deutlich höheren technischen Niveau – mit Ladeleistungen, Performance-Werten und Plattformtechnik, die in dieser Klasse nicht selbstverständlich sind.
Der Marktstart des ATTO 3 EVO erfolgt am 23. Februar. An diesem Tag werden auch die offiziellen Preise sowie die Verkaufsfolder kommuniziert. Dann wird sich zeigen, wie konsequent BYD seine bekannte Stärke im Preis-Leistungs-Verhältnis erneut ausspielt. Angesichts der gebotenen Technik ist die Erwartung klar: Der ATTO 3 EVO soll dort ansetzen, wo der ursprüngliche ATTO 3 den Markteintritt getragen hat – als technisch fundiertes Volumenmodell mit hoher Relevanz für den österreichischen Markt.



















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