Jüngster Monte-Sieger & jetzt WM-Favorit
Der Gesamtsieg von Oliver Solberg und seinem Beifahrer Elliott Edmondson bei der Rallye Monte Carlo markiert mehr als einen überraschenden Saisonauftakt der Rallye-Weltmeisterschaft. Er steht sinnbildlich für den Abschluss eines Reifeprozesses, und vielleicht auch für den Beginn einer neuen Einordnung an der Spitze der WRC.
Solberg, der die Rallye Monte-Carlo erst zum zweiten Mal bestritt, setzte sich im Toyota GR Yaris Rally1 souverän und eigentlich auch überlegen gegen die erfahrenen Werksfahrer, auch aus den eigenen Team durch. Entscheidend war dabei nicht ein einzelner Moment, sondern die Konstanz über die gesamte Distanz. Und man hatte immer den Eindruck’, daß er speziell bei den wirklich schwierigen Bedienungen noch zulegen könnte, wenn er müsste! Natürlich hatte auch er Glück, aber das hatten die anderen auch! Der Vorsprung im Ziel spiegelte diese Überlegenheit wider.

Vom frühen Druck zur bewussten Entwicklung
Dass Solberg diesen Schritt nun vollzogen hat, ist kein Zufall. Seine frühe Karriere verlief unter besonderer Beobachtung, nicht zuletzt wegen seines familiären Hintergrunds. Vater Petter Solberg, Rallye-Weltmeister 2003 und eine der prägenden Figuren der frühen 2000er-Jahre, war stets präsent, wie auch seine Mutter Pernilla Solberg, selbst eine der schnellsten Damen im Rallyeauto.
Gerade diese Konstellation führte früh zu hohen Erwartungen, und zu einer Phase, in der Tempo nicht immer von Stabilität begleitet war. Die Jahre im Hyundai-Werksteam zeigten das Potenzial, aber auch die Grenzen eines zu frühen Einstiegs auf höchstem Niveau.
Die Entscheidung, sich anschließend vollständig auf ein strukturiertes WRC2-Programm zu konzentrieren, erwies sich als Wendepunkt. Der Titelgewinn dort war weniger eine Trophäe als ein Beleg für Kontrolle, Disziplin und strategisches Denken , Eigenschaften, die nun auf Rally1-Ebene sichtbar sind.

Etablierung statt Experiment
Bereits der Sieg bei der Rallye Estland im Vorjahr, Solbergs erster Erfolg in einem Rally1-Auto, deutete diese Entwicklung an. Damals noch als punktueller Einsatz, heute als Vollzeit-Werksfahrer. Der Übergang zu Toyota Gazoo Racing verlief auffallend ruhig, auch ein Indiz für einen reiferen Zugang.
Mit Elliot Edmondson hat er wohl wie auch seinerzeit Petter mit Phil Mills einen kongenialen Partner an seiner Seite.
WM-Führung ohne Zufallscharakter
Mit dem Erfolg in Monte-Carlo übernimmt Solberg die Führung in der Weltmeisterschaft. Wichtiger als der Punktestand ist jedoch die Wahrnehmung im Fahrerlager. Der Name Solberg wird nicht mehr als Entwicklungsgeschichte betrachtet, sondern als sportliche Referenz und darf mit der Leistung und Abgebrühtheit von Estland und jetzt auch bei der Monte schon jetzt zu einen ernstzunehmenden WM-Aspiranten gezählt werden.

Mit diesem Sieg endet jetzt aber auch jede Form des Schutzraums. Solberg fährt nun nicht mehr gegen Erwartungen, sondern gegen Maßstäbe, nämlich seine eigenen. Jeder Fehler wird anders bewertet, jeder Vorsprung relativiert. Die Konkurrenz wird reagieren.
Doch genau darin liegt die Aussage dieses Wochenendes: Der Auftritt in Monte-Carlo wirkte nicht wie ein Ausreißer, sondern wie das Resultat eines bewusst gesteuerten, langfristigen Prozesses, sportlich, technisch und mental.
Fest steht: Seit Monte-Carlo ist Oliver Solberg kein Projekt mehr, sondern ein Faktor und ist jetzt mit Sicherheit in den Köpfen seiner Konkurrenten!
Toyota feiert einen 3-fach Sieg, Hyundai zumindest bei der Monte ohne Chance und die Ford Junioren kacken ab, aber dazu in den nächsten Tagen mehr!















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