MOTORWELT

Hyundai Ioniq 3: Der Europa-Koreaner

In Europa entwickelt, in der Türkei gebaut: Mit dem Ioniq 3 erweitert Hyundai sein elektrisches Angebot im B-Segment. Der kompakte Fünftürer bietet viel Platz, einen wertigen Innenraum und eine überzeugend sorgfältige Abstimmung.

Europa ist für Hyundai längst auch ein Entwicklungs- und Produktionsstandort. In Offenbach sitzt die Europazentrale, in Rüsselsheim das europäische Entwicklungszentrum, hinzu kommen das Testzentrum am Nürburgring sowie die Produktionsstandorte in Tschechien und der Türkei. Und diese Struktur ermöglicht es dem koreanischen Hersteller, Fahrzeuge gezielt auf die Anforderungen und Wünsche europäischer Kunden abzustimmen.

Der neue Ioniq 3 ist ein Ergebnis dieser Arbeit, wurden hier Bedarfsanalyse, Gestaltung und wesentliche Entwicklungsaufgaben in Europa umgesetzt, produziert wird im türkischen Werk İzmit. Das Team in Rüsselsheim beschäftigte sich unter anderem mit Fahrwerk, Antrieb, Rekuperation und Geräuschdämmung. Zur Erprobung gehörten Fahrten in Millbrook, am Nürburgring, am nördlichen Polarkreis oder durch die Alpen. 

Mit 4,16 Metern Länge ist der Ioniq 3 im B-Segment angesiedel und erweitert die elektrische Ioniq-Familie um einen kompakten Fünftürer mit Frontantrieb. Das Konzept: kompakte Außenmaße und ausreichend Platz für Familie, Gepäck und Haustiere, verpackt in einen modernen, dynamisch gezeichneten Fünftürer. Hyundai bringt damit einen klassischen Hatchback statt eines weiteren SUV auf die Straße und nennt die Karosserieform „Aero Hatch“. 

Zwei Batterievarianten und vier Ausstattungslinien stehen in Österreich zur Wahl. Der Listenpreis beginnt bei 29.990 Euro.


Vier Ausstattungslinien

Hyundai bring t den Ioniq3 mit 4 Ausstattungslinien auf dem Markt. Bereits der Select bringt 16-Zoll-Aluräder, LED-Scheinwerfer, Zweizonen-Klimaautomatik, einen adaptiven Tempomaten sowie Parksensoren vorne und hinten samt Rückfahrkamera mit. Gleos Connect wird über einen 12,9-Zoll-Bildschirm bedient.

Der Trend ergänzt 17-Zoll-Räder, Wärmepumpe und Batterieheizung, beheizbare Vordersitze und ein beheizbares Lenkrad. Hinzu kommen digitale Instrumente mit 9,9 Zoll, eine induktive Handyablage und elektrisch anklappbare Außenspiegel.

Der Prime erhält 18-Zoll-Räder, Matrix-LED-Scheinwerfer, eine Akustik-Windschutzscheibe, Rundumkamera und einen ferngesteuerten Einparkassistenten. HDA 2, ein digitaler Schlüssel, Bose-Soundsystem und Navigation mit 14,6-Zoll-Bildschirm gehören ebenfalls dazu.

Die N Line Evo ergänzt die umfangreiche Ausstattung um eigene Stoßfänger, Dachspoiler und Heckdiffusor sowie 19-Zoll-Räder. Innen setzen Sitzbezüge mit roten Kontrastnähten, ein Sportlenkrad und ein schwarzer Dachhimmel Akzente. Prime und N Line Evo sind ausschließlich mit der großen Batterie erhältlich.

Hyundai beschreibt das Fahrzeug selbst anhand von fünf Säulen: Design, Real World of EV Performance, Raumangebot, praktische Bedienung und europäische Entwicklung. Bei mehreren Eigenschaften formuliert der Hersteller ausdrücklich den Anspruch „Best in Class“, was sich bei den ersten Fahrten vor allem beim Geräuschkomfort, Raumangebot, Effizienz und Reichweite zeigt. 

Säule 1 – Design: Art of Steel

Die niedrige Front, deutlich ausgearbeitete Kotflügel und große Karosserieflächen prägen den Ioniq 3. Hyundais neue Designsprache „Art of Steel“ beschäftigt sich mit den Formen und Spannungen, die bei der Verarbeitung von Blech entstehen. Am Auto zeigt sich das in klar modellierten Flächen und präzisen Übergängen.

Die Dachlinie erstreckt sich weit über die zweite Sitzreihe, bevor sie zum Heckspoiler abfällt. Hyundai bezeichnet diese Karosserieform als „Aero Hatch“. Sie soll die Kopffreiheit im Fond sichern und zugleich eine günstige Luftströmung ermöglichen. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt bei etwa 0,263, aktive Luftklappen schließen bei geringem Kühlbedarf und reduzieren so zusätzlich den Luftwiderstand.

Die Pixelbeleuchtung greift die Gestaltung der Ioniq-Familie auf. Vier zentral angeordnete Lichtpunkte zitieren den Buchstaben H im Morsecode. Die Karosserie misst 4.155 Millimeter in der Länge, 1.800 Millimeter in der Breite und 1.505 Millimeter in der Höhe.

Die N Line Evo erhält eigene, in glänzenden schwarz gehaltene Stoßfänger, einen größeren Heckspoiler, einen Diffusor und 19-Zoll-Räder. Rote Kontrastnähte, ein Sportlenkrad und ein schwarzer Dachhimmel setzen die Gestaltung im Innenraum fort. Die Motorleistung bleibt bei 135 PS.

Elektrotechnik: zwei Akkus zur Wahl

Technische Grundlage ist die K3-Plattform mit einer 400-Volt-Architektur. Ein Permanentmagnet-Synchronmotor treibt die Vorderräder an. Hyundai bietet hier jeweils 2 Batterie- und Motorenvarianten an, beide Antriebsvarianten liefern 250 Nm Drehmoment.

Bei der etwas dynamischeren Variante besitzt die Batterie eine Nennkapazität von 42,2 kWh und verwendet Lithium-Eisenphosphat-Zellen, wobei der Motor hier 107,8 kW beziehungsweise 147 PS leistet. Die größere Batterie fasst 61 kWh und nutzt eine Nickel-Cobalt-Aluminium-Chemie, hier stehen mit 99,5 kW oder 135 PS etwas weniger Leistung zur Verfügung, dafür gibt es eben deutlich mehr Reichweite.

Laut österreichischem Datenblatt erreicht die kleine Batterie bis zu 344 Kilometer WLTP-Reichweite, die große maximal 497 Kilometer. Beide Werte gelten mit 16-Zoll-Rädern, werden 17, 18 oder in der N-Line die 19 Zöller verbaut, reduziert sich auch die Reichweite. Sind beim kleinen Akku 335 Kilometer angegeben. Beim großen Akku nennt die Preisliste für die Ausführungen mit 17, 18 und 19 Zoll jeweils 428 Kilometer.

Für das Gleichstromladen von zehn auf 80 Prozent veranschlagt Hyundai unter geeigneten Bedingungen rund 29 Minuten beim kleinen und 30 Minuten beim großen Akku. Serienmäßig arbeitet ein dreiphasiger Elf-Kilowatt-Lader, ab der Konfiguration Trend ist für 1.500 Euro ein EV-Paket mit 22-kW-Lader und V2L-Anschlüssen innen und außen erhältlich. Darüber lassen sich externe elektrische Geräte aus der Fahrzeugbatterie versorgen.

Wärmepumpe und Batterieheizsystem gehören ab Trend zur Serienausstattung. Beim Select kostet die Wärmepumpe 900 Euro zusätzlich. Die Garantie auf die Hochvoltbatterie beträgt acht Jahre oder 160.000 Kilometer.

Raumangebot: großzügig auf kompakter Grundfläche

Bei einer Gesamtlänge von 4,15m schafft ein Radstand von 2,68 Metern sowie der flache Innenraumboden die Voraussetzungen für eine gute Raumausnutzung. Besonders die zweite Sitzreihe profitiert von der weit nach hinten gezogenen Dachlinie. Hyundai betont die Auslegung als vollwertigen Fünfsitzer mit Platz für drei Personen im Fond.

Der Innenraum vermittelt einen sehr wertigen Eindruck. Stoffe, Oberflächen und Sitze sind sorgfältig aufeinander abgestimmt, die Ablagen gut zugänglich angeordnet. Zudem passt sich der Innenraum der klaren Desgnlinie außen sehr homogen an. Zudem gehören Recycelte und biobasierte Materialien ebenfalls zum Interieurkonzept.

Der Kofferraum fasst 441 Liter und gehört somit auch zu den besten Werten der Klasse. Mit umgelegten Rücksitzlehnen wächst das Volumen auf bis zu 1.213 Liter. Die Lehnen sind im Verhältnis 60:40 geteilt und ab Prime in mehreren Positionen arretierbar. Zusätzlichen Stauraum von rund 150l bietet die Megabox unter dem Kofferraumboden.

Für Prime und N Line Evo lässt sich ein Sitzpaket mit elektrisch einstellbaren und belüfteten Vordersitzen samt Relaxfunktion bestellen. Eine Memoryfunktion für den Fahrer und beheizbare äußere Rücksitze sind ebenfalls enthalten.

Auch die übrigen Nutzwerte sind für den Alltag relevant. Die Anhängelast beträgt gebremst und ungebremst jeweils 750 Kilogramm. Stützlast und Dachlast liegen bei jeweils 100 Kilogramm.

Bedienung: neue Software und direkte Zugriffe

Der Ioniq 3 ist das erste europäische Hyundai-Modell mit dem Infotainmentsystem Cleos Connect auf Basis von Android Automotive OS. Der zentrale Bildschirm misst serienmäßig 12,9 Zoll, die Prime-Konfiguration erhält ein 14,6-Zoll-Display mit Navigation; beim Trend ist diese Kombination über das Technik-Paket erhältlich.

Physische Tasten unter dem Bildschirm und am Lenkrad bleiben erhalten. Häufig benötigte Funktionen lassen sich unmittelbar aufrufen, Lenkradwippen dienen zur Einstellung der Rekuperation, was speziell im bergigen Geläuf doch einige Vorteile bietet. Kabelloses Apple CarPlay und Android Auto ermöglichen die Smartphone-Einbindung, der Sprachassistent Gleo AI verarbeitet natürlich formulierte Anfragen.

Bereits die Basis Select besitzt eine Zweizonen-Klimaautomatik, einen adaptiven Tempomaten mit Stop-and-Go-Funktion, Parksensoren vorne und hinten sowie eine Rückfahrkamera. Sieben Airbags, Notbremsassistent, Spurhalte- und Spurfolgeassistent sowie ein Totwinkelassistent gehören ebenfalls zur Serienausstattung.

Prime ergänzt unter anderem Matrix-LED-Scheinwerfer, eine Rundumkamera, einen ferngesteuerten Einparkassistenten, den Autobahnassistenten HDA 2 und ein Bose-Soundsystem.

Europäische Entwicklung: auf der Straße spürbar

Die Lenkung gefällt bereits auf den ersten Kilometern. Sie ist angenehm straff, liefert gute Rückmeldung und besitzt um die Nullstellung kaum Spiel, kleine Korrekturen lassen sich präzise setzen, der Ioniq 3 folgt den Lenkbewegungen sauber.

Auch das Fahrwerk liegt eher auf der strafferen Seite und vermittelt einen guten Kontakt zur Straße. Die Abstimmung bleibt dem Anspruch eines kompakten Alltagsautos angemessen. Kleine Stöße und Unebenheiten werden fein gefiltert, größere Wellen nimmt der Ioniq 3 souverän, die Dämpfer hinterlassen dabei einen ausgereiften Eindruck.

Vorne arbeitet eine McPherson-Einzelradaufhängung, hinten eine Verbundlenkerachse. Bei der Präsentation erläuterte Hyundai außerdem den Einsatz hydraulisch gedämpfter Lager an der Vorderachse. Sie sollen Stöße und Vibrationen reduzieren und gleichzeitig eine präzise Radführung ermöglichen.

Besonders erfreulich ist die Geräuschkulisse. Die europäischen Entwickler widmeten der Dämmung gegen Abroll- und Fahrbahngeräusche viel Aufmerksamkeit und zeigten dazu Vergleichsmessungen. Das Versprechen eines hohen Geräuschkomforts wird beim ersten Fahren eingelöst: Der Ioniq 3 bleibt angenehm leise. Für das B-Segment ist das durchaus überraschend und trägt wesentlich zum hochwertigen Gesamteindruck bei.

Wertiger Auftritt, viel Platz

Der Ioniq 3 verbindet kompakte Abmessungen mit großzügigen Platzverhältnissen und einem großen Kofferraum. Der sehr wertige Innenraum, die präzise Lenkung und das sorgfältig abgestimmte Fahrwerk ergeben einen stimmigen Gesamteindruck. Hinzu kommt eine Geräuschdämmung, deren Wirkung im Fahrbetrieb deutlich wahrnehmbar ist.

In Österreich kostet der Select mit kleiner Batterie 29.990 Euro, mit großem Akku 33.990 Euro. Trend liegt jeweils 4.000 Euro darüber. Prime ist ausschließlich mit der großen Batterie für 42.990 Euro erhältlich, N Line Evo für 43.990 Euro.

Der beworbene Aktionspreis ab 22.990 Euro enthält sämtliche Frühbucher-, Finanzierungs- und Versicherungsboni. Bei der Konfiguration verdienen außerdem die ausstattungsabhängigen Reichweiten Beachtung.

Hyundai hat die Anforderungen an einen europäischen Kompaktwagen beim Ioniq 3 sorgfältig umgesetzt. Viel Platz, eine angenehme Bedienung und der überzeugende Komfort prägen dieses Auto ebenso wie seine eigenständige Gestaltung.

Die wichtigsten technischen Daten

Daten42,2 kWh61,0 kWh
AntriebFrontantriebFrontantrieb
Leistung107,8 kW / 147 PS99,5 kW / 135 PS
Drehmoment250 Nm250 Nm
BatteriechemieLFPNCA
WLTP-Reichweite344 km mit 16 Zoll; sonst 335 km497 km mit 16 Zoll; sonst 428 km
0–100 km/h¹8,8 s9,5 s; N Line 9,6 s
DC-Laden, 10–80 %ca. 29 minca. 30 min
AC-Ladeleistung11 kW; optional 22 kW ab Trend11 kW; optional 22 kW ab Trend
Länge / Breite / Höhecolspan4.155 / 1.800 / 1.505 mm²
Kofferraum / Anhängelastcolspan441–1.213 Liter / 750 kg

¹ Laut österreichischer September-Preisliste;
² N Line Evo: 4.170 mm Länge und 1.510 mm Höhe. Breite ohne Spiegel. Anhängelast gebremst und ungebremst jeweils 750 kg.

Österreichische Listenpreise

Ausstattung42,2 kWh / 147 PS61,0 kWh / 135 PS
Select29.990 €33.990 €
Trend33.990 €37.990 €
Prime–42.990 €
N Line Evo–43.990 €

Preise inklusive Mehrwertsteuer und Transportkosten. Der beworbene Aktionspreis ab 22.990 Euro setzt sämtliche Frühbucher-, Finanzierungs- und Versicherungsboni voraus.

Kommentar hinterlassen

Follow us

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns auf Facebook folgen.