MOTORWELT

Rallye Schweden 2026

Toyota etabliert eine neue Hierarchie in der Rallye-WM

42 Jahre ist es her, dass ein Hersteller die ersten beiden Saisonläufe der Rallye-Weltmeisterschaft derart dominierte wie aktuell Toyota. 1984 gelang Audi dieses Kunststück mit Siegen in Monte Carlo und Schweden – damals mit permanentem Allradantrieb gegen größtenteils zweiradgetriebene Konkurrenz.

2026 heißt der Maßstab Toyota Gazoo Racing World Rally Team. Nach dem Dreifachsieg bei der Monte-Carlo-Rallye folgt in Schweden ein Vierfacherfolg. Die Plätze eins bis vier gehen geschlossen an Toyota – ein Resultat, das nicht nur sportlich beeindruckt, sondern strukturelle Überlegenheit offenlegt.

Evans setzt Maßstäbe

Angeführt wurde das Feld von Elfyn Evans, der die Rallye Schweden zum dritten Mal gewinnt. Damit reiht sich der Waliser in die Liste erfolgreicher Nicht-Nordländer ein – neben Kenneth Eriksson und Tommi Mäkinen.

Evans kontrollierte das Geschehen über weite Strecken, sicherte sich am Super Sunday zusätzliche neun WM-Punkte und übernimmt mit 60 Zählern die Führung in der Fahrerwertung. Hinter ihm komplettierten Takamoto Katsuta (+14,3 Sekunden), Sami Pajari und Oliver Solberg das historische 1-2-3-4-Ergebnis.

Katsuta war – wie bereits im Vorjahr – nahe an seinem ersten WRC-Gesamtsieg, konnte Evans jedoch nie ernsthaft unter Druck setzen. Pajari rehabilitierte sich nach einem schwierigen Monte-Auftakt mit einer souveränen Vorstellung. Solberg wiederum maximierte nach Problemen am Freitag sein Resultat – bemerkenswert, da es erst seine dritte Rallye im Toyota Rally1 war.

Hyundai ohne Zugriff

Hinter der Toyota-Phalanx folgte geschlossen das Trio des Hyundai Shell Mobis World Rally Team.

Adrien Fourmaux belegte Rang fünf, Esapekka Lappi musste sich nach teaminterner Absprache dahinter einordnen. Weltmeister Thierry Neuville kam auf Platz sieben ins Ziel.

Trotz solider Pace blieb Hyundai in Schweden ohne realistische Siegchance. Gerade unter konstanten Winterbedingungen hätte man näher an Toyota erwartet werden dürfen. Das Resultat deutet weniger auf fehlendes Tempo als vielmehr auf eine fehlende Gesamtdurchschlagskraft hin.

Ford mit Lichtblick, aber ohne Tiefe

Beim M-Sport Ford World Rally Team bleibt die Bewertung differenziert.

Jon Armstrong überzeugte bei seinem zweiten Rally1-Einsatz mit einer reifen Leistung und Rang acht, gefolgt von Josh McErlean auf Platz neun. Mārtiņš Sesks unterstrich mit einem Stage-Sieg das Potenzial des Ford Puma Rally1, fiel jedoch nach Problemen am Freitag zurück.

Das Auto zeigt Geschwindigkeit – doch im direkten Vergleich fehlt aktuell die fahrerische Breite, um konstant um Podiumsplätze zu kämpfen.

Herstellerwertung spiegelt die Kräfteverhältnisse

Der Zwischenstand nach zwei Läufen verdeutlicht die aktuelle Hierarchie:

  1. Toyota – 117 Punkte
  2. Hyundai – 66 Punkte
  3. M-Sport Ford – 14 Punkte

Auch in der Fahrer-WM setzt sich das Toyota-Quartett an die Spitze:

  1. Evans – 60 Punkte
  2. Solberg – 47
  3. Katsuta – 30
  4. Fourmaux – 28
  5. Neuville – 21
  6. Ogier – 18
  7. Pajari – 17

Ausblick

Mit der Safari Rallye Kenia wartet als Nächstes ein kompletter Kontrast zum skandinavischen Winter – Hitze, Steine, extreme Materialbelastung.

Dort wird sich zeigen, ob Toyotas derzeitige Dominanz auch unter afrikanischen Bedingungen Bestand hat – oder ob Hyundai und Ford die Dreiklassengesellschaft der Saison 2026 noch einmal aufbrechen können.

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