Roadster-Vergangenheit und leistbare Elektromobilität
Achim Mörtl war dabei!
Letzte Woche hatte ich erstmals die Gelegenheit, mir im Auftrag des A&W Verlages einen direkten Eindruck von den neuen MG-Modellen bei der fahrdynamischen Präsentation in England zu verschaffen. MG hatte ich bislang schlicht nicht wirklich am Radar, umso neugieriger war ich auf die Autos.
Typisches britisches Wetter, feuchter Asphalt und wechselhafte Bedingungen waren die Rahmenbedingungen, der MG4 EV Urban, MG4 EV Facelift und der MG S6 EV die Rahmenbedingungen.
Zusätzlich Spannung zu Beginn vielleicht die rechtsgelenkten Fahrzeuge, links fahren, alles spiegelverkehrt, was aber nach ein paar Kilometern erledigt war, diverse mehrspurige Kreuzungen waren länger eine Challenge.

Im Zuge dieser Präsentation hatte ich außerdem die Gelegenheit, mit MG-Chefdesigner Jozef Kabaň zu sprechen. Ein interessantes Gespräch, weil es für mich dabei um eine zentrale Frage ging: Wie bringt man das Heritage einer Marke wie MG, mit Roadster-Tradition, britische Identität, in die Gegenwart, ohne in Retro-Spielereien zu verfallen? Und wie verbindet man diese Herkunft mit Elektromobilität und einer globalen Plattformstrategie? Genau darüber haben wir gesprochen. Und genau das macht die aktuelle Phase der Marke spannend. (Interview folgt)!
Danach ging es auf die Straße – mit drei sehr unterschiedlichen Ansätzen.
MG4 EV Urban
Der MG4 EV Urban ist für mich der logischste Einstieg. 43 oder 54 kWh, 150 oder 160 PS, bis zu 416 Kilometer WLTP. In Österreich ab rund 20.000 Euro. Das ist leistbare Elektromobilität, ohne Übertreibung.
Fünf Personen passen problemlos hinein, 479 Liter Kofferraum, dazu 30 Ablagen. Voll alltagstauglich, fahrdynamisch unaufgeregt, aber sauber abgestimmt. Die Lenkung gibt ehrliches Feedback, das Fahrwerk macht genau das, was es soll. Kein Show-Auto, Preis passt, so darf E-Mobilität sein!

MG S6 EV
Der S6 EV ist eine andere Liga. Offiziell C-Segment, real fast D-Segment. 4,67 Meter Länge, 2,77 Meter Radstand, 674 Liter Kofferraum, maximal 1.910 Liter plus 124-Liter-Frunk. Für Familien absolut auf die Short-List zu nehmen.
244 PS im Hecktriebler reichen völlig. Die 361 PS im Allrad sind beeindruckend, objektiv vielleicht schon mehr als nötig, weil es keiner erfährt, aber für ein Land wie Österreich mit Winter und Bergen ist der Allrad ein echtes Argument. Überraschend ist die Stabilität: kein schwammiges SUV-Gefühl, sondern ein sauber abgestimmtes Fahrwerk und eine präzise, angenehm gewichtete Lenkung.
Innen merkt man die Entwicklung deutlich. Weniger Hochglanz, mehr matte Materialien, Alcantara, und vor allem wieder haptische Bedienelemente. Wirkt hochwertig, qualitativ top, das ganze auch schon ab €34.990,00 – und auch das ist eine Ansage!

MG4 EV Facelift
Und dann der MG4 EV im komplett überarbeiteten Auftritt. Man kann es ruhig ein Major Facelift nennen. Innen neu strukturiert, 10,25-Zoll-Fahrerdisplay, 12,8-Zoll-Touchscreen, klarere Materialwahl.
Die Bandbreite reicht von 190 PS (64 kWh, 450 km WLTP) über 245 PS (77 kWh, 544 km WLTP) bis zur XPOWER-Version mit 435 PS und 3,8 Sekunden auf 100 km/h. Über 400 PS im Kompakt-EV, mein lieber Schwan, trotzdem kontrollierbar, fährt sich auch sehr fein über die Vorderachse. Im Grunde jedoch keine Spielerei, sondern ernsthafte Performance.

Drei Autos, drei Ansätze. Und eine Marke, die versucht, Tradition und Gegenwart unter einen Hut zu bringen – ohne sich in Nostalgie zu verlieren.
Gefällt mir!
















Kommentar hinterlassen