Rekordsieger & Motorsporthistorie
Wenn in Florida der Startschuss zur neuen Saison der IMSA WeatherTech SportsCar Championship fällt, beginnt das Motorsportjahr traditionell mit einem Blick in die Geschichte.
Kaum ein Hersteller ist mit den 24 Stunden von Daytona so eng verwoben wie Porsche. 20 Gesamtsiege für die Rennwagen aus Weissach, vier weitere Erfolge als Motorenlieferant und mehr als 40 Klassensiege machen die Marke mit Abstand zum erfolgreichsten Hersteller beim Langstreckenklassiker im US-Bundesstaat Florida.
Zum Auftakt am 24. Januar steht diese Historie einmal mehr im Fokus und zugleich der Anspruch, sie fortzuschreiben.
Frühe Triumphe und der Beginn einer besonderen Beziehung
Der Grundstein für Porsches Daytona-Erfolgsgeschichte wird 1959 gelegt.
Nur wenige Wochen nach der Eröffnung des Daytona International Speedway gewinnt der Porsche 718 RSK mit Roberto Mieres und Antonio von Döry ein sechs Stunden dauerndes Sportwagenrennen auf der Kombination aus Oval und Infield. Dieser Sieg fällt noch vor die offizielle IMSA-Zeitrechnung, markiert jedoch den Beginn einer außergewöhnlichen Erfolgsserie.
Als die IMSA ihre Historie 1962 aufnimmt, entwickelt sich Daytona rasch zu einem Fixpunkt im internationalen Sportwagenkalender. 1968 folgt der erste offiziell gewertete Gesamtsieg für Porsche: Ein 907 LH führt einen historischen Dreifacherfolg an. Bemerkenswert dabei ist die Teamtaktik jener Zeit, so wechselten sich mehrere Werkspiloten am Siegerfahrzeug ab und werden so gemeinsam als Gewinner geführt.
Die 1970er: Technik, Tempo und der Mythos Brumos
Mit dem Porsche 917 beginnt eine neue Ära. Die Siege 1970 und 1971, eingefahren von John Wyer Engineering, stehen exemplarisch für die technische Überlegenheit jener Jahre. Daytona wird zur Bühne großer Duelle, vor allem gegen Ferrari, und zum Schaufenster für Ingenieurskunst aus Weissach.

1973 folgt ein weiterer Meilenstein: Hurley Haywood und Peter Gregg gewinnen mit dem 911 Carrera RSR den Gesamtsieg – der erste Triumph des legendären Brumos-Teams. Es ist der Auftakt zu einer beispiellosen Serie, die Porsche bis 1987 nahezu durchgehend an der Spitze hält. Ob 935 oder später 962: Die Rennwagen prägen das Bild von Daytona über mehr als ein Jahrzehnt.

Anpassung als Prinzip: Vom 956 zum 962
Ein Schlüsselmoment der Porsche-Historie ist die Entwicklung des 962. Weil das IMSA-Reglement den europäischen 956 nicht zulässt, verlegt Porsche kurzerhand die Sitzposition, verlängert den Radstand und schafft ein neues Fahrzeug – mit durchschlagendem Erfolg. Der 962 wird zu einem der erfolgreichsten Sportwagen aller Zeiten und festigt Porsches Vormachtstellung in Nordamerika.
Sensation im neuen Jahrtausend
Einer der außergewöhnlichsten Siege folgt 2003. Gegen leistungsstärkere Prototypen setzt sich ein Porsche 911 GT3 RS durch und gewinnt das Rennen insgesamt. Der Erfolg der Racer’s Group mit Timo Bernhard und Jörg Bergmeister gilt bis heute als Ausnahmeleistung im modernen Langstreckensport – ein GT-Fahrzeug auf Platz eins der Gesamtwertung, möglich durch Konstanz, Strategie und perfekte Teamarbeit.

Gegenwart und Anspruch: Der Porsche 963
Mit dem gemeinsamen Reglement von IMSA und FIA WEC beginnt 2023 ein neues Kapitel. Porsche kehrt mit dem Hybridprototypen 963 in die Topklasse zurück – und knüpft nahtlos an frühere Erfolge an. Die Gesamtsiege 2024 und 2025 sowie sämtliche GTP-Titel in Nordamerika unterstreichen die Wettbewerbsfähigkeit des Konzepts und die Stärke der Partnerschaft mit Team Penske.
Im Jubiläumsjahr von 75 Jahren Porsche Motorsport richtet sich der Blick nach vorne. Daytona bleibt dabei mehr als nur ein Saisonauftakt: Es ist der Maßstab, an dem sich Vergangenheit, Gegenwart und Anspruch einer Marke messen lassen, die dieses Rennen wie keine andere geprägt hat.
Pics © 2026 Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG.











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